BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Empire-Vase Verräterisches Pink

Eine typisch französische Vase im Empirestil, doch ihre leuchtend pinken Blumen lassen eine russische Provenienz um 1830 vermuten.

Stand: 18.05.2012 | Archiv

Vorsicht beim Wassereinfüllen: diese Vase ist nicht dicht. Unten am Boden steckt eine Schraube (das handgedrehte Gewinde bezeugt ihre Echtheit), denn die Vase diente schon zu ihrer Entstehungszeit nur dekorativen Zwecken. Ihre Form war im Klassizismus sehr beliebt; eine Empirevase, wie sie ab circa 1810 gang und gäbe war.

An den Seiten sitzt jeweils ein Kopf mit einem Helm, der aus Flügeln gebildet ist: ein ägyptisch inspiriertes Motiv. Die Vase ist ganz und gar hochglänzend übervergoldet. Nur unter dem aufgemalten Blumenkranz ist der Grund matt vergoldet. Darüber zieht sich eine endlose Schlangenlinie entlang, die mit Achatstift einpoliert wurde, vermicelli oder vermiculé genannt.

Rein stilistisch passt diese Vase, die keine Marke trägt, nach Frankreich – wäre da nicht das auffällige Pinkrosa mancher Blumen. Diese Farbe führt nach Osten: eine Recherche bei der Porzellanmanufaktur Gardner in Moskau ist angeraten. Eine beglaubigte russische Provenienz könnte den Wert der Vase beim derzeitigen Interesse russischer Kunden am Kauf vorkommunistischer Kulturgüter sogar noch vervielfachen.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 1.000 bis 5.000 Euro
  • Datierung: um 1830
  • Herkunft: Fankreich oder Russland
  • Hersteller: Porzellanmanufaktur Gardner, Moskau (?)
  • Sendung vom 19. Mai 2012

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