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Rauchschwalben So können wir den bedrohten Zugvögeln helfen

Sie segeln anmutig durch die Lüfte und sind besonders hübsch anzuschauen: Rauchschwalben. Doch die sympathischen Zugvögel haben es in unseren Gefilden immer schwerer. So können wir ihnen helfen.

Stand: 13.04.2021

Eine Rauchschwalbe sitzt auf deinem Balken | Bild: mauritius-images

"Wenn die Schwalben niedrig fliegen, werden wir bald Regen kriegen. Fliegen sie bis in die Höh'n, bleibt das Wetter weiter schön."

Bauernregel aus dem Volksmund

Auf diese Bauernregel ist Verlass. Denn wenn das Wetter umschwingt und sich Regen nähert, dann folgen die Schwalben den Insekten, die sich durch den Tiefdruck dann näher am Boden aufhalten. Deshalb fliegen die Schwalben tatsächlich tief, wenn schlechtes Wetter aufzieht.

Schwalben, damit sind in unseren Breitengraden die Rauchschwalbe, die Mehlschwalbe, die Felsenschwalbe und die Uferschwalbe gemeint. Rauch- und Mehlschwalbe wurden auf der bundesweiten "Roten Liste" als gefährdet eingestuft. Der Bestand der Rauchschwalbe hat sich, laut Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU, in den vergangenen 30 Jahren halbiert.

Warum gibt es immer weniger Rauchschwalben?

Rauchschwalben nisten an senkrechten Wänden, auf Vorsprüngen und Balken. Bevorzugte Nistplätze sind Durchgänge, Stallöffnungen, Scheunen, verwinkelte Gebäude und vor allem eher ländliche Gegenden.
Ihre Nester bestehen vorrangig aus lehmiger Erdmasse, die durch Haare und oder Grashalme verstärkt werden. Der Kitt ist der Speichel der Vögel. Gerne nisten Schwalbenpaare nebeneinander. Damit kommen wir auch schon zum "Problem". Oft nisten Rauchschwalben an der Außenwand eines Hauses direkt unter dessen Dachvorsprung. Die Bauweise der Nester und auch die Vögel machen Dreck, weshalb es häufig nicht gern gesehen wird, wenn sich eine Schwalbe einnistet. Durch das Asphaltieren von Feldwegen finden die Tiere kaum noch Lehmpfützen, um ihre Nester zu bauen. Und auch die Nahrungssuche wird durch Lichtverschmutzung und Co. für die Zugvögel immer schwerer.

Wie können wir den Rauchschwalben helfen?

Die einfachste Unterstützung, die wir Rauchschwalben geben können, ist, zur Nistzeit von April bis Juni schon existierende Lehmpfützen oder Bodenstellen, die zur Schlammmulde werden könnten, frei und feucht zu halten. Auch kann man selbst Lehmpfützen anlegen. Dabei sollte man laut NABU darauf achten, dass die Pfütze nicht weiter als 300 Meter vom Schwalbennest entfernt ist und es in der Nähe keine Deckung für Katzen und andere Räuber gibt.

Kunstnester für Rauchschwalben

Ab 11 Euro kann man Kunstnester für Rauchschwalben erstehen. Angebracht werden sollten sie am besten in zugluftfreien und halbdunklen Räumen, ab zwei Metern Höhe und mit 15 Zentimetern Platz zwischen Nestoberkante und Decke, so der NABU.

Wenn sich Rauchschwalben eingenistet haben, können ca. 60 cm unterhalb des Nestes sogenannte Kotbretter angebracht werden. Diese dienen als Schmutzschutz und können nach der Brutzeit im Herbst gereinigt werden. Laut NABU eignet sich der Schwalbenkot auch gut als Blumendünger.

Schwalbennester hängen lassen

Baut ein Rauchschwalbenpaar ein Nest, sind die Chancen groß, dass es in der nächsten Saison nach kleinen Reparaturarbeiten wieder bezogen wird. Wer ein Schwalbennest an seinem Haus hat, der kann vom NABU die Plakette für ein "Schwalbenfreundliches Haus" bekommen. Hier können Sie sich bewerben: NABU-Plakette für Ihr Schwalbenfreundliches Haus


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