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Zwölfuhrläuten Burghaslach in Mittelfranken

Die gute Verkehrsanbindung und die zentrale Lage zwischen Nürnberg, Würzburg und Bamberg haben die Marktgemeinde Burghaslach zu einem attraktiven Standort im Herzen des Steigerwaldes gemacht. Die Burg, die neben dem Flüsschen Haslach dem Ort seinen Namen gegeben hat, sucht man allerdings vergeblich. Aus dem "Castrum Haselach" ist das ehemals Fürstlich Castellsche Schloss im klassizistischen Stil geworden.

Von: Regina Fanderl

Stand: 18.11.2018 | Archiv

Kirchlich war erst mal nicht viel los in der Siedlung drum herum. Die "heidnischen Slawen" im Steigerwald konnten sich bis zur Gründung des Zisterzienserklosters Ebrach im Jahr 1126 erfolgreich einer Christianisierung widersetzen.

Eleganter Barock

Vom Vorgängerbau der Ägidiuskirche, die sich heute im frisch renovierten Gewand des frühen 20. Jahrhunderts präsentiert, ist nahezu nichts bekannt. Erst 1715 taucht er in einem Brief des damaligen Pfarrers an die Herrschaft von Castell auf. Er beklagt sich bitter über das angeblich hässliche und marode Gotteshaus. Schön und kostbar sei allenfalls das Geläut!
Die Herrschaft genehmigte eine der damals in Mode gekommenen Kirchen im eleganten, leichtbeschwingten und lebensfrohen Barock. 1718, vor 300 Jahren, wurde die St.-Ägidius-Kirche in ihrer heutigen Größe geweiht.

Marien-Lob auf Glocken

Für den Turm fehlte erst mal das Geld. Erst rund 30 Jahre später konnte dort wieder das erwähnte "kostbare Geläut" aufgehängt werden. Heute sind es sechs Glocken, die zu Gottesdienst und Gebet rufen. Zwei kamen 1959 aus der hessischen Gießerei Rincker dazu, die vier alten stammen allesamt aus dem 16. Jahrhundert. Dass drei der vier ältesten Glocken ein Marien-Lob als Umschrift haben, liegt daran, dass sie vor 1529 in Auftrag gegeben wurden. Die Lehre Luthers wurde in Burghaslach erst um 1530 eingeführt.


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