Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Wenn Tiere auf Wanderung gehen

Kröten nah | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 28.05.2020
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Tierwanderungen
Das geheimnisvolle Naturschauspiel

Der Aal
Ein Fisch voller Rätsel

Das Kalenderblatt
28.5.1937
Golden Gate Bridge für Verkehr freigegeben
Von Brigitte Kohn
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Tierwanderungen - das geheimnisvolle Naturschauspiel
Autorin: Claudia Heissenberg / Regie: Susi Weichselbaumer
Im Herbst und Frühjahr ist es jedes Mal aufs Neue ein beeindruckendes Schauspiel, wenn die Wildgänse laut rufend und in großen V-Formationen gen Süden fliegen oder nach Norden zurückkehren. Und sie sind längst nicht die einzigen Tiere, die sich Jahr für Jahr auf lange Wege machen - über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. In Afrika ziehen Millionen Gnus, Gazellen und Zebras auf der Suche nach Nahrung dem Regen hinterher. Wale und Schildkröten durchqueren auf der Reise zu ihren Nahrungs- und Fortpflanzungsgründen ganze Ozeane. Je größer die Distanzen und je höher das Tempo, desto schwieriger ist es für Biologen, die Wanderungen der Tiere zu verfolgen. Während Erdkröten noch relativ leicht vor Ort beobachtet werden können, wusste man bei Zugvögeln lange Zeit gar nicht, woher sie kommen und wohin sie verschwinden. Mittlerweile können Biologen die Tiere mit Hilfe von Mikroelektronik per Funk oder Satellitenortung ausfindig machen und auf ihren Routen begleiten. Aber wie merken die Tiere überhaupt, dass es Zeit ist, sich auf den Weg zu machen. Und wie finden sie ihren Weg? Bis heute gibt das faszinierende Phänomen der Tierwanderungen der Wissenschaft Rätsel auf.

Der Aal - ein Fisch voller Rätsel
Autor: Bernhard Kastner / Regie: Christiane Klenz
Der Aal ist ein ganz besonderer Fisch. Von seinem Aussehen her erinnert das Tier eher an eine Schlange, als an einen Fisch. Er kann sich im Notfall schlängelnd über das Land fortbewegen, um dann blitzschnell wieder ins rettende Nass abzutauchen. Er trägt seit der Günter Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" den Ruf, ein schleimiger Aasfresser zu sein, der sich durch modernde Pferdeköpfe am Grund von Seen und Flüssen frisst - und: Er begibt sich zweimal in seinem Leben auf eine ganz besondere und im Tierreich außergewöhnliche Reise. Sein Leben beginnt sozusagen schon mit einer Reise: Von seinem Geburtsort in der Sargassosee nahe den Bahamas wandert der frisch geschlüpfte Aal so lang durch die Meere, bis er an den europäischen Küsten ankommt. Dabei durchlebt der winzige Aal verschiedene Entwicklungsstadien, bis er schließlich als kleiner Glasaal die Küsten erreicht. Von hier aus geht es für die meisten flussaufwärts, bis sie einen Fluss oder einen See finden, in dem sie die nächsten Jahre leben werden. Bis sie eines Tages ein unwiderstehlicher Ruf zurück in die Sargassosee lockt. Unbeirrbar schwimmt der Aal dann zurück zu seinem Geburtsort, paart sich, vermehrt sich … und stirbt. Seine Nachkommen aber machen sich wieder auf die lange Reise zurück. Und so wiederholt sich eines der vielen Wunder der Natur seit Millionen von Jahren.

Moderation: Birgit Magiera
Redaktion: Bernhard Kastner

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