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Märklin-Badezimmer Erziehung zur Sauberkeit

Mit Haushaltseinrichtungen wie diesem erstaunlich wirklichkeitsgetreuen Badezimmer für Puppen aus den 1920er Jahren hatte die 1859 gegründete Göppinger Firma Märklin ihre Spielwarenproduktion begonnen.

Stand: 14.10.2013 | Archiv

Dies ist die größte Ausführung eines Puppen-Badezimmers der Firma Märklin und nur noch selten erhalten: es verfügt zusätzlich über Dusche und Badewanne. Wie das Waschbecken und das Klosett sind auch sie aus weißer Fayence gefertigt. Zur aufwändigen Ausführung des Zimmers aus verzinntem Eisenblech gehört noch eine marmorierte Säule und eine Handtuchstange. Die Wände sind mit Platten in Majolika-Imitation ausgekleidet. Die Bemalung des Toilettendeckels aus Blech imitiert Holz.

WC, Dusche, Badewanne und Waschbecken verfügen über einen Kettenzug. Über diese Ketten kann die Badewanne befüllt, am Waschbecken gewaschen, die Dusche in Gang gesetzt und die Klospülung betätigt werden - wie bei einem 'richtigen' Bad. Das Geheimnis dieser Wirklichkeitsnähe liegt im rückwändigen Tank, der von oben rechts befüllt wird. Das 'Abwasser' fließt dann unten rechts wieder ab.

Was wenig bekannt ist: die Firma Märklin hat ihre Spielwarenproduktion nicht mit Eisenbahnen begonnen, für die sie später so berühmt wurde. Nach ihrer Gründung im Jahre 1859 fertigte sie zuerst Puppenstuben, Kochherde und andere funktionale Dinge aus dem Haushaltsbereich.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 1.500 bis 1.800 Euro
  • Datierung: 1923 bis 1927
  • Herkunft: Göppingen
  • Hersteller: Märklin
  • Sendung vom 19. Oktober 2013

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