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5G TODAY Projekt Erstes 5G-Testfeld für Rundfunkübertragung nimmt in Bayern offiziellen Betrieb auf

Das Projekt 5G TODAY hat mit einem einzigartigen Testfeld für 5G-Rundfunkübertragung seinen offiziellen Betrieb aufgenommen. Die Projektpartner Bayerischer Rundfunk, das Institut für Rundfunktechnik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz sowie Telefónica Deutschland erproben damit die testweise Rundfunkverbreitung für eine künftige 5G-Technologie. Das Institut für Rundfunktechnik ist Koordinator des Projektes.

Stand: 09.05.2019

Prof. Dr. Dr. h.c. Arndt Bode (Bayerische Forschungsstiftung), Uwe Löwenstein (Telefónica), Anton Kathrein (Kathrein-Gruppe), Ulrich Wilhelm (ARD-Vorsitzender, BR),
Dr. Florian Herrmann (Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien), Thomas Janner (Rohde & Schwarz), Manfred Reitmeier (Rohde & Schwarz), Michael Hagemeyer (IRT), Prof. Dr. Ulrich Reimers (IfN, TU Braunschweig) | Bild: WORDUP PR

Das neue Testfeld in Oberbayern wird über die Standorte Ismaning und Wendelstein versorgt. Mithilfe der beiden hohen Sendetürme, einem neu entwickelten Sendertyp sowie einem neuartigen Antennensystem, wird in den nächsten Monaten die großflächige Ausstrahlung auf Basis des neuen Broadcast-Modus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) getestet. Der FeMBMS-Rundfunkmodus erlaubt eine weitreichende und preiswerte Verbreitung massen-attraktiver Inhalte über sehr große Funkzellen mit Radien von bis zu 60 Kilometern. Übertragen wird das BR-Fernsehen auf dem Kanal 56 (754 MHz).

Mobil und flexibel: das Messsystem für 5G Broadcast wurde hier in einen Kinderwagen integriert.

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien, Dr. Florian Herrmann, startete den offiziellen Betrieb des Testnetzes per Tablet vor 150 Gästen aus der Telekommunikations- und Medienbranche, die an einer zweitägigen Fachkonferenz des IRT teilnahmen.

"Mit diesem Meilenstein schaffen wir einen Impuls für die bayerische Medienlandschaft und stellen einmal mehr die Innovationskraft des Freistaates heraus"

, so Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien.

Mit dem Projekt 5G TODAY soll der Grundstein für eine effiziente Übertragung von Rundfunkinhalten in den 5G-Netzen der Zukunft gelegt werden. Das Projekt wird mit Mitteln der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert.

"Wir müssen unsere künftigen digitalen Kommunikationsinfrastrukturen so gestalten, dass weiterhin die Teilhabe aller Menschen an vielfältigen Inhalten gewährleistet ist. Ich begrüße, dass Bayern in diesem Sinne bei der Standardsetzung und Ausgestaltung unserer digitalen Welt eine Vorreiterrolle spielt."

so Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks und derzeit ARD-Vorsitzender.

Was bei der Verbreitung von Rundfunkinhalten bislang fehlte, ist ein effizienter und direkter Weg, um Nutzer mit linearen Live-Inhalten auf mobilen Geräten (wie z.B. Smartphones oder Tablets) zu erreichen. Deshalb hat der BR zusammen mit dem IRT und drei Branchenführern 2017 das 5G TODAY-Projekt gestartet. Damit wird getestet, wie auf der Basis von 5G-Broadcasting zukünftig eine Infrastruktur geschaffen werden kann, die sich zur gleichzeitigen Versorgung von Millionen künftiger 5G-Mobilgeräte eignet. Dabei sollen weder die regulären Mobilfunknetze belastet werden, noch zusätzliche Kosten für die Bürger entstehen. Der BR stellt als assoziierter Projektpartner für den Test seine beiden Standorte, sein Programmangebot sowie seine Fachkompetenz zur Verfügung.

"In München und Oberbayern haben wir mit dem Testfeld nun ein Alleinstellungsmerkmal und ein echtes Pionierprojekt – auch wenn bis zu einem möglichen öffentlichen Betrieb und bis zur Verfügbarkeit von kommerziellen Endgeräten noch einige Jahre vergehen werden. Für unsere Forschung wird der Test wichtige Erkenntnisse liefern."

Michael Hagemeyer, Geschäftsführer des IRT

Koordinator des Projekts ist das Institut für Rundfunktechnik in Freimann.

Das IRT koordiniert das Projekt und entwickelt dafür einen Prototypen eines FeMBMS-Empfängers auf Basis der Software Defined Radio Technik (SDR). In Zukunft könnte diese Technologie in Smartphones, Tablets und TV-Geräten für den Empfang von Rundfunk über 5G integriert werden. Der Testempfänger für das Start-Event wurde vom Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig zur Verfügung gestellt.

Der Testbetrieb von 5G TODAY läuft von nun an bis Herbst 2019, danach werden die Ergebnisse ausgewertet und die weitere Verwertung der Erkenntnisse geplant. Das Projekt endet am 31. Oktober dieses Jahres.


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