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Wirtshaustipp "Gasthof Stangl" in Neufarn-Vaterstetten

Ob in Gummistiefeln oder im Zweireiher: Im Gutsgasthof der Familie Stangl im oberbayerischen Neufarn ist beides gern gesehen, ja sogar gewünscht. Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste wahlweise mit klassischen oder frechen Gerichten. Kleiner Tipp: Wer sich sein Weihnachtsessen lieber zubereiten lassen will, kann sich hier eine "Entenbox" mitnehmen. Andi Christl stellt das Wirtshaus vor.

Stand: 18.12.2020 | Archiv

Gutsgasthof Stangl in Neufarn/Vaterstetten | Bild: BR/Andi Christl

Unser Wirtshausexperte Andi Christl urteilt über den "Gutsgasthof Stangl" so:

Gummistiefel und Zweireiher im Gutsgasthof Stangl

"Das Stangl-Anwesen wurde zum ersten Mal 1538 urkundlich erwähnt und ist damit fast genauso alt wie das bayerische Reinheitsgebot. Seit knapp 200 Jahren ist das Haus im Besitz der Familie Stangl. Die 'Gratissuppe', die verfrorenen Gästen schon im 19. Jahrhundert angeboten wurde, bekommen Besucher noch heute an Neujahr serviert.
Neben den Speisen liegt das Hauptaugenmerk auf den aufwändig dekorierten Räumen. Inhaberin Bärbel Fauth-Stangl kümmert sich liebevoll um jedes Detail ihres Gutsgasthofs. Überall findet man Kerzen, Lampen und Deko-Artikel, die dem historischen Gebäude eine gewisse Modernität verleihen. Passend zu Weihnachten werden im Hotelfoyer liebevoll zusammengestellte Geschenkkörbe, Deko-Artikel oder ausgesuchte Weine zum Verkauf angeboten.
Die Philosophie der Inhaberin ist 'Gummistiefel und Zweireiher'. Wer heute kommt und einen Wurstsalat isst, der schmeckt, kommt morgen wieder und bestellt ein Rinderfilet. Der Gutsgasthof Stangl und das Hotel sind ein liebevoll bewirtschafteter Familienbetrieb, in dem nicht nur Gäste aus der Stadt gerne zum Essen kommen."

Klassische bis freche Küche

"Bekannt wurde das Wirtshaus auch durch die Jagdessen der Staatsjagd im Ebersberger Forst. Klassiker wie Schweine- und Zwiebelrostbraten dürfen auf der Speisekarte nicht fehlen, weil sonst die Stammgäste beleidigt wären.
Es wird regional gekocht, aber einige Gäste erwarten eine 'freche Karte', weshalb es auch mal Garnelen oder Kabeljau in die Auswahl des Küchenchefs schaffen.
Ein Zitat aus dem Hausprospekt hat mir besonders gefallen: 'Jedes Vereinfachen durch Fertigprodukte, welche die moderne Zeit mit sich bringt, wurde von den Küchenchefs des Gutsgasthof Stangl tolerant zur Kenntnis genommen. Aber: Man überlässt es lieber den anderen, sich dieser Errungenschaften zu bedienen.'"

Die Hauptspeise: Entenbox im Gusstopf

"Die Entenbox ist vielmehr ein Ententopf. Zu Weihnachten können sie hier entweder ihren eigenen Bräter, oder einen geliehenen des Hauses Stangl mit Ente, Knödel, Bratapfel, Blaukraut und Soße befüllen lassen.
Die Ente wird gesäubert, mit Salz, Pfeffer, Paprika, Ingwer und Majoran gewürzt, mit Zwiebeln, Apfelwürfeln und Rosmarin gefüllt und bei 150 Grad für 1,5 Stunden in den Ofen gegeben. Aus den Flügeln und dem Rückgrat wird die Soße gezogen.
Das Blaukraut wird mit Rotweinessig, Schmalz, Zimt und Apfelmus verfeinert.
Die Füllung für den Bratapfel wird aus Marzipan, Zimt und Eiweiß gemacht.
Am Ende bekommt die Ente ein Finish, indem sie mit eingekochtem Honig und Olivenöl überzogen und mit Oberhitze knusprig gebacken wird."

