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Nachtblindheit Bin ich wirklich nachtblind?

Die Lichter entgegenkommender Autos blenden Sie nachts stark und es fällt Ihnen schwer in der Dunkelheit überhaupt etwas zu erkennen? Das sollten Sie über Nachtblindheit wissen.

Stand: 16.01.2018

Autos fahren im Dämmerlicht und sind nur verschwommen zu erkennen.  | Bild: picture-alliance/dpa

Was ist Nachtblindheit?

Umgangssprachlich ist von Nachtblindheit häufiger die Rede als sie tatsächlich auftritt - nämlich fast immer, wenn Autofahrer in der Dunkelheit nicht richtig sehen. "Man muss zwischen dem, was umgangssprachlich als Nachtblindheit bezeichnet wird,  und den genetisch bedingten Formen der Nachtblindheit unterscheiden", sagt Dr. Josef M. Märtz von der Augenklinik der Universität München.

Die klassische Nachtblindheit wird durch einen starken Vitamin-A-Mangel hervorgerufen und kommt in Europa äußert selten vor. Allerdings gibt es auch genetische Krankheiten, die dazu führen können, dass die Sehkraft in der Nacht erheblich geschwächt ist. Dazu kommen Netzhauterkrankungen, bei denen Nachtblindheit als Symptom auftritt. "Durch solche Netzhauterkrankungen können die Stäbchen, die für das Nachtsehen verantwortlich sind beschädigt werden", sagt Dr. Märtz.

"Bei der echten Nachtblindheit gibt es im Grunde keine kausalen Behandlungsmethoden, man kann aber versuchen das Sehen mit v.A. optischen Hilfsmitteln zu optimieren."

PD Dr. Wolfgang Maier, Augenklinik der Universität München.

In den meisten Fällen wird die als Nachtblindheit empfundene Sehschwäche aber durch Sehfehler ausgelöst, die bei geweiteten Pupillen oder bei einer Linsentrübung in der Dunkelheit stärker hervortreten. Mit einer angepassten Sehhilfe lassen sich zumindest einige der Probleme in vielen Fällen in den Griff bekommen.

Nachtblindheit Symptome

Leidet ein Patient unter Nachtblindheit, passen sich seine Augen nicht mehr richtig der Dunkelheit oder Dämmerlicht an. Ursache dafür sind die für das Sehen in der Dunkelheit verantwortlichen Stäbchen im Auge.

Auf dunklen Autobahnen wird die Fahrt in der Nacht damit gefährlich: Der dunkle Himmel und die Straße verschwimmen, andere Autos werden nur noch schemenhaft wahrgenommen und Scheinwerfer blenden so stark, dass der Fahrer oder die Fahrerin anschließend noch weniger sieht.

Brille gegen Nachtblindheit?

Ist die Ursache für die schlechte Sicht in der Dunkelheit ein Sehfehler, können eine neue Brille oder Kontaktlinsen Abhilfe schaffen. In jedem Fall sollten Veränderungen der von einem Facharzt überprüft werden.

"Ein Augenarzt kann mit retinaler Funktionsdiagnostik feststellen, ob die Stäbchen, die für das Dämmerungssehen verantwortlich sind, gut funktionieren."

Dr. Josef M. Märtz, Augenklinik der Universität München.

Wer nachts oder in der Dämmerung deutlich schlechter sieht, sollte deshalb unbedingt seine Sehkraft untersuchen lassen. Das gilt auch, wenn sich die Augen veränderten Lichtverhältnissen - etwa beim Betreten eines hellen Raums aus der Dunkelheit oder andersherum - nur sehr schlecht oder gar nicht anpassen. Eine gründliche Untersuchung gibt meist Aufschluss über die Ursachen und die notwendige Behandlung.


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