Bayern 2

radioWissen Auschwitz überleben

Anita Lasker Wallfisch  | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 27.01.2014
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Anita Lasker Wallfisch
Die Cellistin von Auschwitz
Autorin: Carola Zinner / Regie: Martin Trauner

Rudolf Höß
Ein deutscher Nationalsozialist
Autor: Christian Feldmann / Regie: Sabine Kienhöfer

Das Kalenderblatt
27.1.1978
Der "Tunix"-Kongress beginnt
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"Obwohl ich kahlgeschoren war und eine Nummer auf dem Arm trug, hatte ich meine Identität nicht vollständig verloren. Ich war 'die Cellistin'." Anita Lasker-Wallfisch verdankt ihr Überleben im KZ vermutlich einzig und allein der Tatsache, dass sie Cello spielen konnte. Denn dieses Instrument fehlte noch im “Mädchenorchester von Auschwitz”. In ihren Lebenserinnerungen "Ihr sollt die Wahrheit erben" erzählt Lasker-Wallfisch die Geschichte ihres Überlebens. Nach der Befreiung wanderte die junge Frau nach Großbritannien aus, wo sie unter anderem Mitbegründerin des English Chamber Orchestra wurde. Bis heute hält Anita Lasker-Wallfisch an deutschen Schulen Lesungen und Vorträge, in dem sie die Geschehnisse bezeugt und zu einem friedlichen Miteinander aller Menschen auffordert.
Von einer atemberaubenden Opfer-Biographie zu einer der erschreckenden Täter-Biographien des Nationalsozialismus. Warum Rudolf Höß, Kommandant des KZ Auschwitz, als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt wurde, konnte er bis zum Schluss nicht verstehen: Er hatte doch nur Befehle ausgeführt. Ob er über die Schuld der von ihm in den Gaskammern vernichteten Juden nachgedacht habe, wollte der Gerichtspsychologe im "Nürnberger Prozess" von ihm wissen. Eine "unrealistische" Frage, antwortete Höß. "Wir SS-Leute sollten über solche Dinge nicht nachdenken; es kam uns auch nicht in den Sinn." Der tierliebende, kleinbürgerliche Familienmensch Rudolf Höß, der "persönlich nie Juden gehasst" habe, gilt als Musterbeispiel dafür, was eine Gewissen und Moral ausblendende Gehorsams- und Untertanenmentalität aus einem Menschen machen kann.


Einige Zuspielungen (im MS gekennzeichnet mit *) von Anita Lasker-Wallfisch stammen aus der dokumentarischen Höredition: "Die Quellen sprechen - Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 - 1945", produziert vom Bayerische Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte und der Edition ‚Judenverfolgung 1933- 1945‘.
http://die-quellen-sprechen.de/



Redaktion: Thomas Morawetz / Brigitte Reimer
Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/manuskripte/index.html

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