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Drei aus 43: IHK-Gründerpreis für innovative Start-ups

Ladespulen in der Straße für E-Autos, Software für nachhaltigere Produktion von Kleidung und eine virtuelle Telefonassistenz – das sind die Ideen dreier mittelfränkischer Start-Ups, die in diesem Jahr mit dem IHK-Gründerpreis ausgezeichnet wurden.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Im Nürnberger "Haus der Wirtschaft" sind die mittelfränkischen IHK-Gründerpreise 2024 verliehen worden. Drei von 43 teilnehmenden Jungunternehmen haben die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung in diesem Jahr erobert: ein Software-Unternehmen für eine nachhaltigere Modebranche, ein Start-Up, das Produktionstechnik für Ladespulen in Fahrbahnen herstellt, und eine Plattform für virtuelle Telefonassistenz.

Armin Zitzmann, Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, sagte bei der Preisverleihung: "Die Gewinner unseres IHK-Gründerpreises 2024 sind auch ein leuchtendes Beispiel dafür, dass mit Innovationsgeist, Engagement und der richtigen Unterstützung großartige Dinge erreicht werden können."

Per Software: Nachfrage regelt Neuproduktion von Kleidung

Die Futurity GmbH aus Fürth will die Modebranche nachhaltiger machen. Mit ihrer Software soll Kleidung nicht mehr im Überfluss produziert werden, sondern nur noch "on demand". Das heißt, die Kleidung wird zunächst nur detailgetreu virtuell präsentiert und erst, wenn eine bestimmte Menge wirklich bestellt worden ist, wird sie auch tatsächlich produziert.

Laden im Fahren: in Straßen verlegte Ladespulen

Seamless Energy Technologies aus Nürnberg stellt die Produktionstechnik für Ladespulen her, die in Straßen verlegt werden sollen. Künftig können Elektroautos so während der Fahrt aufgeladen werden. Das würde den Fahrerinnen und Fahrern enorm viel Zeit sparen und die Reichweite der E-Autos verlängern. Eine Teststrecke soll bis 2025 auf der A6 bei Sulzbach-Rosenberg entstehen.

Digitaler Telefonassistent soll Fachkräftemangel abfedern

Sie wollen eine Termin im Einwohnermeldeamt oder beim Zahnarzt vereinbaren und hängen ewig am Telefon oder müssen online ein Zeitfenster buchen: das geht - wenn man Zeit hat. Die meisten haben die aber nicht, und wollen dennoch schnell ihr Anliegen loswerden. Zudem spart es dem Personal viel Zeit, denn statt am Telefon zu sitzen, kann es sich anderen Arbeiten widmen. Die Nürnberger Vitas GmbH bietet jetzt den Service eines intelligenten Anrufbeantworters an. Sie betreibt eine Plattform für digitale Telefonassistenten.

"Unser Fokus liegt in der Gesundheitsbranche, aber auch im öffentlichen Sektor. Das sind zwei Branchen, die sich da sehr ähneln, wenig Leute, viel Fachkräftemangel, aber auch eine hohe Datenschutzsensibilität", sagt Tobias Bäumler von der Vitas GmbH. Das Nürnberger Unternehmen hat keinen Zugriff auf die Daten seiner Kunden – ein gravierender Unterschied etwa zu den amerikanische KI-Anbietern. Vor fünf Jahren wurde das Projekt aus der Taufe gehoben, mittlerweile gibt es 29 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie wollen die Technologie made in Germany auch Werkstätten, Energieversorgern oder Callcentern anbieten.

Innovative Geschäftsideen schaffen Arbeitsplätze

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hatte den IHK-Gründerpreis 1996 im Zuge ihrer "Existenzgründungsoffensive" ins Leben gerufen. So sollten innovative Ideen in die Region gebracht und gehalten werden. Im Laufe der Jahre hat sich seither ein Netzwerk gebildet, das diese Unternehmen unterstützt und fördert, etwa durch finanzielle Möglichkeiten. "In 28 Wettbewerbsjahren hatten sich 1.010 Unternehmen um den IHK-Gründerpreis Mittelfranken beworben. Sie haben innerhalb der ersten Jahre nach ihrer Gründung rund 14.500 Arbeitsplätze und rund 590 Ausbildungsstellen geschaffen", heißt es in der Mitteilung der IHK Mittelfranken.

Für den Wettbewerb in diesem Jahr hatten 43 junge Unternehmen, deren Gründung nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt, ihre Geschäftskonzepte eingereicht. Sie haben bislang 289 Arbeitsplätze und vier Ausbildungsplätze geschaffen.

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