Franken - Kultur


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Julius Echter von Mespelbrunn Die wichtigsten Stationen seines Lebens

Julius Echter hat von 1545 bis 1617 gelebt. Er war von 1573 bis 1617 Fürstbischof von Würzburg, führte in Franken die Gegenreformation durch und gründete die Universität Würzburg sowie ein Kranken- und Waisenhaus. Unter seiner Herrschaft wurden Hexen verfolgt.

Published at: 30-4-2013

  • 1545
    Wasserschloss Mespelbrunn | Bild: picture-alliance/dpa

    Das Wasserschloss Mespelbrunn

    1545

    Geburt in Mespelbrunn

    Julius Echter kommt am 18. März 1545 in Mespelbrunn (Lkr. Aschaffenburg) zur Welt. Er ist das zweite von neun Kindern. Seine Eltern sind Peter Echter, ein Beamter im Dienst des Mainzer Kurfürsten, und Gertraud Echter aus dem Geschlecht der Grafen von Adolzheim, einer alten fränkisch-schwäbischen Adelsfamilie. Die Eltern waren tief gläubige Katholiken.

  • 1554
    Außenansicht der Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg | Bild: picture-alliance/dpa

    Die Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg

    1554

    Einschulung in Aschaffenburg

    Im Alter von neun Jahren besucht Julius Echter ab November 1554 das Kollegialstift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Ermöglicht wird seine Ausbildung durch eine Pfründe, die ihm regelmäßige Einkünfte ermöglicht und sein Auskommen sichert.

  • 1557
    Kiliansdom in Würzburg | Bild: picture-alliance/dpa

    Der Würzburger Kiliansdom

    1557

    Von Aschaffenburg nach Würzburg

    Im Dezember 1557 wechselt Julius Echter als Zwölfjähriger zur Ausbildung an das Würzburger Domstift, wo er ebenfalls eine Pfründe erhält.

  • 1559
    Der Dom von Mainz  | Bild: picture-alliance/dpa

    Der Mainzer Dom

    1559

    Von Würzburg nach Mainz

    Im Mai 1559 tritt Julius Echter in das Mainzer Domstift ein. Er ist zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt.

  • 1559
    Passanten gehen am Kölner Dom vorbei | Bild: picture-alliance/dpa/Oliver Berg

    Der Kölner Dom

    1559

    Von Mainz nach Köln

    Julius Echter geht mit seinem älteren Bruder Adolf im Herbst des Jahres 1559 nach Köln. Dort besuchen sie die Jesuitenschule.

  • 1561
    Rathaus der belgischen Stadt Leuven (Löwen) | Bild: picture-alliance/dpa

    Rathaus von Löwen (Leuven)

    1561

    Zum Studieren nach Flandern

    Zum Studieren gehen Julius Echter und sein jüngerer Bruder Sebastian im Sommer 1561 in die spanischen Niederlande. Sie schreiben sich in Flandern an der Universität von Löwen (Leuven) ein. Die Hochschule gilt zu dieser Zeit als Hochburg des Katholizismus. Julius Echter ist sechzehn Jahre alt. Schwerpunktmäßig studiert er Jura.

  • 1563
    alte Bücher | Bild: picture-alliance/dpa

    Historische Bücher

    1563

    Von Löwen nach Douai

    Die Echter-Brüder studieren ab September 1563 an der neugegründeten Universität von Douai. Die Hochschule ist in Flandern als Bollwerk für die katholische Religion gegründet worden. Julius Echter ist achtzehn Jahre alt.

  • 1566
    Der Pariser Louvre | Bild: picture-alliance/dpa

    Der Louvre in Paris, das ehemalige Königsschloss

    1566

    Flucht wegen politischer Unruhen

    Wegen der Unruhen aufgrund des niederländischen Unabhängigkeitskampfes verlassen Sebastian und Julius Echter im Frühling 1566 Duai und reisen nach Paris.

  • 1566
    Die Wehrtürme der mittelalterlichen Festung in Angers  | Bild: picture-alliance/dpa

    Die Wehrtürme der mittelalterlichen Festung in Angers

    1566

    Von Paris nach Angers

    Im September 1566 wechseln die Echter-Brüder von der Pariser Universität an die Hochschule von Angers. Ausschlaggebend sind die Unruhen zwischen Hugenotten und Katholiken. In Paris ist den Hugenotten die freie Religionsausübung untersagt.

