Bayern 2 - radioWissen


4

Einsatz im Unterricht Claus Schenk Graf von Stauffenberg - Im Porträt

Stand: 13.06.2012 | Archiv

Vorarbeit

Impuls: Symbolfigur Claus von Stauffenberg

Obwohl mehr und andere Personen zum Kreis der Verschwörer des 20. Juli gehörten, steht Stauffenberg aus heutiger Sicht im Mittelpunkt. Warum ist das so? Was ist den Schülern über die Person Stauffenberg bekannt? Was wissen sie über den 20. Juli 1944?

Problemorientierung: dem Gewissen verpflichtet

Für Stauffenberg, der fast 20 Jahre beim Militär war, bedeutete es eine schwere Entscheidung zugunsten seines Gewissens seinen Treueid zu brechen und einen "Verrat" zu begehen. Welche Motive haben Stauffenberg zu seiner Entscheidung veranlasst? Wie stellt sich sein Konflikt aus der Rückschau dar?

Themenfrage: Widerstand gegen den Terror

Die Beteiligten am Anschlag des 20. Juli haben sich ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben zu ihrem Vorgehen entschieden. Die meisten haben den Nationalsozialismus zunächst begrüßt, sich aber im Laufe der Zeit von Hitler und seiner Politik und Kriegführung abgewandt. Was sind die Besonderheiten des militärischen Widerstands gegen Hitler? Inwiefern unterscheiden sie sich von anderen Bewegungen (etwa der "Weißen Rose") in der Art und Weise der Durchführung, aber auch in Hinblick auf den Zeitpunkt und die Motivation? Der 20. Juli 1944 ist ein wichtiges Datum für das Selbstverständnis der Bundeswehr – inwiefern steht Stauffenberg heute als Vorbild für Soldaten und die Institution Bundeswehr?

Einsatz im Unterricht

Hören mit Arbeitsaufträgen

Der Beitrag "Claus Graf Schenk von Stauffenberg" wird gemeinsam angehört. Im Anschluss wird der Aufruf Stauffenbergs, verfasst für den Fall des geglückten Staatsstreichs, gelesen.

Die Schülerinnen und Schüler teilen sich in zwei Gruppen. Die erste Gruppe erarbeitet (am besten auch mithilfe des Internets) auf Arbeitsblatt 1 einen Zeitplan zu den Ereignissen des 20. Juli. Die zweite Gruppe beschäftigt sich mit den Motiven der Attentäter und ihren Zielen für eine Zeit nach Hitler - Arbeitsblatt 3.

Ergebnissicherung

Die Schüler tragen ihre Ergebnisse vor und diskutieren:

  • Was waren wesentliche Motive der Attentäter?
  • Wie verliefen die Ereignisse des 20. Juli?
  • Wo liegen die Gründe für das Scheitern des Anschlags und des Staatsstreichs?
  • Was beeindruckt uns bis heute an Stauffenberg?
  • Welche Auswirkungen hatte das Attentat?
  • Wie wird es historisch bewertet?
  • Inwiefern gilt das Vorbild Stauffenberg bis heute?

Projekt

Die Schülerinnen und Schüler führen an ihrer Schule und auf der Straße Interviews durch: Wer kennt Stauffenberg? Was ist am 20. Juli 1944 passiert? Sie tragen die Ergebnisse zusammen und bewerten den Bekanntheitsgrad des Datums und der Personen. Sie überlegen, wie beides gesteigert werden könnte.

Nacharbeit

Diskussion

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren darüber, welche anderen Widerstandskämpfer im "kollektiven Bewusstsein" gespeichert sind und welche vielleicht langsam daraus verschwinden. Eventuell kann sich eine Diskussion anschließen, wie wichtig Gewissensentscheidungen sind und wo sie heute getroffen werden müssen (oder vielleicht bewusst nicht getroffen werden). Denkbar ist auch den Bezug zur Bundeswehr herzustellen. Inwiefern kann sich die Bundeswehr auf Stauffenberg berufen?

Vertiefung

Aus den Spielfilm-Produktionen der vergangenen Jahre ist die Bearbeitung von Jo Baier hervorzuheben. Sie könnte den Schülern (falls nötig und erwünscht) das Thema emotional näher bringen.

Lehrplanbezug

  • Lehrplan für das bayerische Gymnasium: Geschichte, Jahrgangsstufe 9: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg; Katholische Religionslehre, Jahrgangsstufe 10: "Gewissen konkret"
  • Lehrplan für die bayerische Realschule: Ethik, Jahrgangsstufe 10: "Gewissen und Verantwortung"; Geschichte, Jahrgangsstufe 10: Der Zweite Weltkrieg (Kollaboration, Terror und Widerstand)

4