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Bayerns Baumoderne auf der Spur

Von: Michael Kubitza

Stand: 16.01.2019 | Archiv

Bauhaus-Illustration | Bild: BR

Wer nach "Bauhaus" und "Bayern" googelt, findet viele Heimwerkermärkte, eine Diskothek und einen Think Tank der Luffahrtindustrie. Architektur? Fehlanzeige.

Nicht nur die Baumoderne hat um Bayern lange einen Bogen gemacht. 1919 wird in Weimar das Bauhaus gegründet - und in Bayern die Revolution niedergeschlagen. Fortan versteht sich, was eben erst "Freistaat" wurde, als katholisch-konservatives Agrarland, dessen Hauptstadt das "tümliche" Gegenmodell zur Metropole Berlin abgeben soll. Hochhäuser und Flachdächer gelten der Mehrheit als Fremdkörper, ab 1933 als "entartet".

Lange nach der NS-Zeit setzt sich die Architekturmoderne auch in Bayern auf breiter Front durch. Und zeitigt, wie im Fall der Olympiabauten, noch einige schöne Ergebnisse.

Auf Spurensuche

Die biografischen Linien zwischen Bauhaus und Bayern beschränken sich auf Fußnoten: dass Kandinsky und Klee, bevor sie als Lehrer ans Bauhaus gingen, in Murnau und München malten; dass Gerhard Marcks, von 1920 bis 1925 Leiter der Weimarer Töpferschule, auf dem damals noch von Künstlern bewohnten Obersalzberg zum Bewunderer oberbayerischer Volkskunst wurde. 

Der Plärrer-Automat: 1977 musste die Kombi aus Kiosk und Wartseaal dem U-Bahn-Bau weichen

Ganz ohne Echo verhallte der Donnerschlag des Bauhaus auch im Zwischenkriegs-Bayern nicht: In München hält die Moderne mit Robert Vorhoelzers Postbauten Einzug. In Nürnberg atmet der Plärrer einen Hauch von Potsdamer Platz. In Würzburg baut Peter Feile beinahe Bayerns erstes Flachdach. Nach 1949 setzt Sep Ruf stellvertretend für eine neue Architektengeneration Akzente. Und dann ist da noch eine folgenreiche Dienstreise von "Mr. Bauhaus" Walter Gropius ins ostbayerische Hinterland ...

Illustration mit Schriftzug München, Nürnberg, Augsburg | Bild: BR zum Artikel Bauhaus & Co. in Bayern Kulturkampf und Wohnungsnot

Sieben Leute in zwei Zimmern - im Münchnen der 20er-Jahre keine Seltenheit. Gebaut wird trotzdem wenig, und wenn, dann wie in der guten alten Zeit. Nürnberg und Augsburg sind schon weiter. [mehr]

Illustration mit Schriftzug Vorhoelzer | Bild: BR zum Artikel Bauhaus & Co. in Bayern Robert Vorhoelzer - Post-Moderne in München

In Bayern beginnt die "Post-Moderne" mit den 20er-Jahren: Damals beschließt das Staatsunternehmen mit dem Posthorn im Logo, seiner Zeit auch architektonisch vorauszueilen. [mehr]

Illustration mit Schriftzug Feile | Bild: BR zum Artikel Bauhaus & Co. in Bayern Peter Feile - Der Kampf ums Dach

Wenn 10.000 Neugierige zur Besichtigung eines Rohbaus kommen, muss etwas Besonderes entstehen. In diesem Fall: Der Musterbau eines Architekten, der um 1930 Würzburg spaltet und beinahe das erste Flachdach Bayerns gebaut hätte. [mehr]

Illustration mit Schriftzug Ruf | Bild: BR zum Artikel Bauhaus & Co. in Bayern Sep Ruf - Die neue Leichtigkeit des Bauens

Sinn für Markenzeichen hat Franz Joseph Ruf schon früh: Sep mit einem P nennt er sich - das klingt bodenständig, sieht aber schlank und eigen aus. Zwischen diesen Polen bewegt sich Ruf: Tradierte Form und Neues, Lichtes, Leichtes. [mehr]

Illustration mit Schriftzug Gropius | Bild: BR zum Artikel Bauhaus & Co. in Bayern Walter Gropius - Unruhestand in Bayern

Gropius - der Name lässt an Weimar denken, an Berlin, New York und Selb. Hier entwirft der Bauhausgründer dem Porzellankönig Rosenthal in den 60er-Jahren eine - durchaus funktionale - Traumfabrik samt Flamingogarten und Teegeschirr. [mehr]


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