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Geschmacksfrage Rasen oder Blumenwiese?

Eine Grünfläche gehört in jeden Garten, aber was soll es werden? Ein englischer Rasen, eine Wiese zum Spielen und Ausruhen - oder doch lieber eine bunte Blumenwelt, die Schmetterlinge und Bienen anlockt?

Stand: 21.06.2016

Rasen | Bild: BR

Zum Garten gehört eine Grünfläche - so viel ist klar. Doch wie das Grün aussieht, hängt nicht nur von der Art des Bodens und den Lichtverhältnissen ab, sondern vor allem von den Wünschen und dem Einsatz des Besitzers.

Was darf es sein? Eher die feine englische Art ...

Wer sich den Traum vom englischen Rasen erfüllen will, hat viel Arbeit vor sich. Mehrmaliges wöchentliches Mähen ist nötig, außerdem viel gießen und regelmäßig düngen. Für viele kleine Lebewesen wie Bienen, Hummeln, Grillen oder Schmetterlinge bleibt der Rasen außerdem nichts weiter als eine grüne Wüste. Einfacher kann man es sich machen, wenn man auf der Wiese auch Gänseblümchen, Löwenzahn und Co. leben lässt. Ein paar bunte Tupfer im ansonsten satten Grün, und schon hat man eine Lebensgrundlage für viele Insekten.

Auf die Nutzung kommt es an

... oder doch lieber die pflegeleichte Blumenwiese?

Doch wie man es auch haben möchte, zuerst einmal wird Gras angesät. Die Auswahl der Samenmischung hängt von der Art des Bodens und der Art der Nutzung ab. Sollen die Kinder darauf spielen und toben können, sind Sie mit einem Strapazierrasen nicht schlecht beraten. Wollen Sie nur ab und zu in der Wiese liegen, tut es eine Gebrauchsrasen-Mischung.

Und wem es vor allem darauf ankommt, Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu schaffen, oder wenig Zeit zu investieren, sollte sich für einen pflegeleichten Extensivrasen entscheiden. Auch für besondere Bedingungen wie feuchte oder trockene Böden, saure oder alkalische gibt es passende Grasmischungen.

Den Rasen anlegen

Bevor Sie sich ans Einsäen machen, sollten Sie sich ein paar grundlegende Dinge vor Augen führen. Zum einen: Gras braucht Licht. Sie werden an schattigen Stellen nie mehr als ein paar traurige Grasbüschel bekommen. Außerdem verträgt Rasen keine Staunässe. Der Boden sollte also durchlässig sein und zu den Beeten hin leicht abfallen. Schwere lehmige Böden können durchlässiger gemacht werden, indem man Sand dazu mischt. Und Rasen braucht Nahrung: Sie werden bei einem üblichen Gebrauchsrasen ganz ohne Dünger wohl keinen Erfolg haben - im Gegenteil: bei schlechter Düngung haben es ungewünschte Beikräuter besonders leicht, sich zwischen dem Gras auszubreiten, da sie anspruchsloser sind.

Beliebte Variante, besonders bei Neupflanzungen: der Rollrasen

Zu guter Letzt braucht Rasen Wasser. Vor allem beim Einsäen und Anwachsen, bis die Pflänzchen gut verwurzelt sind. Hat er sich erst etabliert, darf so ein Rasen in trockenen Sommern auch ruhig einmal braun werden. Das sieht zwar nicht schön aus, schadet aber nicht auf Dauer.

Rasen: die sechs "Ws" für einen guten Start

Wann säe ich am besten?

Für die Ansaat Ihrer Rasenfläche eignen sich die Monate April, Mai und Juni am besten. Dann ist der Boden bereits etwas warm, die Außentemperaturen aber noch nicht zu hoch. Am schnellsten gedeihen die zarten Pflänzchen bei 14 bis 25 Grad Celsius. Bis zur Keimung vergehen in etwa ein bis drei Wochen, weitere drei bis sechs Wochen dauert es, bis die jungen Pflänzchen neue Triebe gebildet haben. Und bis der Rasen nach mehrmaligem Mähen voll genutzt werden kann, vergeht ein halbes Jahr.

