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Auflösung! Das Bergrätsel im Oktober

Auch ohne Wiesn hatte das Bergrätsel mit dem Oktoberfest zu tun - in gewisser Weise. Hier kommt die Auflösung.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 15.10.2020

Illustration: Berge, Schriftzug - Bergrätsel | Bild: BR

So viele Ochsen am Spieß, die nicht gebraten wurden, so viel Bier, das nicht getrunken wurde, und so viele Weißwürscht und Brezen, die nicht gegessen wurden. Vor allem letztere ließen sich ja auch am Berg verzehren - auf einem Berg, dessen Name indirekt mit den Brezen in Verbindung steht. 2434 Meter ist er hoch. Ein Doppelgipfel. Ein Kleiner Brauner und ein Großer Brauner. Nur eben nicht braun, sondern eher porphyr-rot. Es sind die Reste eines Vulkans, über 250 Millionen Jahre alt, glazial abgeschliffen. Es ist ein Aussichtsberg par excellence, aber auch ein Gipfel, der gern Gewitter anzieht, weshalb hier auch die Wetterhexen hausen sollen. Zudem fast ein „Zauberberg“, denn Thomas Mann war auch schon da, 1901, im Zuge eines Kuraufenthalts. Der Berg hat ihn zu einem Gedicht inspiriert, lange vor Corona: „Oft stiegen auf die Berge wir – zum Wohle unserer Lungen. Die Spitze da erklommen wir – mit Doctor von Hartungen“.

Naja, das ist schon ein wenig bergauf gestolpert … Wie dem auch sei, wer hier aufsteigt, ist schnell „aus-ge-laugt“, weil es kaum Einkehrmöglichkeiten gibt, trotz der vielen Almen ringsumher. Da empfiehlt es sich, aus einem kleinen Dorf im Südwesten des Bergs eine Portion Speck als Proviant mitzunehmen, zumal es ein ganz besonderer Speck ist, den es auch nur da gibt.

Zu diesem Speck passt zwar besser Schüttelbrot als eine Brezn, aber ein Bier dazu geht immer. Überhaupt darf man hier das Glas erheben auf die erste bekannte Frauenbesteigung in der Geschichte des Alpinismus, 1552. Ein ortsansässiger Adliger hat damals seine Schwiegermutter Regina und deren Tochter Katarina mitgenommen auf den Berg. Ein Prosit! Auf die Gemütlichkeit? Wohl eher nicht. Ob die beiden Damen zuvor bei der lieben Frau im Walde südlich des Bergs waren, um für Gipfelglück zu bitten – wer weiß. Vielleicht nachzulesen in der Gipfelbibliothek: An die 60 wetterfest verpackte Bücher liegen da herum, schon seit über zehn Jahren. Jeder literatur-interessierte Bergsteiger darf ein Buch mitnehmen und es auf einem anderen Gipfel dann wieder deponieren. „Alpine Bookcrossing“ sozusagen. Auch Thomas Mann hätte daran seine Freude gehabt ... und an den Brezen.

Auflösung:

Gesucht war die Laugenspitze (Großer und Kleiner Laugen) in Südtirol.

Das nächste Bergrätsel gibt es am 7. November.




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