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Zwölfuhrläuten Egweil in Oberbayern

Schon früh haben Menschen die fruchtbare Hochfläche der südlichen Frankenalb zwischen der Altmühl bei Eichstätt und dem Donautal bei Neuburg besiedelt. Auch in der heutigen Gemeinde Egweil gibt es zahlreiche Spuren aus keltisch-römischer Zeit.

Von: Wolfgang Näßer

Stand: 03.11.2013 | Archiv

Die erste urkundliche Erwähnung des gut 1.100 Einwohner zählenden Ortes findet sich schließlich im Jahr 847.

Neue Kirche mit Steinen der alten errichtet

Deutlich jünger ist die Pfarrkirche St. Martin, die sich auf einem kleinen Hügel über die Häuser des Dorfes erhebt. Dort, wo schon seit Jahrhunderten ein kleines Kirchlein stand, begann die stark wachsende Gemeinde 1947 mit dem Bau des neuen Gotteshauses. Nach dem Weltkrieg war das ein echter Kraftakt, den die Bewohner von Egweil jedoch mit viel Enthusiasmus und großem Zusammenhalt meisterten. Steine der alten Kirche und von Kriegsruinen bildeten das Baumaterial, jeder half mit und 1950 konnte geweiht werden.

Mittelalterliche Figur des Kirchenpatrons

Das Innere der Martinskirche zeigt sich in klarer Schlichtheit. Besonders ins Auge fällt das Tonnengewölbe im Langhaus. Umrankt von Blumenmustern reihen sich zahlreiche Bittsprüche aneinander, die die Lage der Menschen nach dem Krieg widerspiegeln. Das restliche Inventar, etwa der Hochaltar oder die Kanzel, stammen aus der alten Kirche. Auch eine kleine, holzgeschnitzte Figur des Kirchenpatrons aus der Zeit um 1300 hat wieder seinen Platz gefunden.

Alte Glocke bekommt Ehrenplatz

Die älteste Glocke der Martinskirche ist stillgelegt. Sie wurde 1451 in Nürnberg gegossen und soll demnächst einen Ehrenplatz am Kirchhof bekommen. Das gegenwärtige, vierstimmige Bronzegeläut erhielt seine Weihe 1961.


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