Wo säe ich am besten?

Die Fläche, auf der Rasen angesät wird, sollte viel Licht bekommen und keine größeren Senken haben, in denen sich Wasser ansammeln kann. Eine leichte Neigung der Rasenfläche zu den Beeten hin erleichtert den Wasserabfluss von der empfindlichen Grünfläche. Verdichtete Böden sollten vor dem Ansäen 15 bis 20 Zentimeter tief gelockert werden. Schwere, lehmige Böden werden mit Sand und eventuell etwas Humus verbessert. Unkrautwurzeln und Steine werden weitestgehend entfernt.

Was säe ich am besten?

Für eine erfolgreiche Ansaat Ihrer Rasenfläche sollten Sie auf Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) aus dem Fachhandel zurückgreifen. Die garantieren Ihnen eine geprüfte Sortenauswahl für die jeweiligen Standorte. Für Blumenwiesen sollten Sie außerdem auf eine Mischung schwachwüchsiger Grasarten und standortgerechter Kräuter achten - damit die Blumen nicht durch das Gras verdrängt werden bzw. von selbst verschwinden, weil ihnen die Bedingungen nicht zusagen.

Wie säe ich am besten?

Das Saatgut sollte möglichst gleichmäßig verteilt werden: per Hand oder mit einer Saatmaschine, bei der die Saatmenge vorab eingestellt und gleichmäßig ausgeworfen wird. Nach dem Säen werden die Samen in den Boden gerecht. Etwa 0,5 bis 1,5 Zentimeter tief in die Erde - damit sie nicht austrocknen oder von den Vögeln weggepickt werden, aber trotzdem noch genügend Licht zur Keimung bekommen. Anschließend wird die Erde mit Brettern an den Füßen oder einer leichten Walze angedrückt.

Wie viel muss ich gießen?

Bis die Graspflänzchen wirklich Fuß gefasst haben, dürfen sie auf keinen Fall austrocknen. Je nach Wetterlage sollte anfangs sogar mehrmals pro Tag gegossen werden. Sobald die Gräser Wurzeln gebildet haben, reichen ein bis drei Wassergaben pro Woche aus.

Wie oft muss ich mähen?

Nach vier bis neun Wochen, wenn die Gräser bereits neue Triebe gebildet haben, sollte mehrmals gemäht werden. Das Gras sollte immer von sechs bis acht Zentimeter Höhe auf vier Zentimeter gekürzt werden. Das Mähen regt die Gräser an, neue Triebe zu bilden, sodass eine schöne dichte Grasdecke entsteht. Blumenwiesen werden im ersten, eventuell auch im zweiten Jahr drei Mal gemäht.

Pflege

Mit dem Anlegen eines Rasens ist es nicht getan. Auch nicht allein mit Mähen - außer Sie haben sich für eine richtige Blumenwiese entschieden. Die muss weder vertikutiert, noch aerifiziert, noch gedüngt oder gewässert werden. Alle anderen Formen des Rasens brauchen mehr oder weniger intensive Pflege, wenn sie tatsächlich so aussehen sollen wie im Prospekt des Gartenzentrums.

Vorsicht bei Elektromähern: beim Überfahren des Kabels droht Gefahr durch Stromschlag.

Am pflegeintensivsten ist der Zierrasen. Er muss nicht nur häufig gemäht, sondern auch viel beregnet und gedüngt werden. Während normaler Gebrauchsrasen fünf bis 15 Gramm Stickstoff pro Quadratmeter und Jahr benötigt, sind es bei Zierrasen zehn bis 20 Gramm. Dabei wird ein Teil davon aus der Luft eingetragen, ein anderer Teil stammt aus der Grundversorgung der Böden. Der Rest muss künstlich zugeführt werden. Lassen Sie sich in der Fachgärtnerei Ihres Vertauens beraten, was Auswahl und Anwendung des Rasendüngers betrifft.

