Bayern 2

radioWissen Der Koreakrieg

Soldaten stehen bewaffnet vor einem asiatischen Gebäude | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 22.06.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Der Koreakrieg
Wie aus Brüdern Feinde wurden

Korea-Boom in Deutschland
Aufschwung dank Krieg

Das Kalenderblatt
22.6.1911
Orgel des Kaufhauses "Wanamaker" in Philadelphia eingeweiht
Von Xaver Frühbeis

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Koreakrieg - wie aus Brüdern Feinde wurden
Autorin: Isabella Arcucci / Regie: Susi Weichselbaumer
Historiker nennen ihn häufig den "vergessenen Krieg". Denn im Westen scheint sich kaum noch jemand an den Koreakrieg und dessen schreckliches Ausmaß zu erinnern: Er forderte mehrere Millionen Menschenleben zwischen 1950-53. Wirklich beendet ist er bis heute nicht. Am 27. Juli 1953 wurde lediglich ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Es war ein Krieg, der Familien auseinanderriss, ein Krieg, in dem beide Seiten grausame Massaker anrichteten, die USA weit mehr Napalm einsetzte als später in Vietnam und der beinahe zum Atomkrieg wurde. Warum kam es zur Teilung von Nord und Süd in zwei bis heute verfeindete Lager? Welche Rolle spielten dabei die USA und die Sowjetunion? Und wer waren die Männer an der Spitze der beiden Koreas: der Partisanenkämpfer Kim Il-sung und der Havard-Absolvent Rhee Syngman?

Korea-Boom in Deutschland - Aufschwung dank Krieg
Autoren: Volker Eklkofer und Simon Demmelhuber / Regie: Martin Trauner
Am 25.6.1950 überschreiten Soldaten des kommunistischen Machthabers Kim Il-sung den 38. Breitengrad, die Trennlinie zwischen dem sowjetischen und dem amerikanischen Einflussbereich in Korea. Die USA schicken Truppen, um die Invasion zu stoppen. Der erste heiße Konflikt im Kalten Krieg erschüttert die Welt, in Bonn herrscht nackte Panik. Was tun, wenn die paramilitärische Volkspolizei der DDR angreift? Doch während in Ostasien bis zum Waffenstillstand 1953 drei Millionen Menschen sterben, bleibt es an der innerdeutschen Grenze ruhig. Doch der Konflikt verschweißt Weltkriegsverlierer und Westalliierte zu Bündnispartnern. Weil die US-Industrie wieder vorrangig Waffen produziert, fehlen auf dem Weltmarkt Maschinen, Autos, Chemie- oder Elektroprodukte. Die deutsche Wirtschaft steht bereit, diese Lücke zu füllen. Das tut sie mit Erfolg. Der blutige Koreakrieg wird so zum Paten des deutschen "Wirtschaftswunders". Mit dem zunehmend schärferen Ost-West-Konflikt steht auf beiden Seiten des Atlantiks auch die Frage der Wiederbewaffnung Deutschlands im Raum. Für Rüstungsproduzenten, gerade in Bayern, brechen erneut herrliche Zeiten an.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz
Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
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