Bayern 2 - Das Kalenderblatt


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7. Februar 1821 Der erste Mensch betritt antarktischen Boden

Teasertext

Stand: 07.02.2019 | Archiv

07 Februar

Donnerstag, 07. Februar 2019

Autor(in): Thomas Grasberger

Sprecher(in): Johannes Hitzelberger

Illustration: Tobias Kubald

Redaktion: Frank Halbach

Nun ist unsere Erde bekanntlich ein recht abwechslungsreicher Planet. Von tropischen Urwäldern bis zu heißen Wüsten, von eisigen Hochgebirgen bis zu feucht-milden Flussauen, von überfüllten Adriastränden bis zu bayerischen Voralpenseen mit schattigen Biergärten – da ist für jeden was dabei, der ein wenig Abwechslung in seinen Alltag bringen und deshalb in die Ferien fahren will. Freilich, auch die Zahl derer, die zwischen Bibione und Timbuktu schon alles gesehen haben, wird ständig größer. Wie anders könnte man sonst erklären, dass sich immer mehr Touristen in die abgelegensten und unwirtlichsten Winkel unserer Erde durchschlagen. Und was wäre abgelegener und unwirtlicher als die Eiswüste der Antarktis?

Terra Australis

51.707 Besucher sind in der Saison 2017/18 an den Südpol gereist. Davon ein Drittel US-Amerikaner, gefolgt von Chinesen mit 16 und Australiern mit 11 Prozent. Briten und Deutsche stellen übrigens "nur" jeweils 7 Prozent der Antarktis-Touristen. Ein recht buntes Völkchen also, das sich da für viel Geld um die besten Plätze an der Reling der Polarschiffe drängelt, wenn zum großen Video-Halali auf Buckelwal und Kaiserpinguin geblasen wird. Wer übrigens Eisbären erwartet, hat das falsche Schiff bestiegen; denn die gibt´s nur am Nordpol. Dafür hat es am Südpol deutlich mehr Robben, auf die es schon die Seefahrer vor zweihundert Jahren abgesehen hatten. Und zwar nicht zum Fotoshooting, sondern zur millionenfachen Massenschlächterei, die in der Geschichte des Planeten ihresgleichen sucht. Vor allem der antarktische Seebär wurde wegen seines Fells damals nahezu vollständig ausgerottet.

Einer dieser skrupellosen Robbenjäger war der Amerikaner John Davis, geboren 1784 im englischen Surrey. Davis hatte sich mit 16 der britischen Handelsmarine verschrieben und war bis zum Kapitän aufgestiegen. Auf der Suche nach immer neuen Jagdgründen segelte er öfter in antarktische Gewässer. Dass dort unten, tief im Süden, ein riesiger Kontinent liegen musste, war ja seit langem bekannt. In den alten Karten war die Terra Australis schon seit dem sechzehnten Jahrhundert eingezeichnet. Aber betreten hatte das eisige Land noch keiner.

Erster oder nicht erster?

Am 7. Februar 1821 jedoch war es so weit. Captain John Davis aus Connecticut steuerte sein Schiff "Cecilia" auf die Küste der Antarktis zu. Sanfte Winde und leicht wolkiges Wetter erlaubten es, Anker zu setzen und ein Beiboot ans schneebedeckte Land in der Hughes Bay zu schicken, um dort nach Robben zu suchen. Schon nach einer Stunde kam das Boot wieder zurück. Ohne Beute. Dafür wurde später ein 74 Kilometer langer Küstentreifen nach Captain Davis benannt. Denn seine Mannen hatten als erste den Boden der Antarktis betreten. Was heutige Historiker allerdings anzweifeln. Denn die einzige Quelle ist das Logbuch von Davis. Tja, sowas wäre unseren heutigen Antarktis-Abenteurern wohl kaum passiert. Allein das Filmmaterial der jährlich 50.000 Südpol-Touristen dürfte mehrere Millionen Stunden umfassen. Wunderbar weiße Eiswüste, wohin das Kameraauge blickt. Ach ja, schon schön, unser Planet! Und so abwechslungsreich!


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