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WM-Stresstest: Nationalmannschaft startet ins Trainingslager

Wird Manuel Neuer rechtzeitig fit für die Fußball-Weltmeisterschaft? Die Gesundheit des FC-Bayern-Torwarts ist nur eine der drängenden Fragen, die Bundestrainer Joachim Löw beim Trainingslager in Eppan/Südtirol klären muss.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Bereits zum vierten Mal bestreitet das Team die entscheidende Phase vor einem WM-Turnier in Südtirol. Im Trainingslager muss der 58-jährige Löw einige Baustellen bearbeiten - und zentrale Personalentscheidungen treffen. 27 Spieler hat er dabei, nur 23 dürfen am Ende mit zur Weltmeisterschaft (14. Juni bis 15. Juli) nach Russland.

Wie ist das Programm?

Das Trainingslager dauert bis zum 7. Juni, es soll zwei Mal am Tag trainiert werden. Am 2. Juni steht ein Test-Länderspiel in Klagenfurt gegen Österreich an, am 4. Juni muss Löw den endgültigen 23-Mann-WM-Kader an den Fußball-Weltverband FIFA melden.

Wer ist dabei, wer fehlt noch?

Sieben der 27 Spieler müssen erst am Freitag (25.05.2018) nach SüdtriWol reisen, darunter Mats Hummels und Thomas Müller vom FC Bayern und Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona. Sie sollen sich noch von den letzten Saisonspielen erholen. Löws Ziel in Südtirol: Er will einen Kader formen, der ein "stimmiges Gesamtbild" liefert, er will vor allem Zusammenhalt sehen: "Die Mannschaft muss auch außerhalb des Platzes funktionieren."

Wer sind die Streichkandidaten im vorläufigen Kader?

Drei Feldspieler und einen Torwart muss Joachim Löw noch nach Hause schicken. Wenn Weltmeister Jérôme Boateng seine Oberschenkelverletzung rechtzeitig auskurieren kann, wird vermutlich ein Innenverteidiger weichen, möglicherweise der Leverkusener Jonathan Tah. Offen ist auch, mit wievielen Stürmern Löw nach Russland reisen will. Mario Gomez, Timo Werner und Nils Petersen sind in Eppan dabei, Petersen wäre - als einziger Akteur ohne Länderspiel - vermutlich ein weiterer Streichkandidat. Und dann gibt's ja noch die Torwartfrage. Falls Manuel Neuer rechtzeitig fit wird, müssen wohl Bernd Leno oder Kevin Trapp ihren Platz im WM-Kader räumen.

Wie ist der Plan mit Manuel Neuer?

Wie vor vier Jahren ist der Kapitän die große Unbekannte. Plagten den Torwart 2014 Schulterbeschwerden, schaut die Fußball-Nation diesmal gebannt auf die Genesung des Mittelfußbruchs. Der 32-Jährige hat seit September 2017 kein Spiel bestritten, das letzte Länderspiel liegt sogar über eineinhalb Jahre zurück. Bundestrainer Löw gab aber zu Protokoll, dass der Bruch "vollständig verheilt" sei und holte ihn in den vorläufigen Kader, um sich gemeinsam mit Torwartcoach Andreas Köpke "selbst ein Bild machen" zu können. Es gibt jedoch eine wesentliche Bedingung für Neuers mögliche WM-Teilnahme: Er soll in einem Spiel getestet werden, denn "ohne Spielpraxis kann jemand nicht ins Turnier gehen."

Warum kommt auch die deutsche U20-Auswahl nach Südtirol?

Ursprünglich wurde vermutet, dass wegen Neuer auch die deutsche U20-Auswahl nach Südtirol reist für zwei Testspiele gegen Löws Team. Eine spezielle Neuer-Maßnahme ist das aber nicht, die U20 war auch in früheren Trainingslagern schon Testspielgegner - weil sie in Sachen Spielweise die WM-Gruppengegner Mexiko, Schweden und Südkorea imitieren soll. Früher testete die Nationalelf gegen Amateurteams aus der Region. Die Gegner waren aber oft übermotiviert, die Verletzungsgefahr groß. Noch ein Argument für die U20: Löw kann die Spiele im Geheimen abhalten, unbeobachtet von den WM-Gegnern.

Wie ist der Zeitplan nach dem Trainingslager?

Am 8. Juni spielt die Nationalmannschaft in Leverkusen die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien, danach haben die Spieler noch einige Tage frei. Am 12. Juni fliegt der gesamte DFB-Tross dann von Frankfurt am Main nach Moskau und bezieht etwas außerhalb das Basisquartier in Vatutinki, einem Moskauer Vorort. Am 17. Juni startet Titelverteidiger Deutschland in Moskau ins WM-Turnier gegen Mexiko.