BR Fernsehen - Zwischen Spessart und Karwendel


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Zwischen Spessart und Karwendel Schornbladl

Schornbladl, das sind dünne Teigfladen, die früher beim Brotbacken aus dem Restteig geformt und nach dem eigentlichen Brotbacken im Backofen mit der Resthitze gedörrt wurde. Zwischen Waldmünchen und Regen kann man sie heute noch in vielen Bäckereien kaufen - oder - einfach selber machen.

Stand: 21.01.2015 | Archiv

Schornbladl | Bild: BR

Schornbladln selber herstellen:


Schornbladl kann man ganz einfach herstellen, indem man Mehl und etwas Salz mit so viel Wasser vermischt, dass sich ein fester Teig daraus kneten lässt. Werden Eier verwendet, bestehen die Schornbladl nicht aus Brotteig sondern eher aus einem Nudelteig. Aber erlaubt ist alles.

Der Teig muss ein wenig ruhen, bevor er in entsprechend kleine Stücke zerteilt wird, aus denen man die Schornbladl mit einem Nudelholz ganz dünn auswalkt. Je dünner, desto besser werden sie.
Die Teigflecke werden auf ein (mit Backpapier belegtes) Blech gelegt und im Rohr bei etwa 180 Grad gebacken. Man sollte immer nachschauen, denn je nach Heizkraft des Ofens und Dicke des Teigs werden die Schornbladl plötzlich schnell dunkel. Ideal gebacken sind sie, wenn sie nur leicht Farbe angenommen haben.

Zubereitung:
Die Schornbladl können auf verschiedene Arten zubereitet und verfeinert werden. In jedem Fall müssen die trockenen Fladen zerbrochen und mit heißem Wasser übergossen werden. Man lässt sie etwa fünf Minuten aufweichen und gießt dann das überschüssige Wasser ab. In einer Reine lässt man zwischendurch viel Butterschmalz zerlaufen. Man gibt den aufgeweichten Schornbladlbruch hinein und lässt das ganze im Rohr bei 180-200 Grad eine viertel Stunde backen. Inzwischen rührt man Eier mit Milch an, gibt Petersilie oder/und  Schnittlauch geschnitten und etwas Salz dazu. Dann gießt man diese Eiermilch über die Schornbladl. Nach einer weiteren viertel Stunde im Backrohr ist das einfache Gericht fertig.

Hinweis: Manche Köchinnen und Köche braten mit den Schornbladln auch Zwiebel und Speckwürfel an. Dann wird das Gericht richtig „g’schmackig“.

Die Schornbladl lassen sich auf ähnliche Art in der Pfanne auf dem Herd braten. Dann muss man immer fleißig umrühren und umschichten, damit nichts anbrennt.

Fuchsenfutter:
Mischt man gekochte und geriebene Kartoffeln zu den Schornbladln, dann spricht man vom „Fuchsenfuader“ oder oberpfälzisch: „Fuchsenfouder“. Das Fuchsenfutter besteht hälftig aus aufgeweichten Schornbladln und gekochten Kartoffeln, die gerieben oder in Scheiben geschnitten in der Pfanne oder auch in der Reine untergemischt werden. Salzen nicht vergessen. Und man braucht besonders viel Schmalz dazu, damit nichts anbrennt. Nach Geschmack kann man die Mengenverhältnisse auch verändern, wie es einem selber am besten schmeckt.


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