  • 1567
    Stadtansicht von Pavia | Bild: picture-alliance/dpa

    Stadtansicht von Pavia

    1567

    Flucht aus Frankreich

    Wegen der Unruhen zwischen Hugenotten und Katholiken in Frankreich verlassen Sebastian und Julius Echter im September 1567 Frankreich und gehen nach Italien. Sie schreiben sich an der Hochschule von Pavia ein.

  • 1569
    Das Colosseum in Rom | Bild: picture-alliance/dpa

    Das Colosseum in Rom

    1569

    Abschluss des Studiums

    Julius Echter beendet sein Studium in Rom.

  • 1569
    Der Würzburger Kiliansdom | Bild: picture-alliance/dpa

    Der Würzburger Kiliandom

    1569

    Aufnahme ins Würzburger Domkapitel

    Am 15. Oktober 1569 wird Julius Echter Mitglied des Würzburger Domkapitels, nachdem er seine universitären Zeugnisse eingereicht hat.

  • 1570
    Schiefertafel | Bild: colourbox.com

    Historische Schiefertafel

    1570

    Erste Karriere-Station: Domscholaster

    Am 22. April 1570 wird Julius Echter vom Würzburger Domkapitel zum Domschloaster – Domschlumeister – gewählt.

  • 1570
    Historische Buchführung | Bild: colourbox.com

    Registraturbuch mit Feder und Tintenfass

    1570

    Zweite Karriere-Station: Domdechant

    Im August 1570 wird Julius Echter zum Domdechant – Geschäftsführer des Domkapitels – gewählt. Der Posten ist wegen der geringen Bezahlung, der kostenintensiven Repräsentationsaufgaben und der schlechten Arbeitsmoral der Mitarbeiter nicht besonders beliebt.

  • 1573
    Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn | Bild: Diözesanarchiv Würzburg (DAW)

    Gemälde von Julius Echter

    1573

    Dritte Karriere-Station: Fürstbischof

    Das Würzburger Domkapitel wählt einen Nachfolger für den verstorbenen Fürstbischof Friedrich von Wirsberg (16.09.1507 – 12.11.1573). Elf von 21 Stimmen entfallen auf Julius Echter. Seine Wahl lässt sich durch sein Ansehen erklären, dass er sich in den vergangenen vier Jahren bei den Mitkapitularen erworben hatte. Die Mitglieder des Domkapitels schätzen Echter als pflichtbewussten und sorgfältigen Kirchenmann. Echter hat den Ruf eines frommen, sittenstrengen und linientreuen Katholiken. Am 4. Dezember tritt Echter sein Amt an.

  • 1574
    Historische Buchführung | Bild: colourbox.com

    Historische Buchführung

    1574

    Neuausrichtung der Verwaltung

    Um die Verwaltung des Fürstbistums zu reformieren, erlässt Julius Echter eine neue Kanzlei-Ordnung. Darin legt er sowohl die Aufgaben und Zuständigkeiten der Ressorts als auch die Gebühren für einzelne Dienstleistungen fest. Echter stellt ausschließlich Katholiken ein.

  • 1575
    Alte Universität in Würzburg | Bild: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Zeichnung der von Julius Echter neugegründeten Universität Würzburg

    1575

    Neugründung der Universität

    Julius Echter gründet die Universität Würzburg neu. Am 11. Mai 1575 erhält er von Papst Gregor XIII. und Kaiser Maximilian II. die dazu erforderlichen Rechte. An der Hochschule wird Theologie, Jura, Medizin und Philosophie angeboten. Echter wird zum Rektor der Universität gewählt. Bereits von 1402 bis 1413 hat es in der Domstadt schon einmal eine Universität gegeben. Sie war von Fürstbischof Johann von Egloffstein eingerichtet worden.

  • 1575
    Büste des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter | Bild: Stiftung Juliusspital Würzburg

    Julius Echter als Fürstbischof

    1575

    Priester- und Bischofsweihe

    Julius Echter wird an Pfingsten des Jahres 1575 (22. Mai) – eineinhalb Jahre nach seiner Bischofswahl – zum Bischof geweiht. Zwei Tage zuvor hat er die Priesterweihe erhalten.

  • 1575
    Fackel | Bild: colourbox.com

    Brennende Fackel

    1575

    Vertreibung der Juden

    Im Jahr 1575 lässt Julius Echter alle Juden aus dem Hochstift Würzburg vertreiben und deren Besitz beschlagnahmen.

