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Förderpreis Neues Deutsches Kino "Babai" ist der große Gewinner

Die Preisträger des von der Bavaria Film, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ Bank gestifteten und im Rahmen des FILMFEST MÜNCHEN verliehenen Förderpreises Neues Deutsches Kino stehen fest. Der große Gewinner in diesem Jahr ist der Film "Babai". Visar Morina wird sowohl für die beste Regie als auch das beste Drehbuch ausgezeichnet, seine beiden Hauptdarsteller Val Maloku und Astrit Kabashi erhalten den Preis als beste Schauspieler. Die beiden Produzenten Sonja Ewers und Steve Hudson erhalten den Förderpreis Neues Deutsches Kino für "Happy Hour".

Published at: 3-7-2015

Szene aus "Babai" | Bild: Filmfest München

Der mit insgesamt 70.000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino wurde am Freitagabend, 3. Juli 2015, in der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) verliehen. Die von Bavaria Film, Bayerischer Rundfunk und DZ Bank gestiftete Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Nachwuchspreisen in Deutschland.

Förderpreis Neues Deutsches Kino
REGIE (30.000 Euro) und DREHBUCH (10.000 Euro): Visar Morina für "Babai"
SCHAUSPIEL (10.000 Euro): Val Maloku und Astrit Kabashi für "Babai"

Den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Regie und Drehbuch erhielt Visar Morina für seinen Film "Babai". Der in Pristina, Kosovo, geborene Filmemacher hat an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. "Babai" ist sein erster Langfilm. Die beiden Hauptdarsteller aus "Babai", Val Maloku als Sohn und Astrit Kabashi als sein Vater, erhalten den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Schauspiel und sind in ihren ersten Kinorollen zu sehen.

Jurybegründungen:

"Keine Lügen. Keine Posen. Nicht ein Moment der Selbstverliebtheit. Nicht ein falscher Ton. Der Film treibt einem die Tränen in die Augen - Wuttränen, Tränen der Ohnmacht und der Trauer - und wirft den Zuschauer dann doch voll von Hoffnung und noch viel größerer Kraft und vor allem Verantwortung zurück ins Leben. Verantwortung für unser Leben. Das Leben. Das Leben, das wir Menschen führen. Zusammen. „Babai“ ist ein Meisterwerk von einem jungen Meister, vor dem wir uns tief verneigen.
(…)
Wie der Sohn, wie ein kleiner Erwachsener, seinen Vater damit konfrontiert, dass er ihn verlassen, verraten hat, weil er ohne ihn nach Deutschland geflohen ist, einfach „abgehauen”, wird unvergesslich bleiben. Der Vater wiederum ist immer wieder im Konflikt mit seinem verständlichen Wunsch nach einer neuen Chance im Leben und seinen Gefühlen dem Sohn gegenüber, der ihn zwingt Verantwortung zu übernehmen und seine Rolle als Vater zu erfüllen. Die beiden sind in ihrem Zusammenspiel so selbstverständlich und aufrichtig als hätten sie die Geschichte tatsächlich erlebt."

(Begründung der Jury)

Zum Inhalt:
Der 10-jährige Nori (Val Maloku) und sein Vater Gesim (Astrit Kabashi) verkaufen zusammen Zigaretten auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 90er-Jahre. Auf Noris Mutter möchte Gesim nicht angesprochen werden. Der Vergangenheit zu entfliehen gehört zur Stärke des Vaters. Nun will er dem Kosovo entfliehen, ohne Nori. Doch der Sohn stellt sich quer und versucht mit allen Mitteln ihn davon abzuhalten. Es kommt zu einem Unfall. Der entsetzte Vater bringt  seinen Sohn ins Krankenhaus. Als Nori entlassen wird, ist sein Vater heimlich gegangen. Voller Wut und Entschlossenheit folgt er ihm auf diese gefährliche Reise und findet tatsächlich seinen Vater in Deutschland wieder. Mit kindlicher Konsequenz konfrontiert er ihn mit seiner Tat, die er ihm nicht verzeihen kann.

