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Der Zauber der Zirbe Unterwegs auf dem Innsbrucker Zirbenweg

Sie gilt als „Königin der Alpen“, schenkt erholsamen Schlaf, stärkt das Herz und wirkt entzündungshemmend: Pinus cembra – die Zirbe. Auf dem Zirbenweg zwischen Glungezer und Patscherkofel hoch über Innsbruck lässt sich der Zauber der Zirbe erwandern.

Stand: 09.08.2019

Innsbruck und Nordkette | Bild: BR/Andrea Zinnecker

Es braucht schon etwas Geduld, um ins Zauberreich der Zirbe zu gelangen. Von der Talstation der Patscherkofelbahn geht es in 25 Minuten mit dem Postbus nach Tulfes und dann mit der neuen Gondelbahn hinauf zur Tulfein-Alm. Hier beginnt oder endet der Zirbenweg, je nach Wanderrichtung. Allerdings empfiehlt es sich vom Glungezer zum Patscherkofel, also von Osten nach Westen zu wandern, so hat man, wenn man nicht zu spät startet, die Sonne immer im Rücken und die bessere Sicht.

Zirbenbrücke

Eigentlich braucht man nur seiner Nase zu folgen und dem harzigen Zirbenduft nachzugehen. In sanftem Auf und Ab führt der breite Wanderweg in rund 2000 Meter Höhe durch den ältesten, dichtesten und größten Zirbenbestand nördlich des Alpenhauptkamms. Schon 1942 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt, viele Zirben sind über 500 Jahre alt. Die knorrigen Baumgestalten mit rauer Rinde, harzigen Zapfen und buschigen, butterweichen Nadeln regen ebenso die Fantasie an wie die großen voreiszeitlichen Glimmerschiefer-Bruchfelsen, die von den Wurzeladern der Zirben umklammert werden. Immer wieder verraten Tafeln an ausgewählten Zirben viel Wissenswertes über diesen Baum, dessen Zapfen zur Leibspeise der vielen Tannenhäher zählen. Faszinierend ist aber auch der Blick hinab ins Inntal: Innsbruck und Hall liegen dem Wanderer zu Füßen, über den Inn hinweg schweift der Blick hinauf zur Nordkette und hinein ins Karwendel. Fast zu schnell rückt dann auf dem Zirbenweg schon der Patscherkofel, der Olympia-Hausberg von Innsbruck näher.

Blick auf Hall

Lippenbalsam, Duftkissen, Öl und Schnaps – viele Produkte lassen sich aus den Bestandteilen der Zirbe gewinnen. Ein Stamperl rotgoldener Zirbenschnaps auf der Tulfein-Alm oder im Berggasthaus Boscheben am Anfang bzw. Ende des Zirbenwegs rundet die Tour in jedem Fall ab und ist – angeblich – der beste Schutz vor Muskelkater, den es jedoch kaum geben dürfte, da es die 1100 Höhenmeter hinab nach Igls ganz bequem mit der Patscherkofelbahn geht.

Tulfein-Alm

Wem der Zirbenweg allein nicht reicht, der kann die Wanderung noch mit einer Gipfel-Variante ausdehnen, sollte dann allerdings die Bergstation der Patscherkofelbahn als Ausgangspunkt wählen. Vorbei am Berggasthaus Boscheben geht es ein Stück auf dem Zirbenweg bis zur Abzweigung in Richtung Viggarspitze, auf den 2306 Meter hohen Gipfel hinauf, dann weiter auf dem Glungezer-Panoramaweg bis zur traditionsreichen Glungezerhütte, durch die hochalpinen Schafweiden hinab zur Tulfein-Alm und auf dem Zirbenweg wieder zurück zum Patscherkofel. 650 Höhenmeter sind zu bewältigen, die Gehzeit liegt bei fünf bis sechs Stunden.

Ausgangs- und Endpunkt ist die Talstation der Patscherkofelbahn in Igls (870 m). Einkehrmöglichkeiten gibt es in der Tulfein-Alm und im Berggasthaus Boscheben, beide geöffnet bis Oktober parallel zum Sommerbetrieb der Patscherkofelbahn. Weitere Informationen finden sich unter www.innsbruck.info/igls .

Karte: Innsbruck

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Innsbruck


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