Bayern 2

radioWissen Maharadschas und Mahatma Gandhi

Luxusauto vor einem Palast | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 30.09.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Die Maharajas Indiens
Mit Reitelefant und Rolls Royce

Mahatma Gandhi
Revolution ohne Gewalt

Das Kalenderblatt
30.9.1960
US-Sender strahlt die erste Folge „The Flintstones“ aus
Von Carola Zinner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Die Maharajas Indiens - Mit Reitelefant und Rolls Royce
Autor: Herbert Becker / Regie: Christina Teuthorn
Im Jahr 1947 hatte ein Maharaja im Durchschnitt 5,8 Frauen, 12,6 Kinder, 11 Titel, 9,2 Elefanten, 2,8 Eisenbahnsalonwagen, 3,4 Rolls Royce - und er hatte 22,9 Tiger erlegt. Maharajas - "große Könige" nannten sich die indischen Fürsten, deren exzentrischer Lebensstil stark zu unserem schillernden Indienbild beigetragen hat. Dabei brach die große Zeit der Maharajas erst an, als weite Teile des Subkontinents unter britische Herrschaft geraten waren. Mit oft dekadentem Luxus und prächtigen Palästen überspielten die Fürsten ihre weitgehende Abhängigkeit von der britischen Oberhoheit. 675 solcher Maharajas wurden von den Briten anerkannt, wobei viele dieser Fürstentümer kaum größer als der Englische Garten in München waren. Hunderte solcher Kleinstaaten unterstellten die Briten deshalb eigenen Provinzregierungen. Der Effekt: Anstatt wie früher vor allem gegeneinander Krieg zu führen hatten die Fürsten nun viel Zeit, um Paläste zu bauen, und sich gegenseitig im Reichtum zu übertreffen. 1947, mit der Unabhängigkeit Indiens, gingen die meisten dieser Staaten in der Indischen Union auf.

Mahatma Gandhi - Revolution ohne Gewalt
Autor und Regie: Frank Halbach
Mahatma Gandhi - die Ikone des friedlichen Widerstandes. Ohne einen einzigen Schuss abzugeben, brachte er das britische Weltreich ins Wanken. Auch wenn seine Lehre heute von vielen als Utopie abgetan wird und er von anderen zum Heiligen stilisiert wird, bleibt Gandhi einer der erfolgreichsten Politiker des 20. Jahrhunderts. Er ist die Leitfigur gleich dreier bedeutender Revolten: des Aufbegehrens gegen des Rassismus, der Erhebung gegen den Kolonialismus und der Ablehnung politischer Gewalt. Seine Autobiographie nannte er: "Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit" - und diese für Gandhi typische kritische Selbsteinschätzung legt es nahe, sein Lebenswerk als eine Art offenen Text zu verstehen, der einer ständigen Neuinterpretation bedarf, auch wenn er selbst betonte, seine Lehre sei nichts Neues, denn: "Wahrheit und Gewaltfreiheit sind so alt wie die Berge."

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

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