Bayern 2

"Mythos Bayern" - Bayerische Landesausstellung 2018 im Kloster Ettal radioWissen Typisch bayerische Lebenswelten?

Herbstlicher Bergwald am Untersberg | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 29.10.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Bayerns Wälder
Von der Wildnis zum Forst

Pechkohle
Kumpel in Penzberg

Das Kalenderblatt
29.10.1923
Carl Djerassi geboren, "Vater der Pille"
Von Prisca Straub
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Bayerns Wälder - Von der Wildnis zum Forst
Autor: Thomas Grasberger / Regie: Dorit Kreissl
Seit Jahrtausenden lebt der Mensch mit dem Wald und von ihm. Schon in der Steinzeit brauchte er das Holz des Waldes zum Feuer machen, wärmen, kochen, Bögen machen, oder zum Herstellen von Speeren. Auch im Mittelalter noch waren die meisten Gebäude aus Holz, zunächst sogar die Kirchen und Dome, erst dann kam der Steinbau auf. Das hölzerne Zeitalter zieht sich durch bis etwa 1820, als mit dem Industrie-Zeitalter die Steinkohle kam. Doch auch jetzt noch waren Unmengen an Holz nötig, um den Nachschub für die neuen energieintensiven Industrien zu befeuern. Im frühen 19. Jahrhundert gingen aufgeklärte Agrarreformer wie Josef Hazzi deswegen daran, aus ertragsarmen Laubwäldern effiziente und geordnete Forste zu machen - vor allem Fichtenmonokulturen in Rastererschließung. Ökologische Bedenken und Überlegungen zur Nachhaltigkeit spielten lange Zeit nur am Rande eine Rolle. Erst im letzten Jahrhundert kam es wieder zum Umdenken. Nun setzte man wieder auf naturnahen Forst - statt profitorientierter Plantagenwirtschaft. Doch ein Wald braucht viele Jahrzehnte, bis er seine Gestalt verändert.

Pechkohle - Kumpel in Penzberg
Autorin: Yvonne Maier / Regie: Martin Trauner
Oberbayern - das Postkarten-Idyll! Bergblick, Kirchen mit Zwiebeltürmchen, Kühe auf der Weide. Der Ort Penzberg, südlich des Starnberger Sees, scheint da nicht so richtig hinein zu passen. Nur wenige idyllische Bauernhäuschen und vor allem: eine echte Arbeiterenklave. Denn in Penzberg war eines der wenigen Kohle-Bergwerke Süddeutschlands. Um die Kohle abzubauen, kamen Bergleute aus ganz Europa, ein Vielvölkergemisch in Oberbayern. Bis heute prägt das Erbe des Bergbaus und der Arbeiterschaft die Stadt, auch wenn sie einen bemerkenswerten Wandel vollzogen hat. Wo früher Kohlekumpel schufteten, werden heute Krebsmedikamente hergestellt. Kurioserweise hat die Stadt aber auch sehr kunstsinnige Menschen angezogen, zum Beispiel den Expressionisten Heinrich Campendonk, der in regelmäßigen Abständen auch Szenerien aus Penzberg malte und Mitglied der Künstlergruppe "Der blaue Reiter" war.

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

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