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TV-Hersteller Loewe bekommt nach Umsatzeinbruch neuen Chef

Der Unterhaltungselektronikhersteller Loewe bekommt einen neuen Vorstand. Nach nur zwei Jahren Amtszeit muss Oliver Seidl seinen Platz für Matthias Harsch räumen. Im abgelaufenen Quartal brach der Umsatz um 30 Prozent ein.

Stand: 07.11.2012 | Archiv

TV-Produktion bei Loewe in Kronach | Bild: picture-alliance/dpa

Harsch soll seinen Posten spätestens zum 1. März 2013 antreten. Er war bislang Geschäftsführer des Waagen-Herstellers "Bizerba". Der zukünftige Chef sei in "weltweitem Vertrieb und Marketing" erfahren und kenne sich in "globalen Wachstums- und Ertragssteigerungsprogrammen“ wie auch im China-Geschäft aus, sagte Aufsichtsratschef Rainer Hecker. Der bisherige Loewe-Chef Oliver Seidl wechselt einem Zeitungsbericht zufolge zur Unternehmensgruppe Media-Saturn. Sie handelt mit Massenprodukten der Unterhaltungselektronik.

7,7 Millionen Euro Verlust

Oliver Seidl

Kurz nachdem der Wechsel in der Unternehmensspitze verkündet worden war, gab Loewe die Zahlen für das abgelaufene Quartal bekannt: 30 Prozent Umsatzeinbruch gegenüber dem 3. Quartal 2011 und ein Verlust von 7,7 Millionen Euro. Das Minus ist damit fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Nun hofft das Unternehmen auf ein kräftiges Weihnachtsgeschäft.

Großaktionär von Insolvenz bedroht

Die Marktbedingungen sind angesichts des aktuellen Konjunkturrückgangs allerdigns nicht gerade günstig. Dazu kommt, dass der Loewe-Anteilseigner Sharp in Japan derzeit ums nackte Überleben kämpft. Sharp ist zu 30 Prozent am oberfränkischen Fernsehgerätehersteller beteiligt. Die Sorge unter den rund 1.000 Mitarbeitern ist groß.

Qualitätsfernseher und Audio-Systeme

Loewe setzt weiterhin auf hochpreisige Qualitäts-Fernseher mit Designanspruch. Zwei neue Produktlinien, die auf der vergangenen Internationalen Funkausstellung in Berlin große Beachtung fanden, sollen das Geschäft wieder ankurbeln. Auch im Bereich moderner IT-Audioeinheiten will Loewe zulegen.

Seit zwei Jahren in der Verlustzone

Schuld an der negativen Entwicklung ist nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Eurokrise. Sie habe das Geschäft in weiten Teilen Europas belastet. Auch der deutsche Markt entwickelte sich nicht zufriedenstellend für Loewe. Der Fernsehgerätehersteller steckt seit zwei Jahren in der Verlustzone. Seit vergangenem Jahr müssen 200 der 1.000 Mitarbeiter – mit einer Unterbrechung im Frühjahr – kurzarbeiten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Vielversprechender Start ins Jahr

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg gibt es zwei weitere Gründe für das schlechte Geschäft im dritten Quartal: Wegen dem Ende des analogen Satellitenfernsehens im April und die Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli kauften viele Menschen in den ersten Monaten des Jahres TV-Geräte. Für Loewe fing das Jahr auch vielversprechend an: Im ersten Halbjahr 2012 hatte das Unternehmen den Umsatz um sechs Prozent gesteigert und den Verlust im Vergleich zum dem Vorjahr von 7,8 Millionen auf 2,2 Millionen Euro verringert.


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DUE, Donnerstag, 20.Juni 2013, 10:36 Uhr

3. Mentalitätsfrage

Solange hier in Deutschland noch die Geiz-ist geil-Mentalität herrscht, hat ein Premiumhersteller wie Loewe schlechte Chancen, wenn überhaupt. Erst wenn hier eine Monokultur von "chinesisch-taiwanesischen-koreanischen-sonstwie-Flachmännern" herrscht, kommt das große Jammern! Kaufen Leute, kaufen! Das hilft!

Karl, Donnerstag, 08.November 2012, 09:21 Uhr

2. Loewe

Kenne Loewe schon seit meiner Lehrzeit (1975 Fernsehtechniker,heute Fachhändler) Die Geräte waren immer klasse nur die Führung war immer eine Katastrophe .Länger als 3 Jahre lief da nichts glatt .Bei Loewe waren schon viele namhafte Firmen beteiligt (Philips-Panasonic) und jetzt Sharp.
Die müssen das Führungssystem ändern sonst werden sie es nicht schaffen auf den Markt zu bestehen .
Bei Loewe liegt es nicht am Produkt sondern in der Führungsetage.

Lauck, Mittwoch, 07.November 2012, 13:23 Uhr

1. Loewe, hier Umsatzeinbruch und Chefwechsel

Wenn es Loewe erwischen würde, fände ich das sehr schade, denn die Geräte sind von hervorragender Qualität. Ich war mit meinem ersten Gerät sehr zufrieden, musste es aber wegen der Analogabschaltung, die auch das Kabel auf kurz oder lang treffen wird, gegen ein neues eintauschen. Der Vorgänger war ein Röhrenfernseher, der Nachfolger ist ein "Flachmann".