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Freiarm-Nähmaschine Kleines Konstruktionswunder

Als 'Freia' 1948 in der DDR auf den Markt kam, war sie Deutschlands erste Freiarmnähmaschine - ein kleines Konstruktionswunder des Ingenieurs und Entwerfers Ernst Fischer.

Stand: 30.05.2013 | Archiv

Diese DDR-Nähmaschine mit dem ungewöhnlichen Namen 'Freia' huldigt nicht einer germanischen Göttin, sondern ist die erste Freiarmnähmaschine Deutschlands. Mit wenigen Handgriffen war diese elektrische Nähmaschine entriegelt, aus ihrem Koffer herausgenommen und funktionsbereit aufgestellt. Dieses Exemplar zeigt sich in einem hervorragenden Zustand und ist so vollständig - mit dem Original-Koffer und der Original-Gebrauchsanleitung – nur noch selten erhalten.

Auf den ersten Maschinen dieser bis Mitte der fünfziger Jahre produzierten Serie stand am Kopf noch der Nachname des Designers 'Fischer' und die Abkürzung 'MEWA', was für 'Metallwaren Suhl' steht. Die MEWA war eine traditionsreiche Metallwarenfabrik, bei der der Ingenieur Ernst Fischer als Konstrukteur gearbeitet hat. Ernst Fischer (1910 bis 2006) war gelernter Flugzeugbauer.

Mit diesem Wissen und seinem Tüftlergen machte sich Fischer nach dem Zweiten Weltkrieg an die Konstruktion von Nähmaschinen. Zeitgleich mit der Freia hatte er die 'Koma', eine weitere Koffernähmaschine entwickelt. Dem stabilen, rötlichen Duroplastgehäuse der Freia sind übrigens Fetzen und Fasern von FDJ- (Freie Deutsche Jugend) Hemden beigemischt, die das Gehäuse noch stabiler aushärten ließen. Die Produktion der Freia wurde 1955 eingestellt, als der DDR-Staat die Waffenfertigung im VEB MEWA wieder aufnahm und Ernst Fischer sich weigerte, daran mitzuwirken.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 400 bis 500 Euro
  • Datierung: zwischen 1948 und 1955
  • Herkunft: Suhl, Thüringen
  • Hersteller: VEB MEWA, Ernst-Thälmann-Werk
  • Entwerfer: Ernst Fischer
  • Sendung vom 1.6.2013

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