  • 1576
    Blick vom Dom von Fulda über die Michaelskirche (erbaut 818 bis 822) hinüber zum Frauenberg mit dem gleichnamigen Franziskaner-Kloster (erbaut 1758 bis 1765). | Bild: picture-alliance/dpa

    Blick vom Dom von Fulda über die Michaelskirche hinüber zum Frauenberg

    1576

    "Fuldaischer Handel"

    Julius Echter wird im Jahr 1576 vom Fuldaer Domkapitel und von zahlreichen protestantischen Reichsrittern aufgefordert, Fürstabt Balthasar von Dernbach abzusetzen und im Hochstift Fulda selbst die Herrschaft zu übernehmen. Im Februar übernimmt Echter die Administration der Erzabtei. Im Mai 1576 wird der Fürstabt abgesetzt, im Juni unterschreibt Dernbach die Abdankungsurkunde und Echter vereint das Hochstift Fulda mit seinem Fürstbistum. Papst Gregor XIII droht daraufhin mit dem Kirchenbann. Echter verlangt eine Entscheidung vor Gericht.

  • 1576
    Zeichnung des Würzburger Juliusspitals | Bild: Andreas Mettenleiter

    Zeichnung des Würzburger Juliusspitals

    1576

    Grundsteinlegung für das Juliusspital

    Im Jahr 1576 wird der Grundstein für ein großes Krankenhaus in Würzburg gelegt. Der Komplex entsteht auf einem jüdischen Friedhof außerhalb der Stadtmauern Würzburgs.

  • 1576
    Kaiserkrone Rudolphs II. | Bild: picture-alliance/dpa

    Krone Rudolphs II.

    1576

    Reise nach Wien

    Im Jahr 1576 reist Julius Echter an den kaiserlichen Hof nach Wien. Dort wird er von Kaiser Rudolph II. mit den Regularien. Im selben Jahr führt er in seinem Herrschaftsgebiet die allgemeine Wehrpflicht ein.

  • 1576
    Alte Universität in Würzburg | Bild: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Die Alte Uniuversität in Würzburg

    1576

    Solide Finanzierung der Hochschule

    Julius Echter fordert in einem Schreiben vom 30. Dezember 1578 die Klöster in seinem Herrschaftsgebiet auf, sich regelmäßig finanziell am Unterhalt der Würzburger Universität zu beteiligen. Die Klöster im Fürstbistum Würzburg beteiligten sich daraufhin verlässlich an der Finanzierung der Hochschule.

  • 1579
    Gemälde des Würzburger Juliusspitals | Bild: Stiftung Juliusspital Würzburg

    Gemälde des Würzburger Juliusspitals

    1579

    Stiftung des Juliusspitals

    Am 12. März 1579 stiftet Julius Echter ein Kranken- und Waisenhaus. Echter regelt die Aufgaben des Juliusspitals bis ins Genaueste. Die Einrichtung ist mit einer Bäckerei, einer Mühle, einem Garten, einem Brunnen ausgestattet. Finanzieren soll es sich über den Weinverkauf.

  • 1582
    Fürstbischof Julius Echter | Bild: Stiftung Juliusspital

    Gemälde von Julius Echter

    1582

    Kandidatur als Mainzer Erzbischof

    Im April 1582 kandidiert Julius Echter für das Amt des Mainzer Erzbischofs. Er erhält die meisten Stimmen, nicht aber die absolute Mehrheit. Vor dem zweiten Wahlgang zieht er seine Kandidatur zurück. Wolfgang von Dahlberg wird daraufhin Mainzer Kurfürst.

  • 1582
    Goldener Saal im Augsburger Rathaus | Bild: picture-alliance/dpa

    Der Goldene Saal im Augsburger Rathaus

    1582

    Eröffnung des Augsburger Reichstags

    Fürstbischof Julius Echter eröffnet im Jahr 1582 den Augsburger Reichstag. Bei dieser Versammlung wird festgelegt, welche Fürsten zum Reichstag zugelassen sind (Reichsunmittelbarkeit). Nach dem Jahr 1582 hinzukommende Fürsten werden rangniedriger behandelt als die altfürstlichen Häuser. Der Reichstag ist von konfessionellen Differenzen unter den Herrschern geprägt. Mit dem prunkvollen Reichstag von 1582 endet die Geschichte der Reichstage in Augsburg.

