BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


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Vom einfachen Leben Umzug aufs Feld (2/3)

Der Autor Klaus Röder versuchte auzusteigen, aber nicht in die Ferne, sondern hier bei uns im Allgäu in einem kleinen Waldstück unweit der Bundesstraße. Das Projekt hat er selbst mit der Kamera begleitet und dokumentiert. Zweiter Teil.

Stand: 09.12.2011 | Archiv

Bilder zum Film | Bild: BR

Film von Klaus Röder

"Selbstversorgung ist nicht die Rückkehr zu einer idealisierten Vergangenheit, in der die Menschen nach Nahrung mit primitiven Werkzeugen wühlten und sich gegenseitig wegen Hexerei verbrannten. Sie ist ein Vorstoß zu einer neuen und besseren Lebensweise, einem Leben mit mehr Freude….“.
(John Seymour)

Der Filmemacher Klaus Röder verbrachte den Winter in einem kleinen Schäferwagen im Wald, mit dem Anspruch einfach und möglichst autark zu leben und um mehr Zeit für sich zu haben.

Das Waldstück liegt nah an der Straße, es ist aber trotzdem recht einsam. Früher war hier Weidefläche, die regelmäßig gemäht wurde. Seit über dreißig Jahren liegt sie nun schon brach und ist, bis auf wenige Stellen, dicht mit Fichten bewachsen.

Aus einfachen Fichten hat Klaus Röder ein überdachtes Holzlege gebaut.

Klaus Röder lichtete aus und schuf sich ein paar Plätze rund um den Bauwagen, die das Leben im Wald etwas komfortabler machten: eine überdachte Holzlege, die als Werkstatt und Kochstelle dient, ein Plumpsklo, ein Badehaus. Alles temporär und innerhalb weniger Stunden wieder zu entfernen.

Er baut Zäune und kauft sich Wollschweine. Von jetzt an ändert sich sein Leben.

Im Frühjahr muss Klaus Röder den Wald verlassen, damit er die Jagd nicht stört. Er zieht mit seinen Schweinen auf ein naheliegendes Feld um, das er bereits im Herbst gepflügt hat.

Eine kleine Selbstversorger-Landwirschaft entsteht. Hühner und Gänse kommen dazu, der Acker wird bestellt in der Hoffnung auf reiche Ernte.

Klaus Röder

"Bisher konnte ich tun und lassen was ich wollte, war frei, nur für mich verantwortlich. Das wird jetzt mit den Tieren anders. Jetzt bin ich für sie verantwortlich, muss für sie da sein, jeden Tag. Es ist, als würde ich einen Pflock in die Erde rammen und mich selbst daran anbinden.“


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