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August Macke Der Maler mit den "Kinderaugen"

Er war einer der Expressionisten, dem das Malen in erster Linie ein "Durchfreuen" der Natur bedeutete. Die Egomanie mancher seiner Kollegen war August Macke zuwider und einer der Gründe, warum er sich vom "Blauen Reiter" innerlich bald distanzierte. Am 3. Januar jährt sich sein Geburtstag zum 125. Mal.

Stand: 07.12.2011

August Macke wusste, was er wollte, und das meistens schon recht früh. Zum Beispiel, mit wem er alt werden wollte. Das mit dem gemeinsam Altern hat nicht geklappt, aber die Frau, die ihm mit 16 auf dem Schulweg gefallen hatte, heiratete er sechs Jahre später. Zumindest dafür hat sich der Besuch des Realgymnasiums in Bonn gelohnt. Die Schule brach Macke nämlich mit 17 ab, um an der Kunstakademie in Düsseldorf zu studieren. Denn dass er Maler werden wollte, wusste er auch schon früh.

Reiselust und nie gekannte Arbeitsfreude

Dokument des Familienglücks: Elisabeth und Walterchen (links)

Macke reiste viel. Nach Italien, nach Holland und Belgien, nach London. Er besuchte Museen, verarbeitete die Eindrücke in seinen Bildern. Wenn er über sich sprach, erwähnte er gerne seine "Kinderaugen", unbestritten war es auch eine Art kindlicher Neugier, die ihn so in der Welt umhertrieb. 1906, Macke war 19, verließ er die Kunstakademie - und reiste wieder: zu seiner Schwester in den Schwarzwald, nach Basel, Paris, wieder nach Italien, wieder Paris. In der Zwischenzeit zog er nach Berlin um, kehrte nach Bonn zurück, verlobte sich mit Elisabeth, jener Jugendliebe vom Schulweg, und heiratete sie 1909. Er bereiste Süddeutschland, lernte 1910 Franz Marc kennen, wurde Vater seines ersten Sohnes Walter, kehrte einige Monate später nach Bonn zurück. Macke steuerte einen Aufsatz für den Almanach "Der Blaue Reiter" bei, stellte mit der Gruppe auch in beiden Jahren 1911 und 1912 aus. Doch Kandinskys dominante Persönlichkeit und dessen vergeistigte Kunstansprüche behagten Macke nicht.

Glückliche Zeiten am Thuner See

In Tunis beeindruckten Macke die Farbgewalt und das klare Licht. Er malte wie hier Marktszenen und fertigte viele Skizzen an.

Weiterhin reiste Macke viel und traf wichtige Künstler wie Robert Delaunay. 1913 wurde Macke zum zweiten Mal Vater eines Sohnes, Wolfgang. Mit seiner Familie verlebte er in diesem Jahr drei Monate am Thuner See, seine Frau Elisabeth schilderte diese Monate als die glücklichste und harmonischste Zeit, die sie je gemeinsam verbrachten. 1914 reiste Macke nach Tunesien und Rom, bevor er in den Krieg ziehen musste.

Gefallen im Ersten Weltkrieg

Über die historische Bedeutung des Ersten Weltkriegs wird seine kunstgeschichtliche Bewandtnis oft hinten angestellt. Dabei ist es unfassbar, welche Auswirkungen dieser Krieg für die Kunstwelt hatte. Nicht nur, dass einige Künstler an der Front fielen. Auch die Spanische Grippe, die die geschwächte Bevölkerung danach heimsuchte, tötete wichtige Maler wie Egon Schiele. Im Gegensatz zu den "Brücke"- Künstlern, die nach 1918 alle noch am Leben waren, sah es beim "Blauen Reiter" anders aus. Franz Marc, der Mitbegründer der Gruppe, fiel 1916. August Macke schon 1914. Er wurde nur 27 Jahre alt.


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