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Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke Herr oder Knecht? Über unseren zukünftigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Intelligente Roboter üben eine große Faszination aus, aber Erschrecken und Ablehnung nicht minder. Warum ist das so und womit haben wir es eigentlich zu tun?

Stand: 09.09.2019

Erkennbar sind diese niedlichen, imposanten oder Menschen manchmal zum Verwechseln ähnlich sehenden maschinellen Wesen keine Werkzeuge mehr. Der Begriff »Maschinen« trifft es auch nicht, aber was dann? Der Name Roboter besagt zunächst nicht mehr als »Arbeiter«. Dass sie uns Menschen Arbeit abnehmen können, mag in einer Hinsicht praktisch und angenehm sein, in anderer Hinsicht aber auch bedrohlich (Arbeitsplatzverlust) und fragwürdig: Verlieren wir Menschen auf diese Weise wichtige Fähigkeiten, verdummen und verlieren unser Alleinstellungsmerkmal als selbstbestimmtes, moralisches Wesen, das emotional, sozial und nachdenklich sein Leben gestaltet? Als was sollen, wollen, müssen wir Menschen diese verkörperten Intelligenzen ansehen, als was anerkennen? Kooperation mag ein Modus des Umgangs mit ihnen sein, aber steckt nicht mehr dahinter? Geht es nicht auch um Herrschen oder Beherrschtwerden, Herr oder Knecht? Der Vortrag skizziert aus einer ethischen Perspektive den Stand der Diskussion und zeigt Aufgaben, die wir Menschen annehmen müssen, um einen verantwortlichen Umgang mit diesen neuen Kreationen zu gestalten.

Vita:

Arne Manzeschke ist Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg und Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen. Nach der Ausbildung zum Ingenieurassistenten Fachrichtung Datentechnik und dem Studium der Theologie und Philosophie an den Universitäten München, Tübingen und Erlangen wurde er 1995 zum Dr. theol. promoviert. Anschließend arbeitete er als Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Seit 2001 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Systematische Theologie der Universität Erlangen-Nürnberg, dann am Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth tätig. Nach der Habilitation 2007 arbeitete Manzeschke als Akademischer Oberrat und Leiter der Arbeitsstelle für Theologische Ethik und Anthropologie der Universität Bayreuth. 2015 erhielt er einen Ruf auf die Professur in Nürnberg, wo er seitdem in mehreren nationalen und europäischen Forschungsprojekten zur Mensch-Maschine-Interaktion, zu Digitalisierung und KI beteiligt ist. Seit 2017 leitet er ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur ethischen Orientierung in komplexen digitalen Welten.

Seit 2015 ist Arne Manzeschke stellv. Vorsitzender der Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik in Bayern und seit 2018 Präsident der Societas Ethica, der Europäischen Forschungsgesellschaft für Ethik. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Technik-, Medizin- und Wirtschaftsethik.

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