"Babai" ist eine Produktion von NiKo Film, Krusha Produksioni (KO), Skopje Film Studio (MK), Eaux Vives Productions (FR) in Koproduktion mit WDR und ARTE, gefördert von Film- und Medienstiftung NRW, FFA und Nordmedia.

Förderpreis Neues Deutsches Kino PRODUKTION (20.000 Euro):
Sonja Ewers und Steve Hudson für "Happy Hour"

Jurybegründung:

"Eine warmherzige Konstellation von engen Ü40Freunden auf ihrem gemeinsamen Selbstfindungsstrip nach Irland. Die wilde irische Landschaft, ihre Lieder und Getränke, vor allem aber die herzerfrischenden, natürlich zupackenden Irish women lockern und führen sie aus ihren verkrampften Denk- und Lebensmustern. Diese lebenskluge und eben dadurch so witzige Komödie besticht durch ein klasse Drehbuch, durch flottes Timing, famosen Spielwitz, Charme und durch eine wundervolle Kamera. Eine durch und durch gelungene Low-Budget-Produktion mit einem hohem Potential, mit ihren grandiosen Darstellern auf viele Gleichgesinnte Paare an der Kinokasse zu treffen."

(Begründung der Jury)

Zum Inhalt:
HC (Alexander Hörbe) wurde von seiner Frau verlassen. Er ist am Boden zerstört, Mitte 40, und hat nichts außer ein paar Pfunde zu viel und seine Jugendfreunde Wolfgang (Simon Licht) und Nic (Mehdi Nebbou). Wolfgang, der Tiefenpsychologe, hat die Lösung: HC muss lernen, nein zu sagen! Und soll ja sagen, ja zum Kurzurlaub mit den Kumpels nach Irland. Im Winter! In der Fremde lässt Regisseur Frank Müller das Bild des deutschen Mannes herrlich weiter zerbröckeln, mit Fremdschämgarantie. Aber vielleicht lernen die drei alten Jungs ja auch was…

"Happy Hour" ist eine Produktion von Gringo Films (Sonja Ewers, Steve Hudson) und Samson Films in Koproduktion mit WDR und ARTE, gefördert von FFA, Film- und Medienstiftung NRW, Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film.

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino zählt zu den höchstdotierten Nachwuchspreisen in Deutschland. Im Wettbewerb stehen die Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler, deren Filme in der Reihe Neues Deutsches Kino beim FILMFEST MÜNCHEN zu sehen sind und bei denen es sich um den ersten, zweiten oder dritten langen Kinospielfilm der Künstler handelt. Für Produzenten darf es maximal der sechste Film sein. In diesem Jahr waren 10 Regisseurinnen und Regisseure, 14 Drehbuchautorinnen und -autoren, 15 Schauspielerinnen und Schauspieler sowie 21 Produzentinnen und Produzenten mit insgesamt 12 Spielfilmen im Rennen um den Förderpreis Neues Deutsches Kino. Die unabhängige Jury bestand dieses Jahr aus dem Produzenten Peter Rommel, dem Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten Sebastian Schipper und der Schauspielerin Johanna Wokalek.  (schon im 1. Absatz.)

Berichterstattung im Bayerischen Fernsehen

"Kino Kino", das Filmmagazin im Bayerischen Fernsehen, berichtet am Sonntag, den 5. Juli 2015, in "Kino Kino Extra: Das Beste vom Filmfest München" vom 33. Filmfest München und zieht Bilanz von Deutschlands größtem Sommerfestival. Dabei stellt "Kino Kino" nicht nur die filmischen Höhepunkte des Filmfests vor, sondern berichtet auch von der Preisverleihung des Förderpreises Neues Deutsches Kino und stellt die Gewinnerfilme vor. Um 18 Uhr in 3sat und um 22.10 Uhr im Bayerischen Fernsehen.


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