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Wirtshaustipp Patrizierhof Weingut Grebner in Großlangheim

Der im Herzen Großlangheim, im unterfränkischen Landkreis Kitzingen, gelegene Patrizierhof wird sich im Jahre 1993 sicher sehr über seine neuen Besitzer gefreut haben. Denn die Familie Grebner hat das heruntergekommene Gebäude kernsaniert und aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Wie es sich dort speist, verrät Wirtshausexperte Andi Christl.

Stand: 03.02.2020 | Archiv

Patrizierhof Außen | Bild: BR

Das Besondere am "Patrizierhof" 

"Der Patrizierhof ist eine Kombination aus Weinbau und Gastronomie. Er wird von der ganzen Familie geführt: Mutter Rosi und Tochter Sigrid kümmern sich um die Küche, Vater Günter und Sohn Björn um den Weinbau sowie den Service und das jüngste Mitglied der Familie, Sebastian, ist der Handwerker der Familie. Die Grundmauern stammen aus dem Jahr 1482. 1993 wurde das Haus von der Familie Grebner gekauft, komplett kernsaniert und zu einem klassischen, fränkischen Wirtshaus umgebaut. Das Nebenzimmer ziert eine barocke Stuckdecke und im Gastraum befindet sich immer noch das ursprüngliche Holzmobiliar vom Schreiner aus den 90er Jahren.

Zum Gasthaus gehört ein eigener Weinkeller und ein sieben Hektar großer Weinberg, auf dem verschiedenste fränkische Rebsorten wie Silvaner oder Bacchus, aber auch internationale Weine wie Sauvignon Blanc, angebaut werden. Von ca. 40.000 dort abgefüllten und gelagerten Flaschen im Jahr werden ca. ein Viertel im Patrizierhof an die Gäste ausgeschenkt. Ein traditionelles, familiäres Wirtshaus, das durch die Küchenkunst von Sigrid und Mutter Rosi den perfekten Spagat zwischen Tradition und Innovation meistert."

Küchenart

"Neben Fleisch und Gemüse ist das Grundprodukt in der Küche des Patrizierhofes Wein. Bratengerichte verfeinern die Chefinnen des Hauses gerne mit einer Rotweinsoße. Die Silvanersuppe ist ein Klassiker auf der Speisekarte und eine Weinschaumcreme wird gerne zu Desserts gereicht. Auf der Speisekarte finden sich klassische Frankengerichte wie blaue Zipfel oder Winzertoast, aber auch etwas modernere Speisen, wie eine Barbarie Entenbrust mit Haselnussgnocchi oder eine Variation vom Fisch auf Risotto.

Auf der Sonntagskarte stehen auf immer drei Bratengerichte zur Auswahl. Der Großteil der Zutaten stammt von regionalen Lieferanten und die Speisekarte wird je nach Jahreszeit an die saisonalen, verfügbaren Zutaten angepasst. Ehrliche, traditionelle Gerichte, die bodenständig daherkommen."

Die Hauptspeise: Hausgemachte Aroniabeerenravioli mit Parmesan und Salat

"Aroniabeeren kann man aufgrund ihrer vielen Vitamine und Mineralstoffe durchaus als fränkisches Superfood bezeichnen. Angebaut wird die aus Nordamerika stammende Beerenart von einem Landwirt aus der Nachbarschaft. Ihr Aussehen erinnert an schwarze Johannisbeeren, geschmacklich ist sie allerdings deutlich herber. Für den Ravioliteig verwendet die Küchenchefin Spätzlemehl, Eier und Salz. Für die Füllung werden Frischkäse, Aroniabeeren und Honig vermischt und auf den Teig gegeben. Mit Eiklar zusammengeklebt werden die Taschen ca. 15 Minuten im Ofen gedämpft. In Butter geschwenkt, mit Sahne verfeinert und Parmesan gratiniert, landen die gefüllten Taschen auf dem Teller. Serviert wird das geschmackvolle Gericht mit einem bunten Salatteller."

