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Wie Hitler an die Macht kam Glossar

Stand: 29.10.2013 | Archiv

BegriffErklärung
Agitationpolitische Hetze, intensive politische Aufklärungs- und Werbetätigkeit
Defileeparademäßiger Vorbeimarsch
deroutierte Truppederoutieren bedeutet soviel wie auseinander driften, fliehen oder herunterkommen, gemeint ist eine ziemlich chaotische Gruppe
Kamarillaeinflussreiche Gruppe um einen Herrscher
OligarchieStaatsform, in der die Macht nur von einer kleiner Gruppe ausgeht
Orkus/Orcus Lateinisch = Unterwelt
PlenumVollversammlung, die Gesamtheit (des Parlaments u.a.)
PropagandaVerbreitung von Ideen und Informationen mit dem Ziel der Manipulation. Der Begriff geht auf die päpstliche Congregatio de propaganda fide (Vereinigung zur Verbreitung des Glaubens) zurück, die Gregor XV. 1622 gründete. Da die Anhänger der Reformation dem Papst bei dieser Gründung machtpolitische Motive unterstellten, erhielt der Begriff der Propaganda einen bis heute spürbaren negativen Beigeschmack.
ReparationenSeit dem 1. Weltkrieg sind Reparationen die Bezeichnung für Kriegsentschädigungen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Deutschland durch den Versailler Vertrag verpflichtet, Zahlungen in zunächst unbestimmter Höhe und Sachlieferungen zu leisten. 1921 wurden von den Siegermächten zunächst 132 Mrd. Goldmark gefordert.
pariBegriff aus dem Bankwesen = gleich

