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Mitraten! Das Bergrätsel im Juli

Wer jetzt im Juli im Gebirge unterwegs ist, der muss mit Gewittern rechnen und damit hat im weitesten Sinne auch unser Juli-Bergrätsel zu tun.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 02.07.2020

Illustration: Berge, Schriftzug - Bergrätsel | Bild: BR

Die Johannisnacht ist schon vorbei, die Johannisfeuer sind gelöscht, es hat sich ausgetanzt, auch hier oben auf dem klassischen Kegel, einem alten Kult- und Kraftplatz, wo man schnell mal „getauft“ wird, wenn ein Wetter aufzieht. Ob das Wallfahrtskirchlein deshalb Johannes dem Täufer geweiht ist, wer weiß. Der frühbarocke Altar stammt jedenfalls aus dem Jahr 1666 – eine Schnapszahl. Und Schnaps gibt es reichlich auf der Gipfel-Alm nebenan. Da empfiehlt es sich dann nicht nur hinauf zu gondeln, sondern auch schwankend hinab zu schweben ...

Wie dem auch sei – hier oben auf dem Aussichtsberg Nr. 1 der Region steht die älteste Wallfahrtskirche des Landes. Auf der Bank davor sitzen sehr oft Thea und Hans. Salve, grüß euch! Die beiden Pensionäre kümmern sich um das kleine Gotteshaus und um die Pilger. Viele kommen herauf, weil sie hoffen, von hartnäckigem Kopfweh geheilt zu werden – schließlich wurde der Namenspatron des Kirchleins ja enthauptet.

Auch geheiratet wird gern hier oben. Donnerwetter! Bei einem solchen musste der Mesner früher gut sichtbar weiße Leintücher auf dem Gipfel auslegen und dazu läuten, um das Unwetter fernzuhalten - vom Berg und von den Bauern im Tal. Es hat aber meist nichts geholfen, sagt doch schon der Volksmund: „Wenn der Stier brüllt und die Katze schreit, ist das Wetter nicht weit“. Immer wieder wurde das Kirchlein vom Blitz getroffen und zerstört. Schon 1794 wurde deshalb ein Blitzableiter installiert – und bald wieder abmontiert, weil die Leute doch lieber auf Gebet und Wetterläuten gesetzt haben. Die Wetterglocke hat alle Zeiten überdauert und wird noch heute von Thea und Hans geläutet. Wetterglocke und Windharfe. Mit dem Buchstaben „W“ beginnt auch der Name der Gemeinde, auf deren Grund das Kirchlein steht, obwohl es von einer anderen Pfarrei betreut wird.

Wer jetzt da hinauf will, muss seine Füße in die Hand nehmen. Verhext? Nein – Corona-bedingt, weil man erst in wenigen Tagen wieder gondeln darf. Vor 70 Jahren wurde auf diesen Gipfel übrigens der damals längste Sessellift Europas gebaut. 2850 Meter lang und damit gut 1000 Meter länger, als der Berg hoch ist. Wie schwer aber die berühmte Wetterglocke ist, das wissen höchstens Thea und Hans. An die 180 Kilo schätzt der Hans, aber so ganz genau, weiß er es auch nicht.

Mitraten:

Wenn Sie nun aber wissen, wie diese berühmte Wetterglocke heißt, dann freuen wir uns über Ihren Lösungsvorschlag.

Den schicken Sie bitte an den Bayerischen Rundfunk, Bergsteigerredaktion, 81011 München oder als Mail an rucksackradio@br.de oder als Fax an: 089–5900–32077.

Fünf schöne und natürlich bergtaugliche Preise warten auf Sie, darunter auch ein Rucksackradio-Rucksack. Einsendeschluss ist am kommenden Wochenende, die Auflösung erfolgt dann in 14 Tagen. Viel Glück!


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