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Das Thema Unterschiede zwischen Mann und Frau?

Stand: 31.01.2018 | Archiv

Ein menschliches Gehirn ohne pathologischen Befund | Bild: picture-alliance/dpa

Der kleine Unterschied …

Die Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Gehirn scheinen größer zu sein als Wissenschaftler noch vor 12 Jahren angenommen haben. Männliche Gehirne sind im Durchschnitt etwa elf Prozent größer (bezogen auf das Körpergewicht ist die Differenz jedoch nur gering) und ihre Großhirnrinde hat einige Milliarden Neuronen mehr.

Besonderheiten bei männlichen Gehirnen

Bei Männern ist die rechte Gehirnhälfte anders strukturiert als bei Frauen. Meistens können sie sich besser im Raum orientieren und aus diesem Grund Karten besser lesen. Hirnforscher gehen davon aus, dass dieses Phänomen aus der Evolution heraus zu erklären sei: Männer waren ursprünglich v. a. für die Jagd zuständig.

Besonderheiten bei weiblichen Gehirnen

Weibliche Gehirne haben dagegen mehr Bereiche mit besonders dicht gepackten Nervenzellen, ihre Gehirnhälften sind besser vernetzt, und ihre Großhirnrinde weist mehr Furchen auf. Frauen sind häufig den Männern sprachlich überlegen und können emotionale Gedächtnisinhalte besser abrufen. Auch diese weiblichen Fähigkeiten könnten evolutionsbedingt sein. Während die Männer auf der Jagd waren, kümmerten sich die Frauen um die Kinder, womit sie ihre Sprechfertigkeit trainiert haben.

Aber ob die anatomischen Unterschiede männlicher und weiblicher Gehirne überhaupt das Denken beeinflussen, bleibt offen. Denn welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen? Bei Intelligenztests schneiden Frauen wie Männer gleich gut ab. Viele Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die Gesellschaft und die Erziehung einen so großen Einfluss auf das Denken ausüben, dass die biologische Voraussetzung fast bedeutungslos sei.


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