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Zum Weltfrauentag Dokumentarfilm "Frauen in der Kunst" erstmals im Fernsehen

Als "Malweiber" wurden Künstlerinnen am Ende des 19. Jahrhunderts beschimpft, die Akademien waren ihnen stets verschlossen. Gabriele Münter (1877-1962) gehörte zu den ersten Frauen, die nach langem Ringen als "Künstlerin von Beruf" angesehen wurde. Von diesen starken und unkonventionellen Frauen des vergangenen und des aktuellen Jahrhunderts erzählt die BR-Koproduktion "Frauen in der Kunst", die am 10. März 2021 um 22.45 Uhr im BR Fernsehen zu sehen ist.

Stand: 19.02.2021

Gabriele Münter mit Staffelei und Bild auf einer Brücke. | Bild: BR

Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März ist der Film ab dann vorab in der BR Mediathek zu sehen und nach der Ausstrahlung noch bis 10. Juni 2021 abrufbar.

"Ich war in vieler Augen doch nur eine unnötige Beigabe zu Kandinsky. Dass eine Frau ein ursprüngliches, echtes Talent haben – ein schöpferischer Mensch sein kann, das wird gern vergessen.“ So beschrieb es Gabriele Münter 1926 in ihrem Tagebuch. Lange wurde ihre Kunst der Kunst von Kandinsky untergeordnet.

In "Frauen in die Kunst“ erzählt die Autorin am Beispiel von Künstlerinnen des vergangenen und des aktuellen Jahrhunderts, welche Hürden Frauen in der Kunst zu nehmen hatten und immer noch nehmen müssen, um vom Markt anerkannt zu werden. Dabei blickt sie auf das Leben und Werk von Künstlerinnen wie Carolee Schneemann (Jahrgang 1939), Louise Bourgeois (1911-2010), Isa Genzken (Jahrgang 1948), Phyllida Barlow (Jahrgang 1944) und Sophie Schmidt (Jahrgang 1986). Sie schlägt aber auch einen Bogen und beleuchtet die Geringschätzung von Künstlerinnen durch Museen und den Markt. "Frauen wurde lange Zeit jede Originalität abgesprochen", berichtet Kunsthistorikerin Ingrid Pfeiffer. Ein Phänomen, das auch jenseits des Atlantiks zu beobachten ist.

Louise Bourgeois, die Erschafferin der "cells" (Zellen), einer ab Anfang der 90er Jahre entstandene Installationsserie von architektonischen Räumen und Situationen, berichtet: "Nicht ich ignorierte den Markt – er ignorierte mich." Die Schriftstellerin Siri Hustvedt ("Die gleißende Stadt") hat diese Phänomene lange untersucht.

Das BR Fernsehen zeigt die Langfassung des Films in deutscher Erstausstrahlung mit Interviews von Kunstpionierinnen wie Louise Bourgeois, Schriftstellerin Siri Hustvedt, Susanne Gaensheimer, der ehemaligen Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, und der 2019 verstorbenen Performancekünstlerin Carolee Schneemann.

In 75 Minuten erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer eine subjektive Künstlerinnenauswahl, die flankiert wird von Sammlerinnen, Museumsdirektorinnen, Kunsthändlerinnen und Kuratorinnen.

Infos zum Film

Drehbuch und Regie: Marieke Schroeder
Redaktion: Matthias Leybrand (BR), Carlos Gerstenhauer (BR), Monika Lobkowicz (BR/ARTE)
Produktion: Thali Film (Produzentin: Marieke Schroeder) in Koproduktion mit BR und in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von FFF Bayern


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