Rasenpflege: vom Mähen bis zum Aerifizieren

Mähen

Wie oft Sie mähen sollten, hängt davon ab, was Sie erreichen wollen. Ein gleichförmig dichter englischer Rasen lässt sich nur durch mehrmaliges Mähen in der Woche erreichen. Auf der anderen Seite werden Blumenwiesen nur zwei Mal im Jahr gemäht - auf etwa sechs bis acht Zentimeter Höhe. In der Regel sagt man jedoch, dass der Rasen bei uns jeweils von sechs bis acht Zentimeter Höhe auf drei bis vier Zentimeter gekürzt werden sollte, damit die Gräser angeregt werden, Seitentriebe und eine entsprechend schöne Grasnarbe zu bilden. Es gilt folgende Faustregel: Etwa die Hälfte der Blattmasse sollte beim Mähen stehen bleiben.

Düngen

Sieht man von Blumenwiesen und extensivem Rasen einmal ab, sollten alle Rasenflächen regelmäßig gedüngt werden. Mineralischer Dünger ist dabei vorteilhaft, beim englischen Rasen unverzichtbar. Damit nicht überschüssige Nährstoffe ausgeschwemmt werden und ins Grundwasser gelangen, sollten Sie alle vier bis fünf Jahre eine Bodenprobe machen, um den Nährstoffgehalt festzustellen. Gedüngt wird nur nach dem Mähen, am besten im Früh- und im Spätsommer bei bedecktem Himmel, ohne Wind und nicht gerade in einer Hitzeperiode. Nach dem Düngen wird beregnet.

Bewässern

Zierrasen ist auch in diesem Punkt am anspruchsvollsten: Er braucht in etwa - abhängig vom lokalen Klima und der Bodenbeschaffenheit - zusätzlich zu den natürlichen Niederschlägen 50 bis 300 Liter Wasser pro Quadratmeter und Jahr. Blumenwiesen dagegen brauchen gar kein zusätzliches Wasser, denn hier kann durch den Bewuchs nur wenig Wasser vom Boden verdunsten. Grundsätzlich gilt: Besser seltener, aber dafür durchdringend gießen. Das heißt: in Trockenperioden einmal pro Woche mit zehn bis 20 Liter pro Quadratmeter. Häufiger ist gar nicht gut, denn der Rasen sollte immer wieder abtrocknen.

Vertikutieren

Mit dem Vertikutierer können wir unseren Rasen von Moosen befreien. Das gleichmäßige, ein bis zwei Millimeter tiefe Anritzen der Oberfläche sorgt außerdem für besseren Wasser- und Gasaustausch. Vor dem Vertikutieren wird gemäht. Vertikutiert wird die gesamte Grasfläche: von links nach rechts und von unten nach oben. Junger Rasen wird einmal pro Jahr, ältere Grasflächen am besten zweimal, im Frühling und im Spätsommer, entmoost. Größere Kahlflächen werden nachgesät. Danach wird gedüngt. Zusätzlich kann man feinen, gewaschenen Sand in den Boden einarbeiten, damit die Nährstoffe besser an die Graswurzeln kommen und Moos nicht mehr so leichtes Spiel hat.

Aerifizieren

Ist der Boden unterhalb des Rasens verdichtet, sollte aerifiziert werden. Das heißt, der Boden wird bis in 20 Zentimeter Tiefe gelöchert oder geschlitzt. Das Löchern kann mit einer speziellen Maschine erfolgen, die kleine Erdzylinder ausstanzt, oder per Hand mit einer Grabgabel. In beiden Fällen werden die Löcher anschließend mit Sand gefüllt. Das Schlitzen des Bodens mit Hilfe eines speziellen Gerätes ähnelt dem Vertikutieren, geht aber deutlich tiefer. Auch hier werden die Risse im Boden mit Sand gefüllt.


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