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Abgebrannter Sendemast Trotz Millionenschaden Glück im Unglück

Brandanschlag auf den Sendemast in Freimann am frühen Morgen des 22. Mai - noch gibt es keine weiteren Hinweise auf Täter und mögliche Motive. Was es gibt: eine erste ungefähre Schätzung der Schadenhöhe und einen Ausblick auf den Ablauf der Instandsetzung.

Von: Peter Maier, Unternehmenskommunikation

Stand: 29.05.2020

Sendemast nach dem Brand im Mai 2020 | Bild: BR

Die drängende Frage "Wer macht so etwas?" ist nach wie vor ungeklärt.

"Vielleicht waren es Leute, die gegen den 5G-Ausbau etwas haben, vielleicht solche, die einem bestimmten Mobilfunkanbieter schaden wollen oder auch Leute, die damit gegen uns, den BR, protestieren möchten."

sagt Helwin Lesch, Leiter der HA Verbreitung und Controlling, zu den möglichen Motiven

Die polizeilichen Ermittlungen dauern jedenfalls an und werden geleitet vom für "linke" Staatsschutzdelikte zuständigen Kommissariat 43.

Schadenhöhe

Helmut Knabl, Referatsleiter Bauüberwachung & Vertragsmanagement

Die Höhe des entstandenen und von der Versicherung abgedeckten Schadens liegt laut Helmut Knabl, Referatsleiter Bauüberwachung & Vertragsmanagement, nach einer ersten Schätzung "auf jeden Fall im siebenstelligen Bereich." Zwar sei die Tragwerkkonstruktion, also das Stahlgerüst des Turms, kaum betroffen. "Bei der Technik," so die Bilanz Helmut Knabls, "handelt es sich allerdings um einen Totalschaden."

Die Reparaturarbeiten werden sich über einen längeren Zeitraum hinziehen: Demontage aller Teile, Erstreinigung, genaue Materialprüfung, weitere statische Prüfungen des Gerüst, möglicher Tausch der Schrauben und Gitterroste. Helmut Knabls zeitliche Prognose: "Wenn wir im Herbst anfangen können, den Turm zu besteigen, sind wir gut dran."

Glück im Unglück

Löscharbeiten auf dem BR-Gelände München-Freimann

Und doch hätte alles noch viel schlimmer kommen können: Zum einen sind keine Menschen zu Schaden gekommen, zum anderen konnte die Sperrung der umliegenden Gebäude verhindert werden, die laut Knabl Programmbeeinträchtigungen zur Folge gehabt hätte: "Unserem fantastischen Team ist es noch am Freitag gelungen, zur Ersteinschätzung eine Koryphäe unter den Statikern nach Freimann zu holen." Der Experte habe die Stabilität des Gerüsts diagnostiziert. Keine Einsturzgefahr – keine Sperrung.

Tolle Arbeit

Auch Helwin Lesch sieht bei allem Unglück auch einen positiven Aspekt: Nicht nur, dass die Techniker noch am Freitag die Richtfunkstrecke wieder in Betrieb nehmen konnten. Es sei ihnen sogar gelungen, die obligatorische Reservestrecke einzurichten.

"Da haben meine Kollegen wirklich ein kleines Wunder vollbracht!"

Helwin Lesch, Leiter der HA Verbreitung und Controlling


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