BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


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Einfach Leben Mein Jahr im Freien

In einem engen Schäferwagen auf viereinhalb Quadratmetern, den Winter über im Wald zu leben, das war der Ausgangspunkt.

Stand: 21.12.2012 | Archiv

Bilder zum Film | Bild: BR

Film von Klaus Röder

Der Filmemacher Klaus Röder machte dieses Experiment mit dem Anspruch, einfacher und möglichst autark zu leben. Er wollte sich aus dem von Terminen gesäumten zivilisierten Leben für eine zeitlang verabschieden und über ein Jahr eine kleine Landwirtschaft aufbauen.

Doch, was treibt einen dazu, sein gemütliches Zuhause zu verlassen, um sich von da an möglichst autark zu versorgen? Empörung, Aggression oder Anklage gegen das Bisherige? Oder schlicht der Wunsch nach Veränderung des eigenen Lebensstils, das Verlangen Selbstverantwortung zu übernehmen?

Auf jeden Fall erlangte er mehr Zeit für sich und die anderen Menschen und konnte sich mit Themen beschäftigen, die ihm wichtig erschienen. Eine neue Lebensqualität durch Entschleunigung und Verzicht.

Der Plan war den Sommer über auf einem Feld in der Nähe, genug Lebensmittel anzubauen, um sich davon hauptsächlich ernähren zu können. Im Frühjahr kamen dann noch Hühner, Gänse, Wollschweine und Hochlandrinder dazu. Damit veränderte sich das bisherige einfache Leben. Einige Gerätschaften waren nötig. Zum Einachsschlepper, den er als erstes für sein Feld kaufte, kamen noch ein alter Traktor, Zäune, Gatter, Tränken, Unterstände und Hänger fürs Vieh dazu. Es entstand eine kleine mobile Landwirtschaft.

Über den Sommer gediehen die Feldfrüchte reichlich und die Tiere vermehrten sich. Sollte er nun die Landwirtschaft erweitern und seine Produkte in der Region vermarkten? Oder eine Agrargemeinschaft mit Freunden gründen? Oder doch alles so beibehalten, dass es gerade für seine Familie, seine Freunde und ihn reicht, um damit bei seinem ursprünglichen Gedanken vom einfachen Leben zu bleiben?

Klaus Röder sagt heute

„Man kann sich Gedanken machen wofür man in Zukunft sein Geld ausgibt. Für eine sichere Rente, für Aktien, für Immobilien oder für ein Waldstück oder eine Parzelle Boden auf dem etwas wächst... Ich bin jedes Mal glücklich wenn ich mein Feld betrete, ganz gleich bei welchem Wetter. Es gibt mir ein sicheres Gefühl. Mit jedem Schritt weiß ich, was da auf nur einem Quadratmeter gedeiht, aus einer Handvoll Samen, Wasser und Sonnenstrahlen. Das ist für mich mehr als eine Altersvorsorge.“


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