Bayern 2

     

radioWissen Kriemhild, Brünhild und Sita

Kriemhild aus der Nibelungensage | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 12.05.2020
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Kriemhild und Brünhild
Heldinnen der Nibelungen

Sita
Indiens mythologische Traumfrau

Das Kalenderblatt
12.5.1912
Jungfernfahrt der Wendelsteinbahn
Von Regina Fanderl
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kriemhild und Brünhild - Heldinnen der Nibelungen
Autorin: Carola Zinner / Regie: Eva Demmelhuber
„Diz ist der Nibelunge Nôt“: Mit diesen Worten endet eine der berühmtesten Dichtungen des Mittelalters, das Nibelungenlied. Zwei Frauen von höchst unterschiedlicher Wesensart stehen im Mittelpunkt dieses Heldenepos´, in dem es um Liebe und Eifersucht geht, um Verrat, Rache und Mord. Da ist zum einen die schöne Kriemhild, zu Beginn der Handlung ein sittsames junges Mädchen, das rundum dem mittelalterlichen Ideal einer jungen Prinzessin entspricht. Allerdings schreckt Kriemhild davor zurück, zu heiraten. Doch dann wirbt Siegfried von Xanten um sie, der nicht nur gut aussehend ist und überaus stark, sondern als Besitzer des Nibelungenschatzes auch noch unermesslich reich… Die zweite große Frauenfigur der Nibelungensage ist die - ebenfalls wunderschöne - Brünhild. Sie lebt anfangs als alleinstehende Königin auf Island und besitzt schier übermenschlichen Kräfte, die sie gerne dazu nutzt, ihre zahlreichen Freier im Wettkampf zu besiegen und dann zu töten. Ausgerechnet Kriemhilds Bruder Gunther aber gelingt es schließlich, Brünhild zu besiegen und somit ihre Hand zu erringen. Allerdings ließ sich Gunther sowohl beim Wettkampf als auch beim turbulenten Ringen rund um den Vollzug der Ehe mit Brünhild heimlich von Siegfried helfen, der sich dank einer Tarnkappe unsichtbar machen kann. Dieser Betrug ist der Anfang einer riesigen Verstrickung, in deren Verlauf Siegfried einem hinterlistigen Mord zum Opfer fällt und Kriemhild sich zur männermordenden Rächerin wandelt, die unter den eigenen Verwandten ein gigantisches Blutbad anrichtet.

Sita - Indiens mythologische Traumfrau
Autorin: Isabella Arcucci / Regie: Christiane Klenz
Sita! Millionen Frauen in Indien wollen sein wie sie. So schön und sanft wie die weibliche Heldin des alten hinduistischen Epos Ramayana. Besser gesagt, die indischen Frauen sollen sein wie Sita. Unterwürfig, bescheiden, selbstaufopfernd. Der Star im Epos Ramayana ist nicht Sita, sondern ihr Mann, der Gottkönig Rama. Ihm folgt Sita klaglos überall hin - auch in die Verbannung. Als sie unbedachterweise den magischen Kreidekreis, den Lakshman Rekha, übertritt gelingt es dem lüsternen Dämon Ravana, sie zu rauben. König Rama kann Sita befreien - doch damit beginnen erst die Eheprobleme. Falsche Gerüchte kommen Rama zu Ohren: War seine Frau ihm während ihrer Gefangenschaft untreu? Und trägt sie durch ihren Leichtsinn nicht ohnehin selbst die Schuld an ihrer Entführung? "Es gibt für jede Frau ein Lakshman Rekha. Wer diese Grenze übertritt, dem lauert ein Ravana auf", so ein indischer Politiker anlässlich der Vergewaltigungsdebatte in Indien. Auch nach 2.000 Jahren scheint der Einfluss des Ramayana auf das indische Geschlechterbild ungebrochen - und Sita lange nicht die Einzige, die darunter zu leiden hat.

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Andrea Bräu

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