  • 1584
    Alte Universität in Würzburg | Bild: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Die Alte Universität in Würzburg

    1584

    Einweihung des neuen Universitätsgebäudes

    Die Würzburger Universität ist bezugsfertig

  • 1585
    Statue des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter | Bild: BR-Mainfranken/Marcus Filzek

    Statue Julius Echters

    1585

    Beginn der Gegenreformation im Fürstbistum Würzburg

    1585 fordert Julius Echter protestantische Prediger und Lehrer auf, das Fürstbistum Würzburg zu verlassen. An die Bevölkerung ergeht der Befehl, zum katholischen Glauben überzutreten oder das Fürstbistum zu verlassen. Nach Ostern unternimmt Echter eine Rundreise durch sein Herrschaftsgebiet, besucht alle größeren Orte und überwacht die Einhaltung seiner Befehle. Echter lässt etwa 300 Kirchen neu errichten oder stark umbauen.

  • 1587
    Alte Universität in Würzburg | Bild: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Die Alte Universität in Würzburg

    1587

    Erweiterung des Studienangebots um Jura

    Im Jahr 1587 wird an der Universität in Würzburg der erste Professor für Rechtswissenschaften eingestellt. Neben Theologie und Philiosophie können die Studenten sich nun für Jura einschreiben.

  • 1589
    Siegel der Julius-Maximilians-Universität Würzburg | Bild: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Siegel der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    1589

    Erweiterung des Studienangebots um Medizin

    Im Jahr 1589 wird an der Universität Würzburg der erste Professor für Medizin eingestellt. Das Angebot an Studiengängen an der Hochschule ist nun komplett.

  • 1594
    Fackel | Bild: colourbox.com

    Brennende Fackel

    1594

    Vertreibung der Protestanten

    Im Jahr 1594 lässt Echter im Zuge der Gegenreformation die Protestanten aus dem Hochstift Würzburg vertreiben.

  • 1601
    Der Mainzer Dom | Bild: picture-alliance/dpa

    Der Mainzer Dom

    1601

    Zweite Kandidatur als Mainzer Erzbischof

    Im Jahr 1601 kandidiert Julius Echter zum zweiten Mal für das Amt des Mainzer Erzbischofs. Er kann sich beim Mainzer Domkapitel aber nicht durchsetzen.

  • 1602
    Blick vom Dom von Fulda über die Michaelskirche (erbaut 818 bis 822) hinüber zum Frauenberg mit dem gleichnamigen Franziskaner-Kloster (erbaut 1758 bis 1765). | Bild: picture-alliance/dpa

    Die mittelalterliche Michaelskirche in Fulda

    1602

    Ende des "Fuldaischer Handels"

    Im Jahr 1602 verliert Echter vor dem Reichshofrat die juristische Auseinandersetzung um das Hochstift Fulda. Er wird zur Herausgabe des Hochstifts und zur Zahlung Schadensersatz verurteilt. Außerdem muss er die Prozesskosten tragen. Am 7. August gibt Echter das Hochstift zurück.

  • 1604
    Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn | Bild: Diözesanarchiv Würzburg (DAW)

    Julius Echter

    1604

    Dritte Kandidatur als Mainzer Erzbischof

    Im Jahr 1604 kandidiert Julius Echter zum dritten Mal für das Amt des Mainzer Erzbischofs. Er kann sich beim Mainzer Domkapitel aber wieder nicht durchsetzen.

  • 1610
    Muskete | Bild: colourbox.com

    Muskete

    1610

    Bessere Ausrüstung der Landwehr

    Um das Fürstbistum Würzburg besser verteidigen zu können, verbessert Echter im Jahr 1610 die Ausstattung der Landwehr. Im September gehören 40.000 Musketiere der Landwehr an.

  • 1617
    Der Zeiler Hexenturm | Bild: BR-Studio Franken/Marion Krüger-Hundrup

    Der Hexenturm in Zeil am Main

    1617

    Hexenverfolgung

    Julius Echter gilt als einer der größten Hexenverfolger. In seinem Regierungsbereich lässt er Hexen hinrichten. Allein in seinem letzten Regierungsjahr (1617) werden 300 Menschen getötet.

  • 1617
    Das Grabmahl von Julius Echter im Würzburger Kiliansdom | Bild: BR-Mainfranken/Marcus Filzek

    Das Grabmahl von Julius Echter in Würzburger Kiliansdom

    1617

    Tod im Alter von 72 Jahren

    Fürstbischof Julius Echter stirbt am 13. September 1617 an den Folgen einer Darminfektion. Er ist 72 Jahre alt geworden. Sein Grabmahl befindet sich im Würzburger Kiliansdom.


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