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Kuriose Steuern

Geschichte der Steuern Kuriose Steuern

Stand: 12.01.2017

Zugemauerte Fenster eines alten Hauses  | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Beispiel für eine außergewöhnliche Steuer stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christi. Damals herrschte Kaiser Vespasian über das Römische Reich. Seine Vorgänger hatten ihm leere Staatskassen hinterlassen. Um diese zu füllen, musste er sich neue Einnahmen einfallen lassen. So erließ er unter anderem eine Steuer für öffentliche Toiletten. Als sein Sohn sich über diese Steuer beschwerte, hielt ihm der Kaiser eine Münze entgegen, die aus dieser neuen Steuer stammte, und wollte von ihm wissen, ob das Geld stinke. Der Sohn verneinte dies. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die Redewendung "Geld stinkt nicht" ("Pecunia non olet"). Noch heute wird sie verwendet, um den Besitz von Geld aus unsauberen Einnahmequellen zu rechtfertigen.

Weg mit den Bärten!

Eine ungewöhnliche Steuer erließ der russische Zar Peter der Große Anfang des 18. Jahrhunderts. Auf vielen Gebieten strebte er nach einer Modernisierung seines Landes, so auch in Modefragen. Besonders die gewaltigen Bärte, die russische Männer damals trugen, waren in seinen Augen ein Symbol für die überkommenen Bräuche seines Landes. Da die Männer aber ihre Bärte nicht freiwillig abnahmen, führte der Zar eine Steuer auf Bärte ein. Wer seinen Gesichtsschmuck behalten wollte, musste zahlen. Im Gegenzug erhielt man eine Kupfermünze, die man als Bartträger mit sich führen musste, wollte man bei einer Kontrolle einer Zwangsrasur in der Öffentlichkeit entgehen.

Fenstersteuer

Eine heute ebenso ungewöhnlich anmutende Steuer gab es in einigen europäischen Ländern. Um für die Steuererhebung das Vermögen der Bürger zu schätzen, wurde die Anzahl der zur Straße gehenden Türen und Fenster ihrer Häuser gezählt. Dies hatte zur Folge, dass die Bürger begannen, Fenster zuzumauern oder bei dem Bau von neuen Häusern auf möglichst viele Fenster zu verzichten. Wenn man aufmerksam ist, kann man die Folgen heute noch in einigen Städten beobachten.

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Marinus van  Roymerswaele (1490-1567) "Zwei Steuereinnehmer" auf Eichenholz | Bild: picture-alliance/dpa zum Thema Geschichte der Steuern Zugemauerte Fenster und gestutzte Bärte

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