Das Dessert: Hausgemachter Kaiserschmarrn mit Apfelmus

"Für den Kaiserschmarrn werden Mehl, Eier, Milch und Salz zu einem Teig verarbeitet. Der Teig kommt anschließend in die Pfanne mit Butterschmalz. Sobald dieser am Boden angebacken ist, packt Küchenchef Jörg Michael die Pfanne unter den Salamander (Oberhitze Grill). Dadurch kann der Kaiserschmarrn wunderschön aufgehen und erhält seine Fluffigkeit. Das Ganze wird zerteilt, dann mit Zucker karamellisiert und mit gerösteten Mandeln verfeinert. Zum Kaiserschmarrn wird klassisch Apfelmus serviert.
Durch die Zubereitungsart im Salamander schmeckt der Kaiserschmarrn in der Mitte cremig, aber nicht teigig. Viele Wirtshäuser schwören auf ihr Kaiserschmarrn-Rezept und das Gutsgasthaus Stangl hat auf jeden Fall ein nicht alltägliches auf der Speisekarte."

Preise

"Die Entenbox im Gusstopf inklusive kleinem Dessert kostet 24 Euro pro Person. Dafür bekommt man eine ¼ Ente mit Knödel, Bratapfel und Blaukraut. Damit gehört das Gericht zum gehobeneren Preissegment. Die restlichen Hauptgänge sind mit Preisen zwischen 10 und 20 Euro nicht unverschämt. Den hausgemachten Kaiserschmarrn mit gerösteten Mandeln und Apfelmus gibt es für 9,50 Euro."

Adresse

Hotel-Gutsgasthof Stangl
Münchener Straße 1
85646 Neufarn/Vaterstetten
Tel: 089/905010
https://hotel-stangl.de/de/

Dieses Wirtshaus ist nicht barrierefrei!

Anreise

"Vom Autobahnring A99 nehmen Sie die Ausfahrt Parsdorf und in weniger als fünf Minuten erreichen Sie den Gutsgasthof. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, kann sich entweder von der nächstgelegenen S-Bahnhaltestelle Poing vom hauseigenen Shuttle abholen lassen, oder in circa 30 Minuten zum Wirtshaus wandern."

Öffnungszeiten

Mittagessen 12.00 bis 14.30 Uhr
Brotzeitkarte 14.30 bis 22.00 Uhr
Abendessen 18.00 bis 21.30 Uhr
Sonntags ab 17.00 Uhr geschlossen

Achtung

Auch dieses Wirtshaus hat derzeit aufgrund des Lockdowns geschlossen, bietet aber Essen zum Mitnehmen an!

Freizeittipp: Klima-Walderlebnispfad Parsforfer Hart

"Drei Kilometer entfernt befindet sich der Klima-Walderlebnispfad Parsdorfer Hart. An insgesamt zwölf Stationen erfahren Jung und Alt, wie das Zusammenspiel von Klima und Wald aussehen kann. Es werden spielerisch Lösungswege aufgezeigt, wie wir den Baumbestand in Bayern noch für viele Generationen erhalten können.
In Corona-Zeiten eignet sich der Wald zwischen Parsdorf, Hergolding und Pufing wunderbar für einen entspannten Winterspaziergang. Wer Glück hat, trifft auf der rund drei Kilometer langen Strecke sogar ein paar Reiter und Reiterinnen von einem der benachbarten Pferdehöfe."

Fazit

"Wer rund um München noch ein Last Minute-Geschenk sucht, könnte im Gutsgasthof Stangl auf jeden Fall fündig werden und die Entenbox ist die entspannte Alternative zum eigenständig zubereiteten Weihnachtsessen. Das Wirtshaus besticht vor allem durch die unterschiedlichen, urigen Gasträume."

Andi Christl, Wirtshausexperte


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