BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Eisenbarth-Spieluhr Hast du Flötentöne?

Volksnah und sehr populär war der legendäre Doktor Eisenbart, eine reale Figur, die hier um 1920 in Lindenholz geschnitzt wurde, um, angetrieben durch ein Uhrwerk, eine ihm gewidmete Melodie zu pfeifen.

Stand: 09.10.2013 | Archiv

Diese Lindenholzfigur geht auf Johann Andreas Eisenbarth zurück, einen 1663 in Oberviechtach geborenen Wundheiler und Chirurgen. Wegen seiner Heil- Erfolge wurde er vom preußischen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., dem Vater des 'Alten Fritz', 1717 zum Hofrat und Hofaugenarzt ernannt.

Eisenbarth, der selbst nie einen Doktor-Grad führte, war ein Meister der Selbstvermarktung, dem ein wundertätiger Ruf vorauseilte - nicht zuletzt, weil er ihn mit Zeitungsannoncen selbst unterstützte. Zu Hunderten versammelten sich die Menschen auf den Dorfplätzen, wenn er angekündigt war.

Diese Doktor Eisenbarth-Figur, gekleidet in der Mode um 1920, kann auch noch pfeifen. Dabei schüttelt der Doktor gedankenverloren seinen Kopf. Am Rücken ist ein Schlüssel angebracht, der dieses mechanische Musikinstrument durch ein Uhrwerk in Bewegung setzt. Das Uhrwerk treibt durch eine Pleuelstange zwei Faltenbälgchen an. Eine Miniatur-Zylinderkolbenpfeife produziert durch die zugeführte Luft Töne.

Es ist die Melodie des bekannten Dr. Eisenbarth-Trinklieds mit den Zeilen: "Ich bin der Doktor Eisenbarth, wide wide witt bumbum. Kurier die Leut auf meine Art, wide wide witt bumbum. Kann machen, dass die Blinden gehen, wide wide witt juchheirassa, und dass die Lahmen wieder sehen, wide wide witt bumbum."

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 500 Euro
  • Herkunft: Deutschland
  • Sendung vom 12. Oktober 2013

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