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Hunde Clicker-Training: Was ist es und was bringt es?

Versierte Hundebesitzer*innen, vor allem solche, die gerade erst mit ihrem neuen, vierbeinigen Familienmitglied die Hundeschule besucht haben, werden zumindest schon mal davon gehört haben: Clicker-Training. Hundetrainerin Anja Petrick erklärt, was es mit dieser verhältnismäßig jungen Trainingsmethode auf sich hat.

Stand: 07.10.2019

Clicker-Training: Hundetrainerin Anja Petrick trainiert einen Hund. | Bild: Wir in Bayern

"Ein Clicker ist wie ein kleiner Knackfrosch. Drückt man drauf, knackt (oder klickt) es. Er dient dazu, einem Hund zu sagen: 'Das, was du genau in dieser Sekunde machst, ist genau richtig.' Damit der Hund versteht, was der Click bedeutet, brauchen Sie einen Clicker und gute Leckerlis."

Hundetrainerin Anja Petrick

Aufbau

  • Sie stehen vor Ihrem Hund und clicken. Daraufhin bekommt er sofort ein Leckerli. Das wiederholen Sie so oft, bis Sie merken, dass sich Ihnen Ihr Hund beim Click freudig zuwendet.
  • "Sie erinnern sich vielleicht an die Pawlowschen Hunde? Immer, wenn eine Glocke läutete, fingen die Hunde an zu speicheln, da sie gelernt hatten, dass die Glocke das Futter ankündigt. Das ist klassische Konditionierung!"

So funktioniert es auch mit dem Clicker. Dieser ist die Ankündigung einer Belohnung. Wichtig ist, dass auf das Clicken immer eine Belohnung erfolgen muss. Der Click ist das Versprechen für etwas Leckeres.

"Ich nutze den Clicker hauptsächlich zum Aufbau von Tricks oder im Antigiftköder-Training, da ich hier sehr präzise sein muss. Natürlich kann man den Clicker auch für alltägliches Training und auch für das Training bei Problemverhalten nutzen!"

Aufbau eines Handtargets

Ziel ist, dass der Hund mit seiner Nase die Hand anstupst.

Aufbau

  • Hand hinhalten und abwarten. Die meisten Hunde sind neugierig und schauen, was es da gibt.
  • In dem Moment, wenn die Nase des Hundes die Hand berührt: Click & Belohnung
  • Dies so lange wiederholen, bis der Hund zuverlässig die Hand mit seiner Nase berührt.
  • Dann kann ein Signalwort eingeführt werden, z. B. "Stups" oder "Nase".
  • Erst das Signalwort sagen, dann die Hand hinhalten, in dem Moment clicken, in dem der Hund mit der Nase an die Hand geht.

Nach und nach kann man den Click hinauszögern, so dass der Hund länger mit der Nase an der Hand bleibt. Daraus können sich weitere Tricks entwickeln, z. B. die "Klebehand" (der Hund bleibt mit der Nase an der Hand, auch wenn diese sich bewegt), Licht an- und ausmachen oder eine Schublade zumachen.


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