NSU-Prozess

Die Anklage. Die Opfer. Der rechte Terror.

Tim Aßmann | Bild: BR/Tim Aßmann zum Artikel 438. Verhandlungstag, 11.7.2018 Ein Urteil, aber keine vollständige Aufklärung

Lebenslange Haft: Der Schuldspruch gegen Beate Zschäpe im NSU-Prozess ist die logische Konsequenz aus der akribischen Beweisaufnahme des Münchner Oberlandesgerichts. Dennoch bleiben viele offene Fragen. Von Tim Aßmann [mehr]

Hände und eine Computer-Tastatur (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Reportertagebuch, 437. Tag, 3.7.18 Wie glaubwürdig war Beate Zschäpe heute?

Das war die Frage, die dem Gerichtsreporter an diesem Tag, an dem die Angeklagten im NSU-Prozess ihre Schlussworte gesprochen haben, wohl am häufigsten gestellt worden ist. Thies Marsen [mehr]

Beate Zschäpe | Bild: Reuters (RNSP) zum Artikel Tageszusammenfassung, 437. Tag, 3.7.18 Zschäpe distanziert sich in Schlusswort von rechter Szene

Im NSU-Prozess hat die Hauptangeklagte Beate Zschäpe in ihrem Schlusswort erklärt, dass für sie heute "rechtes Gedankengut" keine Rolle mehr spiele. Das Urteil in dem Mammutprozess soll am 11. Juli fallen. Von Ernst Eisenbichler [mehr]

Der NSU-Prozess Die Anklage. Die Opfer. Der rechte Terror.

Stand: 11.07.2018

Zehn Morde, zwei Bombenanschläge, 15 Raubüberfälle - das Oberlandesgericht München hat dafür am 11. Juli 2018 die Strafen für Beate Zschäpe und vier andere Angeklagte verhängt. Juristisch sind die blutigen Verbrechen des NSU ("Nationalsozialistischer Untergrund") damit zunächst aufgearbeitet. Aber je länger der Prozess dauerte, umso beklemmender wurden die Einblicke in deutsche Abgründe der Nachwendezeit. Es ging auch um das Versagen der Ermittler, um mögliche Helfershelfer der braunen Szene, um die Frage, wie möglich war, was lange für unmöglich gehalten wurde: mörderischer Rechtsterrorismus, mitten in Deutschland, über Jahre unerkannt. Wir haben den Prozess, der Geschichte geschrieben hat, dokumentiert.

NSU-Prozess: Dokumentation

Die Angeklagte Beate Zschäpe betritt zum Prozessauftakt am 06.05.2013 den Gerichtssaal in München | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Zweieinhalb Jahre NSU-Prozess Über 100 Verhandlungstage im Überblick - eine Auswahl

Am 6. Mai 2013 hat der NSU-Prozess begonnen. Was genau ist seither geschehen? Ein Überblick über ausgewählte Verhandlungstage und deren Zeugenaussagen - jeweils mit Saalprotokoll, Reportertagebuch und Tageszusammenfassung. [mehr]

NSU Prozess Gerichtsprotokoll | Bild: BR zur Übersicht Aus dem Gerichtssaal A 101 Die NSU-Protokolle

Oberlandesgericht München: Saal 101. Das Protokoll des NSU-Prozesses, mitgeschrieben von den BR/ARD-Reportern. Was die Zeugen sagen, die Angehörigen, die Überlebenden, die Angeklagten. Mit einer Ausnahme: Beate Zschäpe schweigt. [mehr]

Symbolbild: Fernsehkamera und Mikrofon im Prozesssahl | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zur Übersicht Terrorzelle NSU NSU-Prozess: die Dokumentation

Wir dokumentieren die Ereignisse rund um das Terrortrio. Im Bayerischen Fernsehen. In der ARD. Im Radio, deutschlandweit. Hier finden Sie das Wichtigste zum Nachhören, Nachschauen. [mehr]

NSU-Prozess: Hintergrund

Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt im Gerichtssaal im Oberlandesgericht zwischen ihren Anwälten Hermann Borchert (l) und Mathias Grasel (r). | Bild: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel zum Artikel NSU-Prozess Das Urteil - und wie es weitergeht

Die Urteile im NSU-Prozess sind gefallen, die Hauptangeklagte Beate Zschäpe muss lebenslang hinter Gitter, die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt. Während Zschäpes Verteidiger Revision beantragen wollen, sind viele Nebenkläger vor allem mit den Urteilen gegen die Mitangeklagten nicht zufrieden. Von Lisa Weiß [mehr]

 Ismail Yozgat, Vater des NSU-Opfers Halit | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zur Übersicht NSU-Prozess Die Opfer

Zehn Menschen wurden kaltblütig erschossen, bei zwei Bombenanschlägen gab es über zwanzig zum Teil schwer Verletzte. Jahrelang waren die meist türkischstämmigen Opferfamilien falschen Verdächtigungen durch die Polizei ausgesetzt. Von Ina Krauß [mehr]

 Der Angeklagte Carsten S., der die Tatwaffe "Ceska 83" verkauft haben soll | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zur Übersicht NSU-Prozess Das braune Netz

Fünf NSU-Morde wurden in Nürnberg und München verübt. Konnte er seine Taten ohne lokale Unterstützer verüben? Auch wenn die Anklage im NSU-Prozess kein braunes Netzwerk erkennen will, vielfältige Verbindungen nach Bayern gab es. Von Ernst Eisenbichler [mehr]

Die angeklagte Beate Zschäpe | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zur Übersicht NSU-Prozess Die Anklage

Zehnfacher Mord, versuchter Mord, schwere Brandstiftung. Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte. Ex-NPD-Kader Wohlleben soll bei der Waffenbeschaffung geholfen haben. Außerdem angeklagt: drei weitere mutmaßliche NSU-Unterstützer. Von Tim Aßmann [mehr]

Die mutmaßlichen Mitglieder der NSU, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt, aufgenommen vermutlich 2004 | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zur Übersicht NSU-Prozess Die NSU-Terrorzelle

Die Neonazis Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe waren, was Ermittler lange für unmöglich hielten: Eine rechtsextreme Terrorzelle - der "Nationalsozialistische Untergrund". Nur diese Drei? Rund um die Zelle gibt es noch Fragezeichen. Von Tim Aßmann [mehr]

Symbolbild: geschredderte Akten | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR zur Übersicht NSU-Prozess Das Staatsversagen

Bei der Aufklärung der Bombenanschläge und der zehn Morde versteiften sich die Ermittler auf ihre These der organisierten Kriminalität. Der Verfassungsschutz unterschätzte die Gefahr des Rechtsterrorismus. Der Staat hat versagt. [mehr]