BR Fernsehen - Kunst + Krempel


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Vögeles-Kanne Wo es blüht und zwitschert

Nicht nur in Franken sind Fayencen mit dem Vögeles-Dekor bemalt worden. Diese Kanne aus der Mitte des 18. Jahrhunderts hat sogar ostasiatische Vorbilder.

Stand: 04.06.2012 | Archiv

Die Kombination von Vögeln und Streublumen ist nämlich schon von chinesischen und japanischen Porzellanen bekannt. Diese bäuerliche, aber durch ihre schrägen, versetzt verlaufenden Züge doch auch elegante Kanne ist in Kleisterblau glasiert und mit dem so genannten Vögelesdekor blau bemalt. Besonders beliebt und daher typisch war dieses Muster in den fränkischen Manufakturen Ansbach, Bayreuth oder Nürnberg.

Allerdings zwitschert es hier nur verhalten: gerade mal drei Vögelchen sind dargestellt, umgeben von umso mehr geometrisch angeordneten Pünktchen und stilisierten Blümchen. Eine besondere Raffinesse zeigt die Kanne an ihrem geflochtenen Zopfhenkel: seine Enden sind an der Angarnierungsstelle geteilt und aufgedreht, wie bei späteren italienischen Fayencen, besonders denen aus Ligurien. Eine elegante und zugleich dekorative Lösung, den Henkel mit dem Gefäß zu verbinden.

Fakten:

  • Geschätzter Wert: 800 Euro
  • Datierung: Mitte 18. Jahrhundert
  • Herkunft: Franken
  • Sendung vom 16. Juni 2012

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