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Naturerlebnis im Nürnberger Land Wanderung zur Teufelsschlucht

In der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai wird nach heidnischem Brauch der Winter vertrieben. Einigen Sagen nach versammeln sich in dieser Nacht Hexen um ein Feuer und tanzen mit dem Teufel. Ein solcher Aberglaube hat auch im Nürnberger Land der Teufelsschlucht ihren Namen verliehen.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 01.05.2021

Naturerlebnis im Nürnberger Land | Bild: BR; Ulrike Nikola

Rolf Wallmüller-Hoch ist ein heimatkundlicher Kenner

Die Teufelsschlucht ist eigentlich eine Sandsteinschlucht, die vom Wasser ausgewaschen und auch von Menschenhand durchlöchert wurde, so dass dadurch bizarre Formen entstanden sind. Durch die Felsformationen zwischen Grünsberg und Altdorf kann man wandern – und sogar den Teufel hören, heißt es. Rolf Wallmüller-Hoch von den Altstadtfreunden in Altdorf führt mich durch die Teufelsschlucht bei Grünsberg, er ist ein heimatkundlicher Kenner der Region. „Geologisch betrachtet laufen wir durch eine Räthsandsteinschlucht. Die obere Schicht ist noch Kalkstein, und alles, was an Oberflächenwasser früher abgelaufen ist, ist in die Schwarzach. Und in tausenden von Jahren hat sich diese Schlucht ausgegraben.“

Manchmal ein Rinnsal - manchmal ein donnernder Wasserfall

Felsvorsprünge und Nischen ragen in die Schlucht hinein. Efeu hängt wie ein Vorhang von Felsen herab und durch die Feuchtigkeit wächst Moos auf den Baustämmen. Ein Trampelpfad führt über Holzplanken, schmale Brücken und Steine. Je weiter wir laufen, umso enger wird die Schlucht. Umgestürzte Bäume liegen quer und es zwitschert und zirpt von allen Seiten. Schon seit über hundert Jahren ist die Teufelsschlucht ein ausgewiesenes Naturdenkmal und gehört zum Biotopverbund der fränkischen Sandachse. In dem sandigen und durch den Bach oft feuchten Terrain fühlen sich Erdkröten und Feuersalamander wohl. Es wachsen so genannte schluchtwaldartige Bäume wie Bergahorn, Buchen und Linden.

Wanderweg Nummer 4

Der Bach, der durch die Teufelsschlucht fließt, mündet in die Schwarzach. Entsprechend verläuft der Rundwanderweg Nummer 4 zwischen Schwarzachtal und Burgthann, ist aber auch kombinierbar mit einer elf Kilometer langen Wanderung über Altdorf und andere sagenumwobene Orte, wie Rolf Wallmüller-Hoch weiß: „Es gibt in der Nähe auch noch eine Teufelshöhle. Die ist relativ klein und schwer zu begehen, aber da haben Raubritter früher, die hier auf den Burgen saßen, ihre Beute drin versteckt. Denn in die Teufelshöhle geht keiner rein, der sie nicht kennt.“

Auch um die Teufelskirche rankt sich eine Sage, wonach der Ritter Jörg von Tann bei der Jagd von den Felsen stürzte. Daraufhin habe der Teufel ihn geholt und sei mit ihm zur Hölle gefahren. Durch dieses Spektakel habe sich die eindrucksvolle Schlucht aufgetan.

Bis heute sind Wanderer von den geheimnisvollen Sandsteinhöhlen fasziniert, in denen das Wasser einzigartige Schluchten geformt hat. Oder hatte vielleicht doch der Teufel seine Hand im Spiel? Wer weiß.


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