Personen

NameWerdegang
Comedian HarmonistsA-Cappella-Gesangsgruppe, die seit 1928 auftrat und schnell populär wurde. Bekannte Lieder sind z.B. "Veronika, der Lenz ist da" oder "Mein kleiner grüner Kaktus".
Brüning, Heinrich (1885-1970)Deutscher Politiker. Mit seiner Ernennung zum Reichskanzler 1930 begann die zunehmende Verlagerung der politischen Macht vom Parlament zum Reichspräsidenten. Gestützt auf präsidiale Notverordnungen betrieb Brüning eine harte Sparpolitik, mit dem Ziel, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die Reparationszahlungen abzuwenden. Als er durch sein Verbot der SA und der SS auf Konfrontationskurs mit den Nationalsozialisten ging und plante, die Privilegien der Großgrundbesitzer einzuschränken, entzog ihm Hindenburg das Vertrauen und entließ ihn. 1934 flüchtete er und emigrierte in die USA. 1951-54 war er Professor für politische Wissenschaften in Köln.
Bülow, Bernhard von (1849-1929)Deutscher Politiker und Staatsmann. 1874 trat Bülow in den diplomatischen Dienst und machte rasch Karriere, wurde Staatssekretär des Äußeren (Außenminister) und Reichskanzler unter Kaiser Wilhelm II. Die Folge seiner Außenpolitik war die Isolierung des Deutschen Reiches in der Bündnispolitik. Im Winter 1914/15 ging er als Sonderbotschafter nach Rom. Seine Stellung zum Kaiser wurde durch die Daily-Telegraph-Affäre erschüttert. Im Winter 1914/15 ging er als Sonderbotschafter nach Rom.
François-Poncet, André (1887-1978)Französischer Diplomat, war 1931-38 Botschafter in Berlin, 1938-40 in Rom. 1943-45 befand er sich in deutscher Haft. 1953-55 machte er sich als französischer Botschafter in Bonn um die französisch-deutschen Beziehungen verdient.
Frick, Wilhelm (1877–1946)Deutscher Politiker, als Reichsinnenminister (1933–43) hatte Frick wesentlichen Anteil am Aufbau der NS-Diktatur und an der Durchführung der Rassengesetzgebung.
Goebbels, Joseph (1897–1945)1926 wurde Goebbels zum Gauleiter der NSDAP von Berlin-Brandenburg ernannt. 1927 – 35 gab er das Kampfblatt "Der Angriff" heraus. Im März 1933 wurde er von Hitler zum Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda ernannt. Als Leiter der Reichskulturkammer (September 1933) beherrschte er durch Gleichschaltung aller Massenmedien und Kontrolle das geistige und kulturelle Leben in Deutschland.
Göring, Hermann (1893–1946)Deutscher Politiker, 1922 schloss Hermann Göring sich der NSDAP an und wurde oberster Führer der SA. 1930 ernannte Hitler ihn zu seinem politischen Beauftragten in Berlin und 1938 zum Generalfeldmarschall. Am 31.7.1941 erteilte Göring den Auftrag, alle organisatorischen und technischen Vorbereitungen zur "Endlösung der Judenfrage" zu treffen.
Hindenburg, Paul von (1847–1934)Deutscher Militär und Politiker. Als "Sieger von Tannenberg" über russische Armeen 1914, im Ersten Weltkrieg, genoss der Generalfeldmarschall den Ruf eines Nationalhelden. 1925 wurde der überzeugte Monarchist (im Alter von 77 Jahren) zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Durch seine Unterstützung von Präsidialregierungen förderte Hindenburg, der stark von seinen Beratern beeinflusst wurde, ab 1930 eine zunehmende Entmachtung des Parlaments. 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler. Er unterzeichnete die "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat" vom 28.2.1933 und das Ermächtigungsgesetz vom 24.3.1933.
Hitler, Adolf (1889-1945)Führer der NSDAP und Diktator im Dritten Reich. 1919 trat Hitler der zahlenmäßig kleinen, stark antisemitisch ausgerichteten DAP bei. Er wurde Propagandaobmann der Partei, die sich 1920 in die NSDAP umbenannte. 1925 übernahm Hitler die Führung der wieder gegründeten NSDAP. Es gelang ihm bei den Reichstagswahlen von 1932 die Partei zur stärksten politischen Kraft im Reichstag zu machen. 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. 1939 löste Hitler mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus und realisierte seine rassenideologischen Vorstellungen (Holocaust). Der systematisch betriebene Völkermord an den europäischen Juden und der Zweite Weltkrieg brachten weit über 50 Millionen Menschen den Tod.
Hugenberg, Alfred (1865–1951)Deutscher Wirtschaftsführer und Politiker, der im November 1918 die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) gründete. Als Vorsitzender (1928–1933) führte Hugenberg die DNVP zu einer engen Zusammenarbeit mit der NSDAP. In der Regierung Hitler war er von Januar bis Juni 1933 Reichsminister für Wirtschaft und Ernährung und bis 1945 Mitglied des Reichstags.
Meißner, Otto (1880-1953)Deutscher Jurist war 1920-35 Leiter des Büros des Reichspräsidenten und 1935-45 Chef der Präsidialkanzlei.
Schleicher, Kurt von (1882-1934)Deutscher General und Politiker, 1926 übernahm Schleicher die Leitung der Wehrmachtsabteilung im Reichswehrministerium. Im Mai 1932 trug Schleicher maßgeblich zum Sturz Brünings bei. In Papens Regierung wurde Schleicher Reichswehrminister. Seit 1932 selbst Reichskanzler entzog Hindenburg ihm bereits am 28. Januar 1933 das Vertrauen. Beim "Röhm-Putsch" wurde Schleicher getötet.
Strasser, Gregor (1892-1934)Deutscher Politiker, ab 1928 Reichsorganisationsleiter setzte er die Gau- und vertikale Lenkungsstruktur der NSDAP durch. Zu einem offenen Konflikt mit Hitler kam es, als Strasser sich Ende 1932 für eine Beteiligung der NSDAP an einer Regierung unter Kurt von Schleicher aussprach. Er konnte sich damit gegen Hitler nicht durchsetzen und legte 1932 alle Ämter nieder. Beim "Röhm-Putsch" 1934 wurde Strasser von der SS ermordet.
Papen, Franz von (1879–1969)Politiker und Diplomat. Nach einer Militärkarriere verließ Papen 1918 die Armee und wurde Abgeordneter der Zentrumspartei im Preußischen Landtag. im Juni 1932 von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt, regierte Papen gestützt auf Notverordnungen des Präsidenten. Als er plante, Hindenburg den Reichstag auflösen zu lassen und Neuwahlen zu verschieben, versagte ihm sein Kabinett die Gefolgschaft und er trat zurück. Um seinen Nachfolger Kurt von Schleicher abzulösen, schlug er Hindenburg vor, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen und selbst Vizekanzler zu werden. So verhalf er Hitler zur Macht.

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