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Glossar Glück: Spurensuche

Stand: 14.01.2014 | Archiv

BegriffErklärung
Polis (altgr., pl. Póleis)Der im antiken Griechenland entstandene Typ des Stadtstaates, mit dazugehörigem Umland. In der Zeit der griechischen Kolonisation (ca. 750-550 v. Chr.) wird diese Organisationsform im gesamten Mittelmeergebiet und am Schwarzen Meer maßgebend.
Tugend Fertigkeit der selbst bestimmten Lebensführung, die zum Ziel die Entfaltung der guten Anlagen des Menschen hat. Die Mäßigung der niederen Triebe, wissenschaftliche Bestrebungen und das Wohl der Mitmenschen spielen in den verschiedenen Ansätzen dazu eine wichtige Rolle.
ZadigDer Protagonist in Voltaires gleichnamiger gesellschaftskritischer Erzählung ("Zadig, oder das Schicksal"), erschienen 1747.

Personen

NameWerdegang
Aristoteles (384-322 v. Chr.)Grundleger der abendländischen Wissenschaft aus dem antiken Athen, Schüler von Platon. Seine umfangreichen Forschungen teilt er in Disziplinen wie Metaphysik, Physik, Ethik und Politik, Poetik und Logik ein.
Augustinus von Hippo (354-430)Der aus Numidien (heute Algerien) kommende Gelehrte bekehrt sich 368 zum Christentum und verfasst einflussreiche christlich-philosophische Schriften, unter anderem zur Prädestinationslehre, und wird schließlich Bischof. Heute verehrt man ihn als einen der bedeutendsten Kirchenväter und als Heiligen.

Freud, Sigmund (1856-1939)

Wiener Arzt und Professor, Begründer einer Theorie des Unbewussten und der Psychoanalyse. Laut Freud liegt die Ursache für viele Seelenleiden in verdrängten traumatischen Erlebnissen der frühkindlichen Sexualität. Indem man das individuelle Triebleben und dessen Störungen offen legt, könne man die Patienten heilen.

Frisch, Max (1911-1991)

Schweizerischer Architekt und Schriftsteller, der vor allem in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mit Werken wie Stiller, Homo Faber oder Andorra berühmt wurde.

Hesse, Hermann (1877-1962)

Deutsch-schweizerischer Autor, vor allem von Bildungsromanen, der 1946 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Er ist u.a. von der Neoromantik, C. G. Jungs Archetypenlehre und dem fernöstlichen Spiritualismus beeinflusst.

NameWerdegang
Kinder, Hermann (* 1944)Deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Er benutzt teilweise die Pseudonyme Grethi T. Tunnwig und Armand Dessin.
Nietzsche, Friedrich (1844-1900)Ursprünglich Philologieprofessor in Basel, ab 1879 freier Philosoph. Seine Abhandlungen und Aphorismen beschäftigen sich vor allem mit der Kritik an Moral und Metaphysik. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbringt er in geistiger Umnachtung.
Platon (427-347 v. Chr.)Schüler von Sokrates und der erste europäische Philosoph, dessen Schriften in großem Maße erhalten sind. Seine Lehre von den Ideen beeinflusst alle seine Werke, zu denen auch seine bekannte Utopie eines streng hierarchischen Staates zählt. Seine Akademie, die er in Athen gründet, hat – mit wechselnden philosophischen Schwerpunkten – bis ins sechste nachchristliche Jahrhundert Bestand.
Solschenizyn, Aleksandr (* 1918)Russischer Schriftsteller, der 1970 den Nobelpreis für Literatur erhält. Aufgrund seines Romans "Der Archipel Gulag", in dem er das Leben in einem stalinistischen Gefangenenlager schildert, wird er aus der UdSSR ausgewiesen und lebt bis 1990 im Exil.
Voltaire, eigentlich François-Marie Arouet (1694-1778)Als Aufklärer und einer der prominentesten Wegbereiter der Französischen Revolution prangert er in seinen Erzählungen und Dramen den kirchlichen Dogmatismus und die Feudalherrschaft an. Er selbst vertritt einen vernunftgeleiteten und von Toleranz geprägten Theismus.
Walser, Robert (1878-1956)Der Schweizer Schriftsteller ist bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts viel gelesen und hoch angesehen; seine Texte lassen oft existenzielle Ängste hinter sprachlicher Leichtigkeit durchschimmern. Erst in den 70er Jahren wird Walser wieder verstärkt zur Kenntnis genommen.
Zarathustra (erstes oder zweites Jahrtausend vor Chr.)Der altiranische Wanderprediger begründete irgendwann in den zwei Jahrtausenden vor Christus eine Religion. Die genaue Datierung seiner Lebenszeit ist unter Forschern umstritten. Nietzsche benutzt diese Figur in einem seiner Hauptwerke ("Also sprach Zarathustra"), um seiner eigenen revolutionären Philosophie Gewicht zu verleihen.

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