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Von Vereisen bis Laser Behandlung von Wulstnarben

Bei hypertrophen Wulstnarben und Keloiden hilft Vereisen, Kortison, das Chemotherapeutikum 5-Fluorouracil und verschiedene Formen der Laserbehandlung.

Von: Uli Hesse

Stand: 24.02.2020

Narben | Bild: colourbox.com

Die Behandlung muss dem Stadium der Narbe angepasst sein, da sich das Gewebe sonst verschlechtern kann: Wenn die Narbe noch juckt, rot ist und schmerzt, wird zunächst mit Vereisen, Kortison, oder einer Kombination aus beiden Methoden behandelt. Bringt das keine Verbesserung, sollte vor allem bei Keloiden eine Kombination aus Kortison und 5-Fluorouracil verwendet werden. Erst wenn diese anti-entzündliche Vorbehandlung abgeschlossen ist, sollte man versuchen, die Narbe mit dem Laser abzuflachen.

"Man braucht wirklich ein bisschen Feingefühl bei der Behandlung von Narben und es sind viele Sitzungen notwendig, um das Ganze so zu verbessern, dass der Patient dann wirklich auch einen nachhaltigen Nutzen hat."

Dr. Gerd Gauglitz

Vereisen mit Kyrotherapie

Beim Vereisen mit flüssigem Stickstoff wird das Gewebe von außen rein physikalisch zerstört. Bei einer frühzeitigen Kyrotherapie können erhabene Narben abgeflacht und ihr Wachstum gestoppt werden. Allerdings kann die Haut im behandelten Bereich heller werden. Die Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

"Gerade bei Keloiden bin ich inzwischen sehr zurückhaltend geworden, da die Vereisungstherapie ähnlich wie bei einer operativen Sanierung häufig genau das Gegenteil erreicht und das Ganze sogar noch schlimmer macht."

Dr. Gerd Gauglitz

Bei der intraläsionalen Kyrotherapie wird dagegen mit einer Spezialnadel der Kern der Wulstnarbe von innen nach außen weggefroren, mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen. Ein Vorteil gegenüber der klassischen Vereisungstherapie ist, dass dabei die Pigmentzellen eher verschont bleiben und die Haut dadurch weniger stark aufgehellt wird.

Diese Therapie muss seltener wiederholt werden als die klassische Kyrotherapie, aber sie ist dafür wesentlich teurer und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Die Spezialnadeln kosten alleine rund 300 Euro. Private Krankenkassen zahlen nicht immer.

"Ich bin hier etwas zurückhaltend, da einige Studien dazu von einer Arbeitsgruppe stammen, die eng mit der zu vertreibenden Firma zusammenarbeitet und daher wahrscheinlich einem gewissen Bias unterliegen."

Dr. Gerd Gauglitz


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