Bayern 2

     

radioWissen Shakespeare wird 450

Zeitgenössische Darstellung William Shakespeares | Bild: picture-alliance/dpa; Montage: BR

Dienstag, 22-4-2014
9:05 vorm. to 10:00 vorm.

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BAYERN 2

Shakespeares Othello
Liebe zwischen zwei Kulturen
Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Petra Herrmann

Shakespeare heute
Die Blackface-Debatte
Autor und Regie: Frank Halbach

Das Kalenderblatt
22.4.1401
Klaus Störtebeker wird gefangen
Autorin: Isabella Arcucci

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Othello ist dunkelhäutig, und er ist fremd. Mit der Energie des Außenseiters arbeitet er sich nach oben, wird erfolgreichster Feldherr der Republik Venedig und verkehrt in den besten Kreisen. Ein Musterbeispiel für erfolgreiche Integration, würde man heute sagen. Aber als er sich in die schöne Desdemona verliebt und sie heimlich heiratet, bekommt die intakte Fassade Risse. Nicht nur eine intrigante Umwelt attackiert das ungewöhnliche Paar, auch in den Seelen der Liebenden bricht Verunsicherung auf, der Schmerz des Nicht-Dazugehörens. Shakespeares schrieb seine berühmte Tragödie um 1603. Und bis heute hat niemand das Drama des Fremdseins und die Fallstricke der Liebe zwischen zwei Kulturen treffender beschrieben als er.
"Schuhcreme, Kohle, was auch immer", so fordert die Fernsehsendung Wetten dass ...? die Augsburger Bevölkerung kürzlich auf, als Jim Knopf verkleidet an der Stadtwette teilzunehmen. Im Theater verkörpert ein Schauspieler schwarz geschminkt Shakespeares Othello und der Journalist Günther Wallraff will mit dunkler Schminke und Perücke herausfinden, wie es sich als Schwarzer in Deutschland lebt. Anti-Rassismus-Aktivisten erkennen darin verletzende Stilmittel mit rassistischer Tradition, die zuletzt zu einer ganzen Reihe von öffentlichen Kontroversen rund um den Vorwurf des "Blackfacing" geführt haben. Doch woher stammt der Begriff und was bedeutet er überhaupt? Soll Othello in Zukunft nur noch von schwarzen Schauspielern gespielt werden, oder wäre das erst recht rassistisch? Handelt es sich hierbei um berechtigte Kritik oder übertrieben empfindliche politische Korrektheit?

Redaktion: Petra Herrmann
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