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Auflösung: Das Bergrätsel im November

Im November, wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind, begann früher die Zeit des Sagenerzählens. Auch wir tauchten in unserem November-Bergrätsel ein in diese fabelhaft mystische Welt ...

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 19.11.2022 19:35 Uhr

Illustration: Berge, Schriftzug - Bergrätsel | Bild: BR

Nach ihm ist ein Campingplatz in einem Nationalpark benannt. Auch ein Bier heißt so - ein ziemlich blasses Lager, nicht so blau wie die Adria, aber in limonen-grüner Flasche mit seinem Konterfei. Sie trinken besser keines, wenn Sie zu seiner Wohnstatt aufsteigen wollen. Denn da müssen Sie schon auf über 2700 Meter hinauf, durch dunkle Wälder, in denen Bären, Luchse und Wölfe hausen - schweißtreibend, was ganz schön durstig macht. Also höchstens ein Gipfelbier!

Wie König Laurin hat auch er einen Garten. Aber keinen Rosengarten. Auch wenn ihm eine Rose das Leben gerettet hat. Dafür hat er einen Schatz gehütet, hoch droben zwischen den drei Felshäuptern im ehemaligen Kronland, bis ein habgieriger Schatzjäger kam und ihn erschoss. Dann gab es ein Blutwunder dank Wunderblume. Doch seinen Gebirgsgarten ließ er verschwinden, auf Nimmerwiedersehen, bis heute.

Im „Enzian“ wurde ihm mit einem schlichten Versepos ein literarisches Denkmal gesetzt, vom Sohn eines Hofarztes aus Kranichfeld, der 1873 in Triest dem Alpenverein beigetreten war und dessen Pseudonym den „Bach“ runterging. „Hoch auf dem gelben Wagen“ hat der Hofarztsohn übrigens auch gedichtet, und dazu zahlreiche Trivialromane und Thüringer Lieder geschrieben.

Vom Freischütz ließ sich der sagenhafte Alpenbewohner übrigens nicht ins goldene Bockshorn jagen. Auch wenn es eine Oper über ihn gibt. Komponiert wurde sie von einem Herrn, der so heißt wie ein berühmter italienischer Schinken. Die Uraufführung war in Ljubljana, 1919, und leider kein goldenes Füll-Horn. Auch nicht das Singspiel, komponiert von Camilla, also nicht der Queen Consort, sondern der aus Riva am Gardasee. Und dem Gründer der „Sängerschaft Niedersachsen zu Rostock“ ist ein Werk für Chor, Solostimmen und Orchester“ aus der Feder geflossen ist. Es bringt ihn und auch die „Jungfrau vom Königssee“ auf die Bühne, womit wir wieder zurück in den Alpen sind, also dort, wo er daheim ist, hoch oben im Gebirge und ganz in Weiß.

Mitraten:

Gesucht war die slowenische Sagenfigur „Zlatorog“ – ein schneeweißer Gamsbock mit goldenen Hörnern.

Das nächste Bergrätsel gibt es am 3. Dezember.


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