Die Nachspeise: Kartäuserklöße  

"Ein weiterer Klassiker der fränkischen Küche sind Kartäuserklöße, die im Patrizierhof mit einer Weinschaumsoße serviert werden. Im Gegensatz zu armen Rittern bereitet man die Kartäuserklöße nicht mit trockenem Toastbrot zu, sondern mit Semmeln. Die Semmelkruste wird dabei abgerieben und als Paniermehl verwendet. Die Semmel wird anschließend längs in vier Teile geschnitten und in Milch gebadet. Wenn die Semmelstücke die Milch aufgesogen haben, werden sie in Eiklar und Semmelbröseln gewendet und in Fett goldgelb ausgebacken. Die nötige Süße bekommt das Dessert, indem die Kartäuserklöße kurz vor dem Servieren in Zimt und Zucker gewendet werden. Für die Weinschaumsoße wird Eigelb, Zucker und Wein in einen Kessel gegeben und diese Masse über offenem Feuer schaumig geschlagen. Das Dessert ist durchaus gehaltvoll, aber die Kombination aus Weinschaumsoße und knusprig-luftigen Klößen ist diese Sünde auf jeden Fall wert."

Preise

"Alle Gerichte liegen unter 20 Euro. Die Suppen kosten 4,50 Euro und für einen Hauptgang bezahlt man zwischen 13 Euro und 19 Euro. Die fränkischen Klassiker wie blaue Zipfel, Winzertoast oder Winzerplatte kosten alle unter 10 Euro. Ein 5-Gänge-Menü inklusive Weinbegleitung und Getränkepauschale gibt es für 79 Euro. Das Rundum-sorglos-Paket für einen kulinarischen Abend inmitten der fränkischen Weinlandschaft."

Adresse

Patrizierhof Weingut Grebner
Hauptstraße 71
97320 Großlangheim
Tel: 09325/262
www.der-patrizierhof.de
Dieses Wirtshaus ist nicht barrierefrei!

Öffnungszeiten

Warme Küche:
Mittwoch bis Samstag 12-14 Uhr und 18-21.30 Uhr
Sonn- und Feiertag 11-14 Uhr und 17-21 Uhr

Anreise

"Das Gasthaus ist unter der Woche mit dem Bus zu erreichen, der einmal stündlich von Kitzingen aus direkt vor den Patrizierhof fährt. Von Würzburg aus fahren sie mit dem Auto ca. 30 Minuten und eine Anreise aus Nürnberg dauert rund eine Stunde über die A3, Ausfahrt Kitzingen-Schwarzach."

Freizeittipp

"Im 8 km entfernten Kitzingen befindet sich das deutsche Fastnachtmuseum. Auf über 600 m² erfahren Besucher alles über die närrische Zeit und deren Vergangenheit. Das Museum ist aufgeteilt in die Bereiche Politik, Brauchtum, Orden, Show und Gardetanz.
Warum schreit man bei den Faschingsumzügen 'Helau' oder 'Alaaf'? Warum sitzen genau 11 Leute im 11er Rat? Diese und weitere Fragen über die Tradition des deutschen und internationalen Faschings (Karnevals oder Fastnacht) werden hier durch interaktive Filme und Schriftstücke beantwortet. An mehreren Mitmachstationen können sowohl Kinder als auch Erwachsene verschiedenste Kostüme anprobieren.

Die Herkunft des Wortes 'Karneval' ist übrigens im Lateinischen zu finden. 'Carne vale' bedeutet übersetzt so viel wie 'sich des Fleisches enthalten', oder anders gesagt: Fastenzeit. Das Museum ist barrierefrei und von Dienstag bis Sonntag täglich zwischen 13 Uhr und 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5,55 Euro."

https://deutsches-fastnachtmuseum.byseum.de/de/home/kontakt


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