Bayern 2

radioWissen Die Verwüstung der Welt

Die Sahara | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 22.08.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Der Aralsee
Zwischen Meer und Wüste

Die Geschichte der Sahara
Seen im Sand

Das Kalenderblatt
22.8.1933
Rohrpostzuschlag für eilige Briefsendungen
Von Markus Mähner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Aralsee - Zwischen Meer und Wüste
Autorin: Christine Hamel / Regie: Irene Schuck
Teniz - "Meer“ heißt der See bei den Kasachen im Norden und den Usbeken im Süden, denn der Aral-See gehörte einmal mit 60.000 Quadratkilometern zu den größten Binnengewässern der Erde. Die Götter schufen den Salzsee im Spiel, erzählt eine Legende. Aber dann zerstörte ihn die forcierte Industrialisierung unter Stalin. Aus den Zuflüssen des Aralsees Amudarja und Syrdarja wurden große Wassermengen in Bewässerungskanäle umgeleitet, um die Baumwollproduktion auszuweiten. Die ökologischen Folgen waren katastrophal: Der See verwandelte sich in weiten Teilen in eine Wüste, die Aralkum. 50.000 Quadratkilometer ausgetrockneter Seeboden, auf dem Schiffe vor sich hin rosten. Allein zwei kleine Wasserbecken waren verblieben, eines im Norden, eines im Süden, gleichsam eine traurige Erinnerung an das einstige Meer. Es waren denn auch Fischer, die zu Beginn der 1990er Jahre eine Kehrtwende einleiteten: Sie errichteten für den Nordaral aus Kies und Sand einen Wall, der das Wasser staute. 2005 wurde dieses Provisorium durch einen Staudamm ersetzt und die Wüste verwandelte sich zurück in den See.

Die Geschichte der Sahara - Seen im Sand
Autorin: Dagmar Röhrlich / Regie: Frank Halbach
Inmitten der Sahara liegen seit Jahrtausenden die Seen von Ounianga. Ihre Existenz verdanken sie Regen, der vor mehr als 5000 Jahren fiel: So alt ist das Grundwasser, das sie speist. Die Seen sind so tief, dass selbst die stärksten Sandstürme sie nicht bis zum Grund aufwühlen, was sie zu einem einmaligen Klimaarchiv macht. Dort, wo heute der Sand von Horizont zu Horizont reicht, lebten noch vor wenigen Tausend Jahren Flusspferde, Elefanten, Gazellen - und Menschen. Schicht für Schicht legen Kölner Geologen derzeit die wechselvolle Vergangenheit der Sahara frei, rekonstruieren Flora und Fauna, berechnen Temperatur und Treibhausgase im Verlauf der Zeiten. Denn die Sahara war nicht immer eine Wüste. Sie hat eine lange und sehr wechselvolle Geschichte hinter sich: So gibt es eine Hypothese, nach der vor 130 Millionen Jahren, als Afrika und Südamerika noch vereint waren, der Uramazonas in der Sahara entsprungen sein soll.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Nicole Ruchlak

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