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Eine Rodel-Wanderung im Villnösstal Outdoorspaß auf der Gampenalm im Naturpark Puez-Geisler

Südtirol ist auch im Winter ein Sehnsuchtsziel vieler Bayern. Skifahren, Skitourengehen, Schneeschuhwandern und Rodeln – wegen Corona ist das alles derzeit nicht möglich jenseits des Brenners. Und so nehmen wir Sie jetzt nur in der Fantasie mit zu einer Rodelwanderung ins Villnösstal. In den Bergen haben viele Bauern früher Heu und Holz auf den Almen gelagert und erst im Winter auf Schlitten ins Tal gebracht - eine harte und auch gefährliche Arbeit. Heute dient eine Rodelpartie verbunden mit einer schönen Wanderung dem reinen Vergnügen und herrlichen Naturerlebnis.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 05.02.2021

Rodeln Gampenalm: Rodeltour zur Gampenalm mit Zendleser Kofel im Hintergrund | Bild: BR/Ulrike Nikola

Am Fuße der imposanten Geislerspitzen gibt es mehrere Naturrodelbahnen und gut zu erreichende Hütten, bevor es dann im Sausewind ins Tal geht. Ullie Nikola hat sich im Naturpark Puez-Geisler auf den Weg gemacht. Los geht es am Parkplatz Zanser Alm, wo man auch Schlitten ausleihen kann. Noch besser ist dran, wer einen echten handgefertigten „Grödner Rodel“ im Schlepptau hat. Doch egal ob alter Schlitten oder moderner Rodel - Markus Obexer verrät ein paar Tipps fürs genussvolle Rodeln: mit den Füßen bremsen, bei einer Rechtskurve mit dem rechten Fuß und in einer Linkskurve mit dem linken Fuß und dabei das Gewicht ein wenig verlagern.

Wander- und Rodelspaß für jung und alt

An der Zanser Alm treffen insgesamt fünf Naturrodelbahnen aus allen Richtungen zusammen. Besonders schön sind die Wege zur Kaserillalm, Gampenalm und Geisleralm, immer mit Blick auf die im Sonnenlicht silbergrau schimmernden markanten 3000 Meter hohen Felsen der Geislerspitzen. Nach gut eineinhalb Stunden und rund 400 Höhenmeter bergauf ist die Gampenalm erreicht. Zunächst führt der Winterwanderweg durch den Wald und dann über die weitläufige Gampenwiese mit dem malerischen Zendleser Kofel im Hintergrund. Vor dem Berggasthaus auf der Gampenalm parken schon zahlreiche Schlitten, auch einen Rodel-Verleih gibt es hier. Drinnen ist es gut voll, die Bedienungen tragen dampfende Teller und Platten vorbei, auch einen Hirschrücken. Die Ausflügler lassen es sich schmecken, bevor sie anschließend mit dem Rodel ins Tal sausen.

Schlittenverleih an der Zanser Alm

Was heute ein Vergnügen ist, war selbst im vergangenen Jahrhundert noch harte Arbeit. Damals holten die Bauern im Winter mit großen Schlitten das Heu von den Almen und das Holz aus dem Wald. Der heute 70-jährige Johann Fischnaller vom Ranuimüllerhof erinnert sich noch, wie er als Bub mit seinem Vater zur Gampenalm oder in den Raschötzer Wald loszog - mit einem Holzschlitten, den er noch immer besitzt. Auf diesem so genannten Halbschlitten wurde das Heu oder Holz mit einem Strick gebündelt, dann ging die Höllenfahrt los. Wurde der Schlitten zu schnell, gab es einen Eisenhaken als Bremse. Die Schlitten wurden mit bis zu 200 Kilogramm Heu oder Holz beladen, die Sicht war oft schlecht und der Schnee hoch. Ende der 1970er-Jahre hat die Familie Fischnaller dann den ersten Traktor gekauft. In der Folge wurde alles motorisiert schon im Sommer vom Berg ins Tal geschafft. Der Schlitten hatte als Transportmittel ausgedient, taugt heutzutage aber für ein Rodelvergnügen umso mehr.

In mehreren Kehren geht es auf dem Schlitten ins Tal hinab. Die Geisler Spitzen, der Wald, der Schnee - alles fliegt vorbei. Auf der Naturrodelbahn liegt genügend Schnee und kein Eis. So kommt man fast mühelos zurück zum Treffpunkt Zans. Dort kann man dann noch im sehenswerten UNESCO-Besucherzentrum in die Entstehungs-Geschichte der Dolomiten vor 270 Millionen Jahren eintauchen. Mehr Informationen gibt es unter www.zans.it

Karte: Gampenalm

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Karte: Gampenalm


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