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Nostalgie pur Skifahren wie vor 100 Jahren mit dem Schmidt Max

Holzbretter ohne Stahlkante, Lederschuhe zum Schnüren und eine Skibindung, die nicht wirklich Halt gibt: so gleiten Anhänger des Skifahrens wie vor 100 Jahren den Hang hinunter. Wintersport, der zur Langsamkeit verführt. Auch der Schmidt Max hat sich die Holzski von anno dazumal angeschnallt und sich zu einem ganz besonderen Ski-Rennen angemeldet...

Stand: 04.03.2018

Wie ging nochmal der Stemmbogen?

Race-Carver, All-Mountain oder Off-Piste-Ski? Winter für Winter bringt die Ski-Industrie Neues auf den Markt. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit etwas ganz Altem? Mit Vorderstrammer und Lettner-Kante? Mit Lederschuhen zum Schnüren auf Holzbrettern ohne Stahlkanten hat sich der Schmidt Max auf die Piste gewagt.

Wie weit man mit dieser Ausrüstung unfallfrei kommt?
Von einem echten Meister des Nostalgie-Skifahrens, Ludwig Jungmayer, bekommt der Max Technik-Tipps: Telemarkschwünge in den Kurven, Erfahrungen im Langlauf oder der gute alte Stemmbogen – das sind die Techniken, die dem modernen Nostalgie-Skifahrer weiterhelfen. Und in der Schweiz, in der Nähe von Chur, bietet ein Sammler gleich ein ganzes "Nostalgie-Paket" an: einen "Old-School-Skikurs" inklusive Kniebundhose und Unterricht auf alten Brettern. Infos dazu unter www.holzski.biz

Auf die Ausrüstung kommt es an…

Ob Schnürschuhe aus Leder, Bambusstöcke oder alte Holzki – in der Werkstatt von Sebastian Sprenger und seiner Freundin Julia in Wallgau findet man das, was moderne Skiverleiher aussortiert haben. Gegründet haben sie ihren historischen Skiverleih, damit jeder am jährlichen Nostalgie-Skirennen in Krün teilnehmen kann. Mittlerweile kann die Ausrüstung auf Anfrage auch den ganzen Winter ausgeliehen werden.
Wer alte Ski ausleihen oder spenden möchte, kann sich bei Sebastian und Julia melden unter historischerskiverleih@gmail.com oder auf facebook https://m.facebook.com/Historischer-Skiverleih-123589018438868/?ref=bookmarks

Ab auf die Piste !

Nostalgie-Skirennen gibt es jeden Winter in mehreren europäischen Wintersportorten, in Bayern zum Beispiel in Krün, Bayrischzell und Sankt Englmar. Im österreichischen Leogang gar treffen sich Nostalgie-Skifahrer aus über sechs Nationen alle zwei Jahre zu einer Weltmeisterschaft. Jeder dieser historischen Schauläufe hat seine eigenen Kriterien, bei den meisten Rennen werden aber alte Ski sowohl mit als auch ohne Stahlkante in jeweils eigenen Startgruppen zugelassen. Besonders ursprünglich geht’s in Sankt Englmar zu: Dort fährt man nur mit einem Stock und der Ski darf weder Belaglack noch Stahlkante haben. Anmelden kann sich jeder, der das passende Material auftreibt.

Wissenswertes rund ums Skifahren...

findet man in einem der vielfältigen bayerischen Skimuseen. Der Schmidt Max hat seine Nachforschungen im Bayerischen Wald begonnen: Im neu eröffneten Skimuseum in den "NaturparkWelten" im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Das Museum hat von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, in den Schulferien täglich. Mehr Informationen unter www.naturparkwelten.de


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