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Ohrwurm Lied im Kopf - das hilft wirklich dagegen

Nur wenige Sekunden und schon lässt Sie die Melodie nicht mehr los? Welche Menschen anfälliger für Ohrwürmer sind und was wirklich gegen die Singerei im Kopf hilft.

Published at: 19-3-2024

Frau hört Musik | Bild: mauritius images / Westend61 / Josep Rovirosa

Wie entsteht ein Ohrwurm?

Es gibt viele Theorien zur Entstehung von Ohrwürmern. Die Gängigste: "Wir hören eine Melodie und speichern sie im Hörgedächtnis ab. Das führt zur Aktivierung des inneren Singens und wir singen unwillkürlich mit", sagt Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Die Melodie wird gewissermaßen in einer Endlosschleife zwischen den Zentren, die für das Hören zuständig sind, und denen des inneren Singens hin und her gespielt.

Prof. Eckart Altenmüller.

Dafür müssen wir sie noch nicht einmal laut singen - auch, wenn das durchaus vorkommen kann. Besonders geraten wir abends in so eine Schleife, wenn wir müde sind, und das Gehirn nicht mehr die Kraft hat, das zu unterbrechen.

"Es kann auch passieren, dass wir laut mitsingen."

Prof. Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der HMTM Hannover

Anfällig sind wir vor allem für eingängige Melodien oder für Lieder, die in irgendeiner Weise emotional beladen sind. "Es können auch Lieder sein, die wir gar nicht mögen", sagt Prof. Altenmüller.

Warum sind manche Menschen anfälliger für Ohrwürmer?

Wer viel Musik hört, ist laut Eckart Altenmüller grundsätzlich anfälliger für einen Ohrwurm. "Menschen, die wenig Musik hören, haben nicht so ein gutes Hörgedächtnis", sagt der Professor. Denn dann ist das Hörgedächtnis schlicht nicht so gut trainiert und sie geraten nicht so schnell in die Endlosschleife aus innerem Singen und Hören.

"Das passiert vor allem bei eingängigen Melodien, aber auch, wenn die Lieder emotional stark beladen sind."

Prof. Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der HMTM Hannover

Was hilft gegen den Ohrwurm?

Eine Möglichkeit: Singen Sie. Allerdings nicht das Lied, das den Ohrwurm verursacht hat, sondern ein anderes, das Ihnen zwar emotional nicht so wichtig ist, aber Ihre Konzentration erfordert. Wenn das nichts hilft, gibt es sogar noch eine bessere Möglichkeit: "Es gibt ein wissenschaftlich bewiesenes Hilfsmittel: Kaugummi kauen. Durch die  Kaubewegung wird das innere Singen unterbrochen, weil beides parallel nicht möglich ist", sagt Eckart Altenmüller.

Hören Sie in unserem Interview Podcast Blaue Couch mit Herbert Groenemeyer, was für ihn Musik bedeutet. Den Podcast können Sie in der ARD Audiothek kostenlos downloaden und abonnieren.

https://www.ardaudiothek.de/episode/blaue-couch/herbert-groenemeyer-musiker-ueber-den-richtigen-takt/bayern-1/12527409/


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