Religion - Gottesdienste


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Neujahrsgottesdienst Live aus der Peterskirche in Rom

Papst Franziskus hat eine schmerzhafte Entzündung des Ischiasnervs. Deshalb wird Kardinal Pietro Parolin den Neujahrsgottesdienst stellvertretend für den Papst feiern. Trotzdem startet der Papst mit Zuversicht ins neue Jahr. Für ihn gibt es kein Zurück zur Normalität vor der Pandemie und so soll auch der Gottesdienst am Neujahrsmorgen die Hoffnung stärken, dass es Wege aus der Krise gibt.

Von: Andrea Kammhuber

Stand: 16.12.2020

Papst Franziskus | Bild: BR

"Um von einer anderen Zukunft zu träumen, müssen wir Geschwisterlichkeit anstatt Individualismus als Organisationsprinzip wählen", so Papst Franziskus. Traditionell feiert die katholische Kirche an Neujahr das Hochfest der Gottesmutter Maria und ruft zum Frieden in der Welt.

Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden

Nach der Diagnose des Papstes hat die Corona-Krise die schon bestehenden Konflikte und Krisen in der Welt verstärkt. Deshalb wünscht er sich in der Friedensbotschaft, die Mitte Dezember an die Regierenden der Welt verschickt wurde, eine Kultur der Achtsamkeit, bei der jeder für den anderen und die Schöpfung Sorge trage, um so eine Gesellschaft aufzubauen, die auf den Beziehungen der Geschwisterlichkeit beruht. Nur durch Achtsamkeit könne ein Weg zum Frieden in der Welt gefunden werden. Papst Franziskus findet es nicht hinnehmbar, „dass Konflikte in unserer Welt zur Normalität geworden sind“ und dass viele Ressourcen „für Waffen, insbesondere Atomwaffen, vergeudet würden. Diese Ressourcen würden dringend anderweitig gebraucht: „Auch dies wird durch globale Probleme wie die aktuelle Covid-19-Pandemie und den Klimawandel deutlich.“

Appell zum Frieden in der Welt

Der Weltfriedenstag wird seit 1968 begangen. Papst Paul VI. hatte ihn in der Zeit des atomaren Wettrüstens eingeführt und damals zur Einhaltung der Menschenrechte, zum Leben in Frieden und Liebe aufgerufen. 

Zum 8. Mal feiert Papst Franziskus als Oberhaupt von 1,33 Milliarden Katholiken den Neujahrsgottesdienst. Seit dem Beginn seines Pontifikats und der ersten Reise zu den Gestrandeten auf der Insel Lampedusa geht der Papst aus Argentinien ungeachtet aller Proteste seinen Weg. Er steht für eine Kirche der Armen, protestiert gegen eine Globalisierung der Gleichgültigkeit.

Im Anschluss an den Gottesdienst betet Papst Franziskus das Angelusgebet und spendet den Segen für ein gutes und glückliches neues Jahr.

Es kommentieren Monsignore Erwin Albrecht und Andrea Kammhuber.


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